Chlorallergie: Woher der Ausschlag kommt und was hilft

Chlor tötet Keime im Badewasser ab und sorgt so für einen Schwimmbadbesuch ohne unangenehme Folgen. Doch für einige Menschen ist das Gegenteil der Fall – sie haben eine vermeintliche Chlorallergie und reagieren auf das Chlorwasser mit Symptomen wie Ausschlag und Atembeschwerden.

Eine Frau hat einen Ausschlag am Hals
Eine echte Chlorallergie gibt es nicht, dennoch reagieren viele Menschen mit Beschwerden auf den Kontakt mit Chlorwasser Foto: iStock/-aniaostudio-

Der charakteristische Chlorgeruch verrät uns schon auf einige Entfernung, dass wir uns einem Schwimmbad nähern. Der Duft des Desinfektionsmittels gehört einfach zum Schwimmbadbesuch dazu; in der Regel schadet die Substanz den Badenden aber nicht. Bei einigen Menschen ist das anders – sie haben das, was im Volksmund als Chlorallergie bezeichnet wird.

Gibt es überhaupt eine Chlorallergie?

Menschen, die vermuten, eine Chlorallergie zu haben, haben in Wirklichkeit keine echte Allergie gegen die Substanz, sondern reagieren aus anderen Gründen empfindlich darauf. Bei „echten“ Allergien hält der Körper einen eigentlich harmlosen Stoff für gefährlich und bekämpft beispielsweise Gräserpollen, als seien sie Krankheitserreger – die Folge sind Entzündungsreaktionen wie Rötungen, Quaddeln und Juckreiz.

Bei einer vermeintlichen Chlorallergie sind die Symptome zwar ähnlich, der Hintergrund ist aber ein anderer: Chlor ist in hoher Konzentration tatsächlich schädlich für Haut, Schleimhäute und Atemwege und kann zu starken Reizungen führen. Im Schwimmbad ist die Konzentration allerdings so eingestellt, dass das Chlor zwar Bakterien, Viren und Pilze abtötet, aber für „normale“ Haut unschädlich ist.

Menschen mit empfindlicher Haut sowie leicht reizbaren Schleimhäuten und Atemwegen können aber deutlich früher auf die Chemikalie reagieren. Das ist besonders bei Allergiker:innen, Asthmatiker:innen und Menschen mit Neurodermitis häufig der Fall. Wenn der Besuch im Schwimmbad mit Symptomen wie Quaddeln, Juckreiz, geröteten Augen oder sogar Atembeschwerden einhergeht, kann so schnell der Eindruck einer Allergie entstehen.

Und auch, wenn es sich nicht um eine „echte“ Allergie handelt, sollten Betroffene ihre Symptome ernst nehmen und sich entsprechend schützen.

„Chlorallergie“: Haut unter Stress

Wenn sich der Kontakt mit Chlor auf der Haut bemerkbar macht, handelt es sich um eine sogenannte Kontaktdermatitis. Mit diesem Begriff wird eine entzündliche Reaktion auf der Haut bezeichnet, die bei dem Kontakt mit einer bestimmten Substanz auftritt.

„Chlorallergie“: Symptome der Reaktion auf Chlor

Bei Menschen, die empfindlich auf Chlor reagieren, zeigt sich das in der Regel auf der Haut, an den Augen oder den Atemwegen.

  • Haut: Bei der vermeintlichen Chlorallergie kann Chlor einen Ausschlag verursachen, der mit Rötungen, Schwellungen und Juckreiz einhergeht. Die Haut kann sich zudem trocken anfühlen –dieser Effekt wird noch vom Wasser an sich verstärkt, das einen anderen pH-Wert als die menschliche Haut besitzt: In dem Bemühen, sich an den niedrigeren Säuregehalt das Wassers anzupassen, wird die Haut trockener und fühlt sich gereizt an. Die „Chlorallergie“ kann sich im Gesicht und allen anderen Körperstellen zeigen, die mit dem Chlor in Berührung gekommen sind.

  • Augen: Besonders bei Allergiker:innen kommt es häufiger vor, dass die Augen nach dem Kontakt mit Chlor gerötet sind, jucken und brennen.

  • Atemwege: Chlor kann die Atemwege reizen, bei Asthmatiker:innen ist das besonders häufig der Fall. Betroffene müssen dann vermehrt Husten, Niesen oder entwickeln Atemprobleme. Kommt es zu Atemnot, sollten Patient:innen ihr Notfallmedikament inhalieren und im Zweifel den Notruf absetzen (lassen).

Vermeintliche Chlorallergie: Bilder

Der Hautausschlag bei einer vermeintlichen Chlorallergie kann unterschiedlich aussehen – diese beiden Bilder zeigen Beispiele von einer typischen Kontaktdermatitis:

Hautausschlag am Arm
Eine Kontaktdermatitis äußert sich meist durch Rötungen und kann stark jucken Foto: iStock/tylim
Hautausschlag am Arm
Der Hautausschlag nach dem Schwimmbad kann in verschiedenen Schweregraden auftreten Foto: iStock/Ivan-balvan

Was hilft bei der Überempfindlichkeit auf Chlor?

Wer immer wieder an einem Chlor-Ausschlag oder Juckreiz nach dem Schwimmbad leidet, sollte chloriertes Wasser meiden oder sich zumindest entsprechend auf den Schwimmbadbesuch vorbereiten. Folgende Tipps können dabei hilfreich sein:

  • Nach dem Schwimmen duschen: Um die Haut vor Reizungen zu bewahren, sollte sie nach dem Bad im Chlorwasser gründlich abgeduscht werden.

  • Eincremen: Vor und nach dem Bad im Schwimmbecken kann die Haut mit Körperlotion (beispielsweise mit Urea) eingecremt werden, um sie vor der reizenden Wirkung des Chlors zu schützen.

  • Draußen schwimmen: Wer mit gereizten Atemwegen auf Chlor reagiert, sollte Außenbecken oder Freibäder vorziehen – dort befindet sich weniger Chlor in der Atemluft.

Keine Allergie gegen Chlor – trotzdem ernstzunehmende Symptome

Menschen, die immer wieder mit einem Hautausschlag auf Chlor reagieren oder gar Atemprobleme nach dem Schwimmbadbesuch entwickeln, sollten diese Symptome in jedem Fall medizinisch abklären lassen. Vielleicht steckt eine bisher unentdeckte Atemwegserkrankung oder Allergie hinter den Symptomen, die entsprechend behandelt werden muss. Denn auch wenn es sich bei den Symptomen nicht um eine „echte“ Chlorallergie handelt, sollten die Beschwerden immer ernst genommen werden.

Quellen:

Chlorine “Allergy”, in: acaai.org

How to identify a chlorine rash, in: medicalnewstoday.com