Charlie Sheen hat HIV

Charlie Sheen hat HIV
Der ehemalige „Two and a half Men“- Star Charlie Sheen hat HIV © commons.wikimedia.org, Fotolia

Die Medien spekulieren seit Tagen. Jetzt räumt der ehemalige "Two and a half Men"-Star Charlie Sheen mit den Gerüchten auf und gesteht: Ja, ich bin HIV-positiv.

Ein Medienbericht in der letzten Woche versetzte die Promi-Welt in Aufruhr. Ein bekannter TV-Star sei offenbar mit HIV infiziert. Die Rede war von Charlie Sheen. Der US-amerikanische Schauspieler soll bereits seit Jahren an der Infektion leiden, die die tödliche Immunkrankheit AIDS auslöst. Der Fernsehsender NBC hatte bereits gestern angekündigt, dass der Schauspieler ein „enthüllendes persönliches Statement“ abgeben wird – und Recht behalten.

Der Mann, der für sein exzessives Leben mit Alkohol, Drogen und zahlreichen Affären bekannt ist, verkündete während eines Live-Interviews in der "Today Show" am Dienstagmorgen in New York, dass er seit vier Jahren HIV-positiv ist.

 

Charlie Sheen hielt die Krankheit lange geheim

In Hollywood ist die Erkrankung des Schauspielers schon seit einem Jahr ein offenes Geheimnis. Seit mehreren Jahren wird er mit Medikamenten behandelt. Es scheint, als wäre Charlie Sheen durch öffentlichen Druck gezwungen gewesen, sein bislang gut behütetes Geheimnis bekannt zu machen. Aus Angst davor, das Geständnis könnte seiner Karriere schaden, hielt sich der 50-Jährige bislang mit der Enthüllung zurück.

Ein heftiger Vorwurf: Der 50-Jährige soll seinen Sex-Partnerinnen die Infektion verschwiegen haben. Seine Anwälte sind auf mögliche Klagen seiner Ex-Freundinnen vorbereitet.

Charlie Sheen war einst der bestbezahlte Serienschauspieler der Welt, sorgte jedoch zunehmend mit Alkohol- und Drogen-Exzessen für Schlagzeilen. Im Jahr 2011 verlor er schließlich seine wohl berühmteste Rolle in der Sitcom „Two and a half Men“. Bekannt gemacht hatte den Schauspieler der preisgekrönte Anti-Kriegsfilm "Platoon".

 

Rettet ihm die Krankheit das Leben?

Anders als noch vor einigen Jahren ist HIV heute gut behandelbar. Infizierte erhalten üblicherweise eine Kombination aus drei Medikamenten und werden von spezialisierten Ärzten regelmäßig untersucht. Oft senkt die Therapie die Viruslast im Blut sogar so weit, dass ein HIV-Test ein negatives Ergebnis liefern würde.

Heute stellen Versorgungslücken in ärmeren Ländern das größte Problem dar: So erhalten zum Beispiel von drei Millionen HIV-positiven Kindern nur ein Viertel die lebensrettenden Medikamente – mehr als die Hälfte stirbt in den ersten zwei Lebensjahren.

Richtig behandelt haben Infizierte jedoch fast eine normale Lebenserwartung und müssen ihr Leben in der Regel nur geringfügig einschränken. Anders sieht es für Charlie Sheen aus: Bislang führt der Hollywood-Star ein ausschweifendes Leben mit viel Alkohol und anderen Drogen – darauf wird er in Zukunft wohl verzichten müssen. Auf diese vier Dinge muss Sheen in Zukunft achten – am Ende wird er damit vielleicht sogar mit einem längeren Leben belohnt. 

 

Alkohol

Die Deutsche AIDS-Hilfe spricht für HIV-Infizierte zwar kein Alkoholverbot aus, aber sie rät zu einem sehr geringen Konsum. Denn: Ähnlich wie Alkohol schädigen die HIV-Medikamente die Leber. Gemeinsam eingenommen, können sie sehr schnell zu einer Leberzirrhose führen.

 

Rauchen

Studien konnten zeigen, dass HIV-Patienten deutlich häufiger Atemwegsprobleme haben, als der Rest der Bevölkerung. Was die genaue Ursache dafür ist, konnten die Wissenschaftler noch nicht genau sagen. Fest steht: Rauchen ist für HIV-Erkrankte noch schädlicher. Die Empfehlung der AIDS-Hilfe: HIV-Positive sollten mit dem Rauchen aufhören.

 

Sport

„Tägliche Workouts“ haben ihn vor AIDS geschützt, sagte der US-Basketball Star Earvin „Magic“ Johnson. Seine HIV-Beichte am 7. November 1991 machte ihn zu dem ersten Superstar, der offen über die eigene Erkrankung sprach. Natürlich ist das tägliche Training nicht der einzige Grund, warum der Sportler bereits seit mehr als 20 Jahren den Virus in Schach hält – seine gute ärztliche Betreuung spielt sicherlich die wichtigste Rolle. Doch Experten wissen: Sport ist eine wertvolle Ergänzung der HIV-Therapie. Besonders weil sie den Nebenwirkungen der Medikamente wie zum Beispiel einer geschwächten Knochenstruktur, die oft in einer Osteoporose mündet, entgegenwirkt.

 

Ernährung

HIV-Erkrankte altern schneller – das konnten neuere Studien zeigen. Davor schützen sie sogenannte Antioxidantien, wie zum Beispiel Vitamin A, C und E, Resveratrol, Flavonoide und Carotinoide. Quellen dafür sind zum Beispiel Kaffee und Tee sowie Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel oder Bananen. Generell gilt: Eine gesunde und ausgeglichene Ernährung ist für HIV-Erkrankte noch wichtiger als für gesunde Personen.

 

Schlaf

Schlaf ist wichtig für unser Immunsystem. Gerade erst hat eine Studie gezeigt, dass die Abwehrkräfte von Probanden, die lediglich fünf Stunden und weniger pro Nacht schliefen, so geschwächt waren, dass jeder Zweite nach Kontakt mit Erkältungsviren krank wurde. Anders bei denjenigen, die mehr als sieben Stunden schliefen: Ihre Abwehrkräfte konnten in den meisten Fällen die Erreger abwehren. Überhaupt stoßen Forscher auf immer mehr Vorgänge in unserem Körper, bei denen Schlaf eine unverzichtbare Rolle spielt. Eine aktuelle Studie belegt sogar, dass er das Demenzrisiko senken kann. Gerade für HIV-Patienten ist dieser Effekt wichtig, da sie deutlich häufiger von dem Gedächtnisverlust betroffen sind. Die besten Tipps für guten Schlaf finden Sie hier!

Hamburg, 17. November 2015

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