Chronische Schmerzen – welche Ursachen gibt es?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Chronische Schmerzen haben verschiedene Ursachen. Häufig sind die Schmerz-Rezeptoren (Nozizeptoren) dauerhaft gereizt. Sie sitzen an der Spitze von Nervenfasern. Bei einem Schmerz-Reiz leiten sie die Schmerzmeldung Richtung Rückenmark weiter. Die eingehenden Signale werden dann unter anderem an das Gehirn weitergereicht.

Ein Schmerz-Rezeptor erstattet aber nur dann Meldung, wenn ein Reiz stark genug ist (Schmerz-Schwelle). Ist ein Rezeptor jedoch ständig gereizt, wird er sensibilisiert. Als Folge meldet er dann schon geringste Reize als Schmerzen. Im Extremfall fühlt sich für Betroffene bereits eine sanfte Berührung schmerzhaft an (Allodynie). Auch Entzündungen können zu chronischen Schmerzen führen. Denn sie aktivieren Schmerz-Rezeptoren, darunter auch solche, die vormals „stumm“ waren.

Eine mögliche Ursache für chronische Schmerzen kann auch mit den Nerven zusammenhängen. Nervenentzündungen (Neuritis), „gequetschte“ Nerven (z. B. beim Bandscheibenvorfall, bei Krebs-Erkrankungen), Infektionen (z. B. Herpes zoster / Gürtelrose) oder Nerven-Erkrankungen (z. B. Parkinson, Neuropathie) führen dann dazu, dass die Nerven übererregt sind – und Schmerzsignale an das Gehirn und Rückenmark senden. Dann spricht der Arzt von neuropathischen Schmerzen.

Weitere Ursachen für chronische Schmerzen in der Wahrnehmung im Gehirn liegen. Das Gehirn reguliert, wie stark man Schmerzen wahrnimmt. Es kann sozusagen Schmerzen lernen und „auf Schmerzen programmiert“ werden. Die Bezeichnung dafür lautet Schmerzgedächtnis.

Chronische Schmerzen, Gefühle, Depressionen – sie alle nutzen ähnliche Nervenbotenstoffe und Regelkreise. Und sie greifen ineinander. Gefühle können verletzend sein und Schmerzen beeinflussen. Und wer ständig Schmerzen verspürt, neigt zu Depressionen. Die seelische und auch soziale Ebene spielt bei chronischen Schmerzen eine bedeutende Rolle. Übrigens: Wenn der Arzt von „psychogenen“ Ursachen spricht, bedeutet das nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind!

Zusammengefasst haben chronische Schmerzen unter anderem diese Ursachen:

  • Schäden an Knochen, Muskeln oder Gelenken (z. B. durch Arthrose)
  • Nervenverletzungen
  • Entzündungen (allgemein und der Nerven = Neuritis)
  • Erkrankungen (z. B. Diabetes, Osteoporose, Multiple Sklerose u.v.m.)
  • Druck auf die Nerven (z. B. durch einen Bandscheibenvorfall, eine Schwellung oder Tumor)
  • Infektionen (z. B. Gürtelrose / Herpesviren)
  • spezielle Schmerz-Syndrome (z. B. Komplexes regionales Schmerzsyndrom / CRPS)
  • medizinische Eingriffe (z. B. Operationsnarben)
  • Tumoren
  • Nervenschäden durch Alkohol, Drogen, Gifte
  • Phantomschmerzen nach Amputation
  • psychische Erkrankungen (Depressionen, Angsterkrankung, Schizophrenie)
Symptome
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