Cholesterin erhöht: Wie sieht die Behandlung aus?

Aus der Serie: Cholesterin (erhöht)

Wichtige Maßnahmen gegen erhöhte Cholesterinwerte betreffen die Essgewohnheiten und den allgemeinen Lebensstil.

So können Sie erhöhte Cholesterinwerte senken

  • Ernähren Sie sich fettarm.
  • Vermeiden Sie beim Kochen tierische Fette wie Butter und verwenden Sie stattdessen pflanzliche Produkte (zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl).
  • Verwenden Sie fettarme Fleischsorten (wie Geflügel) und fettarme Milchprodukte.
  • Vermeiden Sie sogenannte Transfettsäuren – diese sind zum Beispiel in frittierten Produkten zu finden.
  • Nehmen Sie weniger gesättigte Fettsäuren zu sich. Diese kommen unter anderem in Wurst, Käse, Sahne, Butter und Vollmilch vor.
  • Greifen Sie zu ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel indem Sie mehr Fisch verzehren. Fetter Seefisch (zum Beispiel Makrelen) enthält besonders hohe Anteile wichtiger Omega-3-Fettsäuren.
  • Nehmen Sie viele Ballaststoffe zu sich. Diese kommen in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Salat und Hülsenfrüchten vor.
  • Vermeiden Sie viel Zucker oder Süßstoffe.
  • Trinken Sie möglichst wenig Alkohol.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.
  • Treiben Sie viel Sport! Körperliche Ertüchtigung hilft, das LDL-Cholesterin zu senken und den HDL-Spiegel zu erhöhen.

Die beste Behandlung bei erhöhten Cholesterinwerten ist, neben einer gesunden Ernährung, viel körperliche Bewegung. Sport hilft dabei, das schädliche LDL-Cholesterin zu senken

Medikamente können Cholesterinwert senken

Sollte ein erhöhter LDL-Wert sich trotz verschiedener Maßnahmen nach drei Monaten nicht normalisiert haben, raten Ärzte zu Medikamenten:

  • Statine, auch als CSE-Hemmer (Cholesterin-Synthese-Hemmer) bezeichnet, hemmen ein bestimmtes Enzym, das an der Bildung von LDL-Cholesterin in der Leber beteiligt ist. Dadurch sinkt der LDL-Spiegel im Blut ab. Gleichzeitig helfen Statine, einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorzubeugen.
  • Wenn sich die Werte des LDL-Cholesterins trotz des Einsatzes von Statinen nicht bessern oder wenn Sie diese Medikamente nicht vertragen, kommen sogenannte Cholesterin-Resorptionshemmer gegen erhöhte Cholesterinwerte infrage. Diese Medikamente hemmen die Aufnahme von Cholesterin im Darm und senken den LDL-Spiegel.
  • Bei der Behandlung einer Cholesterinerhöhung setzt man außerdem sogenannte Austauscherharze beziehungsweise Gallensäure-bindende Mittel ein. Gallensäuren werden von der Leber aus Cholesterin gebildet. Die Austauscherharze bzw. Gallensäure-bindenden Mittel verhindern, dass Gallensäuren im Darm wieder aufgenommen werden. So muss die Leber sie aus Cholesterin neu bilden. Das LDL-Cholesterin kann so um 20 bis 25 Prozent gesenkt werden.
  • Ein weiteres bei erhöhten Cholesterinwerten eingesetztes Medikament sind die sogenannten Fibrate. Diese bewirken unter anderem eine Senkung des LDL-Cholesterins und einen Anstieg des HDL-Cholesterins. Jedoch haben sie einige Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und können das Risiko für Gallensteine erhöhen.
  • Nikotinsäure wird ebenfalls zur Behandlung bei erhöhten Cholesterinwerten eingesetzt. Sie verhindert, dass ungesunde Fettsäuren aus dem Fettgewebe freigesetzt werden und erhöhen den HDL-Spiegel.