Chlamydia pneumoniae kann Herzinfarkt auslösen

Redaktion PraxisVITA

Können Chlamydia pneumoniae einen Herzinfarkt auslösen? Es sieht ganz so aus, denn Chlamydia pneumoniae stehen im Verdacht, schwere Krankheiten, wie Lungenentzündung, Krebs und eben sogar Herzinfarkt, auszulösen.

 

Chlamydia pneumoniae: Rund eine Million tragen die Bakterien in sich

Der Trainer glaubte schon an ein böses Omen: Innerhalb von nur wenigen Tagen starben acht seiner besten Spitzensportler an Herzinfarkt. Mediziner der Universität Uppsala fanden die völlig überraschende Todesursache: Bakterien im Herzen – Chlamydia pneumoniae. Offenbar hatten sich die Athleten gegenseitig angesteckt. Herzinfarkt – eine Infektionskrankheit? Die Forschung läuft auf Hochtouren. Zahlreiche Studien bestätigen, dass Chlamydia pneumoniae Ursache für Herzerkrankungen sein können. „Rund eine Million Menschen in Deutschland tragen Chlamydia pneumoniae im Körper und verbreiten sie weiter“, schätzt Prof. Eiko Petersen von der Uni-Frauenklinik Freiburg.

 

Chlamydia pneumoniae – Unsichtbare Krankheitserreger

Die Bakterien sind Auslöser zahlreicher Krankheiten: Lungenentzündung, Gelenkschäden, Unfruchtbarkeit. Das Schlimme: Die meisten Menschen wissen nichts davon. Denn man spürt und sieht Chlamydien nicht. Selbst die Chance, dass ein Arzt die Übeltäter auf Anhieb entlarvt, ist eher gering. Der Grund dafür ist ihre einzigartige Tarnung. Chlamydia pneumoniae dringen in Körperzellen ein, verstecken sich dort und machen sich unsichtbar für unsere Immunabwehr. Bis sie plötzlich ausbrechen und den Organismus angreifen.

 

Chlamydia pneumoniae: Ursache für Schlaganfall und Arteriosklerose

Noch vor Jahren glaubten Mediziner, der über Atemwege übertragbare Bazillus sei harmlos. Ein gefährlicher Irrtum. Heute steht Chlamydia pneumoniae nicht nur im Verdacht, an der Entstehung von Arterioklerose und Herzinfarkt  beteiligt zu sein, sondern gilt sogar als Auslöser für den Schlaganfall. Selbst bei Krankheitsbildern, bei denen kaum ein Experte das Wirken von Mikroben je vermutet hätte, sind Wissenschaftler auf die unsichtbaren Killer gestoßen: Krebs. Das zeigte eine Studie aus Finnland mit rund 530.000 Skandinavierinnen. Die Frauen, in deren Blutproben sich Antikörper gegen Chlamydia trachomatis fanden, hatten ein doppelt so hohes Gebärmutterhalskrebs-Risiko.

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