Chlamydien-Infektion: Die unterschätzte Gefahr

Nicht zu sehen, kaum zu spüren - doch mit ernsten Folgen: Manchmal liegt einem unerfüllten Babywunsch eine Chlamydien-Infektion zugrunde. Das sollten Sie über die unsichtbare Gefahr wissen.

Die Chlamydien-Infektion ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit weltweit. Je nach Altersgruppe sind bis zu zehn Prozent der deutschen Bevölkerung damit infiziert. Trotzdem haben viele noch nie von der Chlamydien-Infektion gehört.

 

Chlamydien-Infektion: Was ist das?

Chlamydien sind Bakterien. Sie werden beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und lösen bei Frauen eine Unterleibsinfektion aus. Da die Chlamydien-Infektion bei uns nicht meldepflichtig ist, geht man von einer hohen Dunkelziffer aus. Experten schätzen auch, dass die Infektionszahlen vor allem unter jungen Menschen ständig steigen.

 

Was sind die Symptome einer Chlamydien-Infektion?

Das größte Problem ist, dass die Chlamydien-Infektion meist viele Jahre unentdeckt bleibt. Denn: In drei von vier Fällen merkt man von der Chlamydien-Infektion kaum etwas. Wenn es überhaupt Symptome gibt, dann nur ganz unspezifische, z. B. Juckreiz in der Scheide, gelblich-klebriger Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen und eventuell Zwischenblutungen. Die Beschwerden treten etwa ein bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. Bei Männern äußert sich eine Chlamydien-Infektion häufig durch eine Harnröhren-Entzündung mit Brennen beim Wasserlassen und zeitgleichem Harndrang.

 

Was sind die Folgen einer Chlamydien-Infektion?

Wird die Chlamydien-Infektion bei Frauen nicht behandelt, können die Erreger in die Eileiter wandern und dort eine chronische Entzündung auslösen. Dadurch können die Eileiter so vernarben, dass eine Schwangerschaft auf normalem Wege unmöglich wird. Oft wird die Chlamydien-Infektion erst in dem Moment entdeckt, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt – also viele Jahre nach der Chlamydien-Infektion. Auch das Risiko von Eileiterschwangerschaften steigt, ebenso die Gefahr von Gebärmutterhalskrebs.

 

Welche Tests gibt es bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion?

Frauen bis 25 Jahren können einmal jährlich auf Kosten der Krankenkasse den Urin auf Chlamydien untersuchen lassen. Viele Experten fordern, dieses Screening auszudehnen. Wer älter ist und Klarheit haben möchte, muss selbst zahlen. Ausnahme: In der Schwangerschaft gehört der Test zur Vorsorge. Eine weitere Test-Möglichkeit ist ein Gebärmutterhals-Abstrich.

Schwangere wird auf Chlamydien-Infektion getestet
Schwangere werden im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge automatisch auf Chlamydien getestet© Fotolia
 

Wie schütze ich mich vor einer Chlamydien-Infektion?

Eine akute Chlamydien-Infektion wird mit Antibiotika therapiert. In einer festen Partnerschaft ist es sehr wichtig, dass auch der Partner mitbehandelt wird, da es sonst wieder zu einer neuen Ansteckung kommen kann. Ansonsten gelten die gleichen Schutzmaßnahmen wie auch vor HIV: also Sex mit Kondom. Und: Sobald Ausfluss oder verdächtige Anzeichen auftreten, den Test machen lassen. Frühzeitig handeln ist hier besonders wichtig.

 

Schwangerschaft und Chlamydien-Infektion

Schwangere werden im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge automatisch auf Chlamydien getestet. Denn die Bakterien erhöhen das Risiko einer Frühgeburt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich das Kind während des Geburtsvorgangs ansteckt, was bei ihm zu einer Augen- oder Lungenentzündung führen kann. Werden Chlamydien entdeckt, wird mit einem schwangerschaftsverträglichen Antibiotikum etwa zehn Tage lang behandelt.

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