Chronische Schmerzen – verschiedene Therapie-Möglichkeiten

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Chronische Schmerzen sind nicht gleich chronische Schmerzen – so ist auch die Therapie von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich.

Die Schmerzen an sich lassen sich in der Regel durch eine medikamentöse Schmerztherapie lindern. Wenn die Ursachen für die Schmerzen bekannt sind, sollten diese durch eine geeignete Therapie behoben werden. Dazu gehört zum Beispiel, Entzündungen zu bekämpfen oder Nerven von Druck zu befreien.

Chronische Schmerzen bedürfen oft einer Therapie-Kombination, bei der unterschiedliche Strategien zusammenwirken. Mediziner bezeichnen dieses Vorgehen als multimodale Schmerztherapie. Dabei arbeiten verschiedene Fachleute zusammen, beispielsweise Neurologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen und Sozialpädagogen. In einer Schmerzklinik, einem Schmerz-Zentrum oder einer Schmerz-Ambulanz sind die Ansprechpartner direkt vor Ort.

Um chronische Schmerzen zu behandeln, legen Sie zunächst die Ziele fest. Denn nicht immer gelingt es, die Schmerzen restlos zu beseitigen. Ein realistisches Ziel wäre etwa, die Intensität der Schmerzen zu verringern. Typische Bestandteile einer multimodalen Schmerztherapie gegen chronische Schmerzen sind:

  • Medikamente
    • Schmerzmittel (Analgetika) – z. B. sog. nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Paracetamol, Opioide. Der Arzt verordnet die verschiedenen Schmerzmittel je nach Stärke der Schmerzen: So kommen Opioide wie Morphin nur bei starken Schmerzen zum Einsatz. Die verschiedenen Wirkstoffe können auch untereinander kombiniert werden. Manchmal sind auch Begleitmedikamente sinnvoll, die gegen mögliche Nebenwirkungen – v. a. stärkerer Schmerzmittel – helfen (z. B. gegen Übelkeit und Erbrechen).
    • Betäubungsmittel (Anästhetika) – sie werden z. B. äußerlich aufgetragen oder vom Arzt in schmerzendes Gewebe gespritzt. Der Arzt kann mittels Anästhetika-Injektion auch ganze Nervenstränge blockieren.
    • Antidepressiva – wirken auf die Nervenbotenstoffe und senken die Schmerzwahrnehmung.
    • Antikonvulsiva – Mittel, die das Risiko epileptischer Anfälle senken. Sie können auch gegen bestimmte chronische Schmerzen eingesetzt werden.
  • Bewegungstherapie – z. B. Physiotherapie, Gymnastik und Sport
  • Entspannungsverfahren –  z. B. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Hypnose und Bio-Feedback
  • Akupunktur – wirkt bei Rückenschmerzen (Die Wirkung ist jedoch nicht für alle Schmerzformen belegt.)
  • Kälte- oder Wärmetherapie – auch als Thermotherapie bezeichnet, z. B. Fango, Wärmekissen, Auflegen von Kühlpads oder Vereisung
  • Elektrotherapie – Stimulation der Nerven durch Strom, etwa bei der TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)
  • Psychotherapie – Ziele sind z. B.:
  • mit dem Schmerz umgehen lernen, realistische Ziele setzen
  • von den Schmerzen unabhängiger werden
  • mit positiven Aktivitäten den Schmerz ausblenden
  • Freude am Leben zurückgewinnen
  • mehr Selbstfürsorge lernen, Grenzen setzen
  • Neurochirurgie – wenn andere Methoden der Schmerztherapie keine Wirkung zeigen, kann der Arzt Nervengewebe durchtrennen, das den Schmerz weiterleitet (Nerven-Blockade).

Um den Erfolg einer Schmerztherapie zu kontrollieren und gegebenenfalls die Therapie umzustellen (z. B. auf ein stärkeres Medikament), ist es oft ratsam, dass Betroffene ein Schmerztagebuch führen. Damit können sie den Verlauf der Schmerzen dokumentieren und dem Arzt beim nächsten Besuch besser schildern.

Individuelle Behandlung bei Schmerztherapie
In der Schmerztherapie gilt es, gemeinsam die optimale individuelle Behandlung zu finden© Fotolia
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