Calcium carbonicum: Der Alleskönner unter den homöopathischen Mitteln

Julia Brandt Medizinjournalistin

Das homöopathische Arzneimittel Calcium carbonicum ist ein echter Alleskönner für Kinder, aber auch Erwachsene bis ins hohe Alter. Was sind die Hauptanwendungsgebiete und warum wird es besonders oft in der Behandlung bei Kindern angewandt?

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Calcium carbonicum Hahnemanni wird aus Austernschalenkalk gewonnen

Calcium carbonicum ist ein homöopathisches Arzneimittel, das aus den inneren, weißen Teilen zerbrochener Austernschalen gewonnen wird. Daher wird Calcium carbonicum auch als Austernschalenkalk bezeichnet. Streng genommen handelt es sich jedoch eher um ein Kalkgemisch, das zum Beispiel auch das chemische Element Mangan beinhaltet. Es ist auch bekannt unter Calcium carbonicum Hahnemanni, da es eines der ersten Mittel war, die Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, einsetzte.

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Bei welchen Beschwerden wird Calcium carbonicum angewandt?

Calcium carbonicum gilt als Mittel, das für zahlreiche therapeutische Zwecke eingesetzt werden kann (Homöopathen nennen es "Polychrest"). Es wird in der homöopathischen Medizin für eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten, Zustände und Beschwerden eingesetzt, zum Beispiel bei Infektionen und allgemeiner Infektanfälligkeit, aber auch bei Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenveränderungen.

Weitere Anwendungsgebiete von Calcium carbonicum sind:

  • Kopfschmerzen
  • Magenbeschwerden
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Menstruations- und Schwangerschaftsbeschwerden
  • Nasenpolypen

Leitsymptome, bei denen die Einnahme von Calcium carbonicum angezeigt ist, sind:

  • Müdigkeit und allgemeine Mattheit
  • Ängstlichkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Schweißbildung an Brust, Kopf, Händen und Füßen
  • Bildung von säuerlichem Schweiß
  • Verzögerte Entwicklung (Laufen, Zahnung)
 

Der Calcium carbonicum-Typ und seine Psyche

Gerade bei der Behandlung von chronischeren Krankheitszuständen schauen homöopathische Ärzte oder Heilpraktiker auf Grundcharakteristiken bei Menschen, um klar zu erkennen, ob Calcium carbonicum wirklich zu dem Patienten passt. Wenn zum Beispiel eine Patientin unter Infektanfälligkeit leidet, aber nervös, unruhig und ängstlich ist, wird der Therapeut eher Phosphorus (ein sehr offenes und nervöses Mittel) als Calcium carbonicum verschreiben. Denn der typische Calcium carbonicum Mensch ist eher ruhig und langsam, solide und verantwortungsbewußt. Er neigt dazu, sich zu überarbeiten. Sicherheit spielt eine große Rolle im Leben solcher Menschen. Ängste wie Höhenangst treten bei einer Vielzahl solcher Patienten auf.

 

In welcher Dosierung wird Calcium carbonicum empfohlen?

Wer sich bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Infektanfälligkeit selbst mit Calcium carbonicum behandeln möchte, sollte für die Anwendung die Potenz C12 wählen – das empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Aber auch in der Potenz D6 oder D12 eignet sich das Mittel für den Einsatz in der Hausapotheke.
Homöopathische Mittel werden zum Beispiel in Form von Kügelchen, den sogegannten Globuli, eingenommen. Alternativen sind Tropfen oder Tabletten.

Pro Dosis können bis zu drei Globuli Calcium carbonicum im Mund zerlassen werden. Dann gilt es, die Wirkung abzuwarten. Am Tag kann die Gabe je nach Bedarf bis zu viermal wiederholt werden. Für die bestmögliche Wirkung sollte möglichst eine Viertelstunde vor und nach der Globuli-Einnahme nichts gegessen oder getrunken werden, damit die Globuli über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können.

Globuli-Flaschen und Kügelchen
Globuli Wie helfen Globuli?

 

Calcium carbonicum für Baby und Kind

Calcium carbonicum ist ein echtes Kindermittel in der Homöopathie. Es kommt bei Babys und Kindern zum Beispiel bei Hautausschlägen, etwa im Windelbereich, oder auch zur Unterstützung des Zahnens zum Einsatz. Kinder, die besonders anfällig für Infekte sind oder unter wiederkehrenden Mittelohrentzündungen leiden, sollen ebenfalls vom Austernschalenkalk profitieren. Heilpraktiker setzen Calcium carbonicum außerdem ein, wenn Babys oder Kinder Entwicklungsschritte wie das Laufenlernen eher langsam vollziehen oder die Entwicklung des Skelettsystems gestört ist.

Typische Calcium carbonicum Kinder sind eher kräftig gebaut, häufig müde und sehr anfällig für Erkältungen, besonders in den Wintermonaten. Bei Anstrengung schwitzen sie leicht, der Schweiß riecht dabei oft säuerlich (wie auch Erbrochenes oder der Stuhl). Sie sind meist vorsichtig und ängstlich, können aber auch dickköpfig sein, wenn man sie zu etwas zwingt, das sie nicht mögen. Calcium-Kinder essen gern Süßes wie Gebäck oder Eiscreme. Milch vertragen sie oft nicht.

Bei Säuglingen sollte die Dosierung nicht höher als ein Streukügelchen sein. Bei Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr sind es zwei Globuli, ältere Kinder erhalten maximal drei Globuli. Grundsätzlich gilt: Bei lang anhaltenden und schweren Beschwerden darf die Selbstbehandlung den Besuch beim Kinderarzt nicht ersetzen. Viele Kinderärzte haben eine homöopathische Zusatzausbildung und setzen Calcium carbonicum in der Therapie begleitend ein.  

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Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Bleul, G. et al. (2015): Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs. DZVhÄ, Berlin
Calcium Carbonicum in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

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