Chemisches Peeling gegen Akne, Narben und Falten

Redaktion PraxisVITA

Ein chemisches Peeling kann das Hautbild verbessern. Doch die Behandlung birgt auch kleine Risiken und eignet sich nicht für jeden Hauttyp.

Eine Frau erhält im Kosmetikstudio ein chemisches Peeling
Für ein chemisches Peeling ist eine Vorbehandlung notwendig Foto:  istock_Goxy89
Inhalt
  1. Was ist ein chemisches Peeling?
  2. Inhaltsstoffe von chemischen Peelings
  3. Vorbehandlung bei einem chemischen Peeling
  4. Ablauf der Peeling-Behandlung
  5. Wirkung eines chemischen Peelings
  6. Alternative zu chemischen Peelings

Chemisches Peeling statt Beauty-OP? Ja, ein Peeling mit Fruchtsäure, Phenol und Co. ist eine echte Alternative für all diejenigen, die kleine Mimikfalten loswerden, sich aber nicht unters Skalpell legen wollen. Auch für Akne geschädigte Haut, bei dunklen Pigmentflecken und bei feineren Narben zeigt das chemische Peeling lang anhaltende Effekte.

 

Was ist ein chemisches Peeling?

Durch ein chemisches Peeling auf Basis einer säurehaltigen Substanz werden Teile der obersten Hautschicht (Epidermis) und manchmal der Dermis (Lederhaut) abgelöst, sodass eine neue, ebenmäßige Haut entstehen kann. Die verdickte Hautoberfläche wird also praktisch entschuppt. Damit sollen zellerneuernde Prozesse wie die Kollagenproduktion angeregt werden.

Doch die Behandlung ist nicht ohne. Sie bedarf ein paar Wochen Vorbereitung und auch danach sollte man einige Dinge beachten. Wer zu empfindlicher Haut neigt oder Unverträglichkeiten hat, sollte sicherheitshalber auf die kosmetische Behandlung verzichten. Auch Menschen mit Couperose (geplatzten Äderchen) greifen besser auf andere Lösungen zurück.

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Inhaltsstoffe von chemischen Peelings

Je nach Hautbeschaffenheit und dem Effekt, den das Peeling zum Ziel hat, kann man sich zwischen einem oberflächlichen, mitteltiefen und tiefen chemischen Peeling entscheiden. Für Behandlungen durch chemische Peelings werden in Deutschland üblicherweise folgende Substanzen verwendet:

  • Fruchtsäuren, auch AHA-Peeling genannt (Wirkung: oberflächlich)
  • β-Lipohydroxysäure (LHA) (Wirkung: oberflächlich)
  • Trichloressigsäure (TCA) (Wirkung: mitteltief)
  • Phenolverbindungen (Wirkung: tief)
 

Vorbehandlung bei einem chemischen Peeling

Bevor das chemische Peeling losgehen kann, muss die Gesichtshaut vorbehandelt werden. Dafür trägt man zu Hause bereits zehn Tage vorher regelmäßig eine fruchtsäurehaltige Creme auf – eine sogenannte Pre-Peel Cream, die der Arzt verschreibt. Diese hat sowohl eine ablösende als auch leicht bleichende Wirkung. Die Vorbehandlung sorgt dafür, dass das chemische Peeling am Ende tiefer in die Haut eindringen kann.

 

Ablauf der Peeling-Behandlung

Der eigentliche Termin, der zwischen 60 und 90 Minuten dauert, findet im Kosmetikstudio oder beim Hautarzt (Dermatologen) statt. Zuerst wird die Make-up-freie Haut gereinigt und entfettet. Anschließend wird die Emulsion mit einem Pinsel, Wattestäbchen oder Wattebausch aufgetragen und dringt dabei bis zu 0,6 Millimeter in die Haut ein. Nach wenigen Minuten spürt man bereits ein leichtes Kribbeln und Brennen auf der Haut.

Je sanfter – also oberflächlicher – das Peeling ist, desto öfter kann die Behandlung innerhalb einiger Wochen wiederholt werden. Peelings mit tieferer Wirkung sollten besser nicht mehr als zweimal pro Jahr wiederholt werden. Die Preise liegen bei 150 bis 1.000 Euro.

In den ersten Tagen nach der Behandlung sollte unbedingt eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 aufgetragen werden, da die Haut sonst mit Verfärbungen auf die UV-Strahlung reagieren würde. Der Grund: Die oberste Hautschicht ist praktisch schutzlos. Die Sonnenempfindlichkeit hält auch noch lange an – in den ersten drei Monaten nach dem chemischen Peeling solltest du daher nie ohne eine Gesichtssonnencreme in die Sonne gehen. Wer kann, sollte sich mindestens eine Woche freinehmen, da die Rötungen teilweise sehr stark ausfallen können.

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Wirkung eines chemischen Peelings

Je nachdem, ob man zu Unreinheiten oder Akne neigt, kann es eine Woche nach der Behandlung zu einer kurzzeitigen Verschlechterung der Symptome kommen. Doch nach etwa einer weiteren Woche sieht man bereits eine deutliche Verbesserung. Drei Wochen später erscheint die Haut dann frischer, ebener und rosiger. Die Pigmentierung ist gleichmäßiger, Poren und feine Narben sind weniger sichtbar und Hautunreinheiten werden verbessert.

Um sicherzugehen, dass das chemische Peeling sachgemäß verwendet wird und auch die richtige Wirkung erzielt, sollte man die Behandlung nicht allein zu Hause vornehmen, sondern unbedingt von einem Dermatologen oder einer geschulten Kosmetikerin durchführen lassen. Andernfalls können Gesundheitsrisiken, wie Narbenbildung und Pigmentstörungen, auftreten.

 

Alternative zu chemischen Peelings

Wem die Behandlung durch chemische Peelings zu extrem erscheint, kann erst einmal mildere Varianten ausprobieren. Dafür sind zum Beispiel Enzym-Peelings gut geeignet.

Diese Peeling-Form spaltet Proteine, welche die Zellverbände der obersten Hautschicht zusammenhalten. So wird die Haut von Talg und verhornten Hautschüppchen befreit und die Poren erscheinen feiner. Nach durchschnittlich zehnminütiger Einwirkzeit auf dem Gesicht kann man das Peeling sowie die abgestorbenen und gelockerten Hautzellen abwaschen.

Eine regelmäßige Anwendung kann Unebenheiten, Unreinheiten und Pickel reduzieren. Schwache Pigmentflecken werden aufgehellt und das gesamte Hautbild wirkt ebenmäßiger und rosiger. Genau wie bei einem chemischen Peeling können Enzym-Peelings zudem feine Fältchen glätten.

Quellen:

Peelings, in: klinikum.uni-muenchen.de

Chemische Peelings, in: medidate.de

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