Chinesische Medizin hilft Morbus-Crohn-Patienten

Redaktion PraxisVITA
Tuina gegen Morbus Crohn
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) behandelt Morbus Crohn mit Akupunktur und Tuina-Massagen © Fotolia

In Deutschland leiden etwa 350.000 Menschen an einer chronischen Darmentzündung. Zum Glück für Betroffene eröffnen alternative Methoden neue Heilungschancen. Experte Dr. Christian Schmincke erklärt im Interview, wie das funktioniert.

Es trifft Frauen und Männer gleichermaßen, oft schon in jungen Jahren: Morbus Crohn. Betroffene stellen sich meist darauf ein, ein Leben lang immer wieder unter Krämpfen, Durchfall und Magenbeschwerden zu leiden. Dr. Christian Schmincke ist Medizinischer Leiter der Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen (Bayern). Das Krankenhaus ist auf TCM spezialisiert.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verspricht Heilung bei Morbus Crohn. Ist das nicht übertrieben?

Nein. Morbus Crohn ist mit den Mitteln der chinesischen Medizin heilbar. Es ist zwar ein langer Weg, aber wir haben sehr gute Ergebnisse. Mehr als 100 Patienten wurden bereits erfolgreich behandelt.

 

Was macht ein TCM-Arzt anders als ein Schulmediziner?

Die Chinesische Diagnose unterscheidet sich grundlegend von der klassischer Mediziner. Wir erfassen den Patienten in seiner Gesamtheit, betrachten nicht nur den Darm, sondern berücksichtigen auch die Psyche. Wir untersuchen die Augen, die Zunge, den Pulsschlag, fragen nach Unstimmigkeiten in seinem Leben. Das geht weit über eine rein körperliche Untersuchung hinaus. So erfahren wir alles über Art und Schwere der Erkrankung.

Und wie behandeln Sie dann im Anschluss?

Das ist ein Zusammenspiel vieler TCM-Praktiken: Wir verbinden Akupunktur mit Tuina-Massagen, individuell angemischten chinesischen Arzneien und einer abgestimmten Ernährung.

Das hört sich nach einer sehr langen Therapiezeit an...

Das hängt von der Vorgeschichte ab. Kommt jemand in einem sehr frühen Stadium zu uns, kann der Patient schon nach drei Monaten beschwerdefrei sein. Hat jemand aber schon jahrzehntelang Kortison oder andere Medikamente eingenommen, oder wurde, wie bei Morbus Crohn häufig, ein Teilstück des Darms entfernt, kann die Behandlung Jahre dauern. Denn wir müssen dem Patienten zunächst helfen, langsam seine Medikamente abzusetzen. Er muss dabei sehr aktiv mitarbeiten. Doch die Geduld lohnt sich.

Bekommen Sie Unterstützung aus der Schulmedizin?

Wir arbeiten eng mit einigen Kollegen zusammen. Sie schicken uns Betroffene und helfen, die Behandlungserfolge zu dokumentieren. Bei den meisten Patienten ist der Darm nach Abschluss der Therapie gesund. Und das bleibt dann auch so.

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