Causticum: Homöopathisches Mittel gegen Rheuma und Blasenschwäche

Veronika Toth Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Causticum ist ein homöopathisches Arzneimittel, das hauptsächlich bei Problemen des Stütz- und Bewegungsapparates, aber auch bei Erkrankungen der Nerven eingesetzt wird. In welchen Fällen eine Einnahme besonders empfehlenswert ist?

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Causticum: Was ist das?

In der Homöopathie wird Causticum auch als „Ätzkalk nach Hahnemann“ bezeichnet. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, schuf den Grundstoff dieser homöopathischen Arznei, den wir heute als Causticum oder auch als Ammonium causticum kennen. Dabei wird frisch gebrannter Kalk aus Marmor mit schwefelsaurem Kalium verarbeitet und verdünnt (potenziert). 

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Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Causticum angewandt?

Causticum kommt bei unterschiedlichen typischen Krankheiten und Zuständen des Körpers zum Einsatz. Heilpraktiker verordnen es häufig bei Beschwerden des Bewegungsapparates sowie bei Hautproblemen. Typische Anwendungsgebiete von Causticum sind:

  • Rheuma
  • Arthritis
  • Gelenkschmerzen
  • Blasenschwäche
  • Heiserkeit
  • Kopfschmerzen
  • Lähmungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verbrennungen
  • trockene Ekzeme
  • Warzen

Der Heilpraktiker fragt auch nach Krankheitszeichen oder Symptomen, die weitere Hinweise auf einen Einsatz von Causticum geben können:

  • Hypersensibilität
  • fortschreitende Lähmungsempfindung (emotional, psychisch, physisch)
  • Schwäche
  • Beine, die sich nachts ruhelos anfühlen
  • steife Gelenke
  • Empfindlichkeit gegenüber Ungerechtigkeit und Unterdrückung
  • Verlangen nach Salz und geräuchertem Fleisch
  • Abneigung gegen Süßes
  • Beschwerden verschlechtern sich durch kalte Luft, trockenes und kaltes Wetter, Zugluft und Durchnässung
  • Beschwerden bessern sich durch feuchtes, nasses Wetter, in warmer Luft und beim Trinken von kaltem Wasser
 

Causticum: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Homöopathische Arzneimittel werden in Form von Streukügelchen (Globuli), Tabletten oder Tropfen verabreicht. Soweit er keine anderen Dosierungen vorschlägt, empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bei der Selbstbehandlung folgende Dosierung: zwei bis drei Streukügelchen der Potenz C12 bis zu viermal am Tag. 

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Causticum: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Heilpraktiker setzen Causticum bei Babys und Kindern meist bei trockenem, schmerzhaftem Husten ein. Aber auch bei Bettnässen, Verbrennungen mit Blasenbildung sowie bei Warzen ist der Einsatz von Causticum laut Homöopathen einen Versuch wert. Eine homöopathische Behandlung von Kindern ersetzt aber nicht den Gang zum Kinderarzt. Er ist der Experte und kann einschätzen, welche Arzneimittel bei welcher Erkrankung sinnvoll sind.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Causticum in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte
Welche Potenzen für welche Krankheitssituationen? in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte
Eisele, M. et al. (2020): Homöopathie für die Kitteltasche. Indikations- und wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart
Lang, M. & Rauh, W. (2013): Homöopathische Behandlung von Kindern: Praxiswissen kompakt. Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Wiesenauer, M. & Elies, M. (2004): Praxis der Homöopathie – Eine praxisbezogene Arzneimittellehre. Hippokrates Verlag, Stuttgart

Wiesenauer, M. & Kirschner-Brouns, S. (2012): Homöopathie – Das große Handbuch. Gräfe und Unzer, München

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