Burnout-Symptome bei Männern: Welche Anzeichen gibt es?

Gaby Scheib

Die Diagnose eines Burnouts gestaltet sich bei Männern oft schwieriger als bei Frauen – nicht nur, weil psychische Erkrankungen noch immer mit einem Tabu belegt sind, sondern auch, weil Burnout-Symptome bei Männern leicht missverstanden werden können. Bei welchen Beschwerden sollten die Alarmglocken schrillen?

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Inhalt
  1. Abgeschlagenheit, ständige Müdigkeit: Typische Burnout-Symptome bei Männern
  2. Was sind die Ursachen für einen Burnout bei Männern? 
  3. Was tun bei Burnout? Methoden der Stressbewältigung

Burnout-Symptome bei Männern ähneln denen von Frauen – allerdings zeigen Männer auch ganz spezifische Anzeichen, die sie selbst nicht richtig einordnen können. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) waren 3,3 Prozent der Männer in Deutschland schon einmal von einem Burnout betroffen, während 5,2 Prozent der Frauen darunter gelitten haben. Eine Vorstudie der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. (DGMG) hat sogar ergeben, dass stressbedingte Krankheiten bei Männern dreimal seltener festgestellt werden als bei Frauen. Doch warum ist das so?

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Abgeschlagenheit, ständige Müdigkeit: Typische Burnout-Symptome bei Männern

Ein Burnout ist die Folge von chronischem Stress, der über Wochen und Monate andauert. Urlaub oder Erholungspausen können den Erschöpfungszustand nicht mehr ausgleichen. Insbesondere in der heutigen stressigen Arbeitswelt sind immer mehr Menschen von Burnout betroffen.

Diese Anzeichen können auf einen Burnout hindeuten:

• Emotionale Erschöpfung: Die Betroffenen fühlen sich ausgebrannt, sie leiden unter Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und einem Gefühl der inneren Leere. 
• Entfremdung und Zynismus: Die Einstellung zur Arbeit schlägt ins Negative um, die Haltung wird zynisch – gegenüber Arbeitsbedingungen, aber auch Kollegen. Die Aufgaben werden emotional distanziert und abgestumpft bearbeitet.
• Verminderte Leistungsfähigkeit: Jede Tätigkeit im Beruf oder Alltag wird negativ empfunden; die Betroffenen sind lustlos und unkonzentriert, ihre Leistung lässt nach. 
• Rückzug: Auch das soziale Umfeld wirkt bedrohlich, Freizeitaktivitäten werden immer weniger wahrgenommen.
• Körperliche Burnout-Symptome: Auf den Dauerstress kann auch der Körper reagieren, von Magen-Darm-Problemen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Manche entwickeln auch Angst- oder Panikstörungen.

Dazu treten häufig männerspezifische Symptome auf, wie:

• Verleugnung
• Sexuelle Funktionsstörungen
• Übermäßiger Alkoholkonsum
• Aggressives Verhalten

Die Unterschiede zwischen Burnout und Depression sind fließend, da sich die Krankheitsbilder ähneln. Ein Burnout bezieht sich eher auf einen konkreten Kontext, wie die Arbeit, während eine Depression das gesamte Leben umfasst. Genau trennen lässt sich das aber nicht – Fachleute sprechen deshalb auch von einer Erschöpfungsdepression.

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Was sind die Ursachen für einen Burnout bei Männern? 

Viele Betroffene glauben, dass sie nur durch Leistung Anerkennung finden. Sie haben einen Hang zum Perfektionismus, engagieren sich extrem und zeigen einen besonderen Leistungswillen. Eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt. Treffen solche Menschen auf ein Arbeitsumfeld, bei dem Überlastung und Zeitdruck die Regel ist, wo es kaum Mitbestimmung und Anerkennung gibt, wachsen Frust und Müdigkeit.

Dass Männer dabei weniger häufig von einem Burnout betroffen zu sein scheinen als Frauen, kann auch mit einem geschlechterspezifischen Verständnis zusammenhängen: Männer gestehen sich eine Überlastung viel später ein als Frauen. Psychische Symptome werden häufig nicht so ernst genommen wie körperliche Faktoren. Männer denken häufig noch, dass ein Burnout keine Krankheit ist, sondern eher ein Zeichen von Schwäche.

 

Was tun bei Burnout? Methoden der Stressbewältigung

Wer einen Burnout bei sich oder im Umfeld vermutet, sollte ärztliche bzw. (psycho-)therapeutische Hilfe in Erwägung ziehen. Hier können die Ursachen geklärt und Wege gefunden werden, um Stress zu bewältigen. Daneben können auch Kurse wie Stressmanagement, Progressive Muskelentspannung oder eine Bewegungstherapie helfen, einem Burnout vorzubeugen oder ihn zu behandeln. Wichtig ist vor allem, Burnout-Symptome bei Männern rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Foto: iStock
Geist & Psyche Meditation bei Depression: eine Ergänzung zur Therapie

Quellen:
Burnout rechtzeitig erkennen – auf diese Warnsignale sollte man achten in: Deutscher Bundesverband für Burnout-Prophylaxe und Prävention e.V.
Burnout in: Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V.
Burnout: Die versteckte Depression in: clinicum-alpinum.de
Geschlechtsspezifische Aspekte von Burnout in: Der Mann. Wissenschaftliches Journal für Männergesundheit
Burnout in: stiftung-maennergesundheit.de

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