Chlamydien-Impfung – bald möglich?

Eine Frau wird geimpft
Ein Piks, und das Risiko ist gebannt – bestätigt sich die Wirksamkeit des neuen Chlamydien-Impfstoffs auch am Menschen, könnte das viele Frauen vor Unfruchtbarkeit schützen © Fotolia

Eine Chlamydien-Infektion kann zur Unfruchtbarkeit führen und wird wegen unklarer oder fehlender Symptome häufig zu spät erkannt. Jetzt ist es US-Forschern gelungen, einen Impfstoff gegen die sexuell übertragbare Infektion zu entwickeln.

300.000 Menschen infizieren sich Expertenschätzungen zufolge bundesweit jedes Jahr mit Chlamydien – damit gehören sie zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Bei Frauen kann eine Infektion dazu führen, dass die Eileiter verkleben und das Risiko einer Eileiterschwangerschaft oder Unfruchtbarkeit steigt.

Das Tückische an Chlamydien: Häufig zeigt die Infektion keine Symptome und Frauen bemerken sie erst durch einen unerfüllten Kinderwunsch. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann die Chlamydien-Infektion mit Antibiotika gut behandelt werden.

 

Chlamydien-Impfstoff: Gescheiterter Versuch

Bereits in den 1960 er Jahren wagten sich Wissenschaftler an die Entwicklung eines Chlamydien-Impfstoffes – jedoch ohne Erfolg. Statt eine Immunität auszubilden, wurden Geimpfte sogar anfälliger für die Chlamydien-Infektion.

Jetzt starteten Harvard-Wissenschaftler einen neuen Anlauf und erforschten dazu zunächst, was vor 50 Jahren falsch gelaufen war. Dabei fanden sie heraus, dass die toten Chlamydien-Bakterien, die in dem Impfstoff enthalten waren, nicht wie erhofft dazu führten, dass der Körper eine Immunität gegen sie bildete. Stattdessen animierten sie eine bestimmte Form von Immunzellen, die sogenannten T-Zellen, dazu, die Bakterien als körpereigenen anzusehen und zu schützen.

 

Impfstoff: Neue Hoffnung im Kampf gegen Chlamydien

Mit diesen Erkenntnissen machten sich die Forscher auf die Suche nach einem Hilfsstoff, der dem Immunsystem sagt, was es mit den Chlamydien-Bakterien zu tun hat – nämlich, sie als Feind zu erkennen und zu bekämpfen. Fündig wurden sie in einem Stoff namens cSAPs (charge-switching synthetic adjuvant nanoparticles). In Tests an Mäusen erzielte der  so entwickelte neue Chlamydien-Impfstoff  gute Ergebnisse.

Im nächsten Schritt soll der die Wirksamkeit des Chlamydien-Impfstoffs an Menschen überprüft werden.

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