Chronische Schlaflosigkeit? Raus aus dem Bett!

Frau liegt schlaflos im Bett
Schlaflosigkeit kann die Nächte zur Qual machen © Imago

Bei Schlaflosigkeit neigen viele Betroffene dazu, früh ins Bett zu gehen, um die Chancen, irgendwann endlich einzuschlafen, zu erhöhen. Forscher fanden jetzt heraus: Das macht die Schlaflosigkeit noch schlimmer.

Insomnie oder Schlaflosigkeit kann Betroffenen sowohl körperlich als auch mental erheblich zusetzen. Sie wälzen sich im Bett umher und versuchen, sich zum Schlafen zu zwingen. Viele Betroffene wachen außerdem bereits früh am Morgen wieder auf und können nicht mehr weiterschlafen. Tagsüber sind sie dann unausgeschlafen und überreizt. Ein ständiger Begleiter ist dabei die Sorge, abends wieder nicht einschlafen zu können und am nächsten Tag nicht fit zu sein.

 

Mangel an Schlafgelegenheiten verbessert Schlaffähigkeit

Wissenschaftler aus den USA haben nun einen Mechanismus entdeckt, der Schlaflose vom Einschlafen abhält. Viele Betroffene glauben nämlich fälschlicherweise, dass sie ihrem Körper nur genug Gelegenheiten zum Einschlafen bieten müssten, damit der Schlaf sich endlich einstellt. Die Forscher um Michael Perlis von der University of Pennsylvania in Philadelphia fanden nun heraus, dass genau dieses Verhalten zu einer chronischen Schlaflosigkeit führen kann. In einem Experiment zeigte sich, dass 70 bis 80 Prozent der Testpersonen, die an chronischer oder akuter Schlaflosigkeit litten, besser schliefen, wenn sie weniger Zeit im Bett verbrachten. Studienleiter Michael Perlis erklärt den Zusammenhang:

Chronische Insomnie schränkt die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit stark ein. Das Risiko, an einer psychischen Störung, etwa einer Depression, zu erkranken steigt. Ebenso rutschen viele Betroffene in eine gefährliche Abhängigkeit von Schlafmitteln ab. Chronische Insomnie kann außerdem zu Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen.

„Betroffene gehen früh ins Bett, stehen spät wieder auf und machen zwischendurch Nickerchen. Das erscheint auf den ersten Blick logisch und kann kurzfristig sogar helfen. Langfristig wird jedoch eine Diskrepanz zwischen der individuellen Schlaffähigkeit und Schlafgelegenheit geschaffen. So entsteht eine Insomnie“.

 

Chronische Schlaflosigkeit gefährdet die Gesundheit

Insomnie wird als akut klassifiziert, wenn Betroffene über einen Zeitraum von zwei Wochen bis drei Monaten mehr als drei Nächte pro Woche Schlafprobleme haben.

Hält die Schlaflosigkeit länger als drei Monate an, wird sie als chronische Insomnie klassifiziert. Etwa zehn Prozent aller Amerikaner leiden an dieser Form der Schlafstörung.

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Hamburg, 16. Juni 2016

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