Candy Crush als Schmerzmittel?

Candy Crush
Candy Crush kann das Daumengelenk schädigen - sogar ohne, dass die Betroffenen es direkt merken © Shutterstock

Ein Mann verletzt seinen Daumen schwer, weil er zu viel Candy Crush spielt. Er macht trotzdem weiter. Wissenschaftler ziehen daraus zwei spannende Schlüsse.

Einem 29-jährigen Kalifornier reißt die Sehne im Daumen. Der Grund: Er hat zu lange Candy Crush auf dem Smartphone gespielt. Von diesem Fall berichten Ärzte in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine. Sie beschreiben damit zum ersten Mal eine Verletzung, die direkt durchs Spielen auf dem Touchscreen verursacht wurde.

 

Sehnenriss durch Candy Crush

Der Mann spielte täglich zwischen sechs und acht Stunden Candy Crush und nutzte dabei nur seine linke Hand, da er die rechte für seine normalen Alltagsaktivitäten brauchte. Das führte zu einem Sehnenriss – nicht an der üblichen, dünnen, Stelle, sondern an einem sehr dicken Punkt der Sehne.

Doch jetzt kommt erst die wirklich spannende Entdeckung der Mediziner: Trotz dieser äußerst schmerzhaften Verletzung hörte der Mann nicht auf zu spielen. Er sagte den Ärzten sogar, dass er überhaupt keine Schmerzen spüre. Die Autoren der Fallstudie vermuten, dass seine Candy-Crush-Sucht wie ein Schmerzmittel gewirkt haben muss. Sie schreiben: „Videospiele setzen im Gehirn Chemikalien frei, die mit Freude und Aufregung in Verbindung stehen. Sie wirken dadurch ähnlich wie viele Schmerzmittel.“   

Die Forscher wollen jetzt untersuchen, ob die Sucht nach Computerspielen mit chronischen Schmerzen in Verbindung steht. Sollte sich das bestätigen, könnte übermäßiges Spielen eine Form der Selbstmedikation von Betroffenen sein. Das Problem dabei: Die Ursache wird nicht behoben und der Schmerz kann sich verschlimmern. Daher gilt, bei länger anhaltenden Schmerzen sollte die Therapie immer mit einem Arzt besprochen werden.

Hamburg, 17. April 2015

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