Chronische Reizblase: Was hilft dagegen?

Trinken gegen Reizblase
Die wichtigste Regel bei einer chronischen Reizblase: Viel trinken – mindestens zwei Liter pro Tag. Das fällt leichter, wenn Sie zwischen Wasser, Saft und Tee abwechseln © Fotolia

Das beste Heilmittel gegen eine chronische Reizblase ist viel trinken. Das ist oft gar nicht so einfach – doch mit diesen Tipps gelingt es Ihnen garantiert.

 

Besonders Frauen leiden unter Reizblase

"Könnte ich mich bloß wieder auf meine Blase verlassen!" Bei über 6 Millionen Deutschen wurde eine chronische Reizblase festgestellt. Aber die Dunkelziffer liegt viel höher: Bis zu 40 Prozent der Frauen über 60 leiden an unfreiwilligem Harnabgang. Denn mit den Wechseljahren steigt das Risiko: Durch das sinkende Östrogen werden die Schleimhäute der Blase und Harnwege schlechter durchblutet, die Muskulatur von Scheide und Harntrakt wird schlaffer, die Gebärmutter kann sich senken. Auch für viele junge Frauen ist Blasenschwäche ein Thema: Etwa jede Vierte zwischen 25 und 35 hat zumindest vorübergehend Schwierigkeiten – meist, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht hat. Aber man kann sehr viel für eine starke Blase tun. Ganz wichtig: nicht zu wenig trinken, denn dann fehlt der Blase ein wichtiges Training. Einfache Übungen und auch eine clevere Ernährung stärken die Blase außerdem.

 
 

Kürbiskerne gegen chronische Reizblase

1 bis 2 EL Kürbiskerne täglich, entweder pur oder im Müsli, können die Blasenfunktion stärken und einer chronischen Reizblase vorbeugen. Sie liefern viel Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese drei Mineralstoffe sorgen für eine reibungslose Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln – zu starke Reize am Blasenmuskel werden reguliert. Kürbiskerne liefern auch spezielle Pflanzenhormone, sogenannte Lignane. Sie stärken die Blase gegen Entzündungen, hemmen ständigen Harndrang und kräftigen die Blasenmuskulatur.

 

Betacarotin stärkt die Blase

Einen positiven Effekt auf die Blase haben auch gelbe, rote und dunkelgrüne Obst- und Gemüsesorten wie Paprika, Spinat oder Karotten. Sie liefern viel Betacarotin, das die Schleimhaut der Blasenwand stärkt und nachhaltig vor Infektionen schützt. Eine ideale Kombination von Betacarotin und Kalium, das die Blasenmuskulatur stärkt, bietet rote Paprika!

 

B-Vitamine für das vegetative Nervensystem

Diese Vitalstoffe stärken das vegetative Nervensystem, das die Blasenfunktion steuert. Mit genug B-Vitaminen kann sich vor allem die nervös bedingte Reizblase bessern, denn sie regulieren zu frühe Reize der Blasennerven ("Die Blase ist voll!") an das Gehirn. Gute Quellen: Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Vollkornbrot, Naturreis. Magnesium aus Fisch, Geflügel, Käse oder Beeren unterstützt die Nervenregulierung.

 

Cranberrys schützen die Schleimhäute der Harnwege

Diese Preiselbeer-Variante aus Nordamerika liefert viel Tannin – eine Gerbsäure, die die Schleimhäute der Harnwege schützt und die Wirkung von Kürbiskernen ergänzt. Cranberry-Saft passt gut in den Trinkplan zum Blasentraining. Reichlich Tannin steckt auch in entsprechender Nahrungsergänzung. Vorteil: Weitere Inhaltsstoffe schützen zusätzlich vor wiederkehrenden Blasenentzündungen, die auch eine Ursache für chronische Reizblase sein können.

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