Burnout-Prävention: So schützen Sie sich

Redaktion PraxisVITA
Hausfrauen sind Burnout-gefährdet
Burnout-Gefahr Mutterschaft: Frauen, die Tag und Nacht für die Familie und im Haushalt arbeiten, sind ebenso gefährdet wie beispielsweise Manager in Spitzenpositionen © Fotolia

Die Herausforderungen im Alltag steigen, wir sollen immer leistungsfähig sein. Doch ständiger Stress schadet Körper und Seele und kann zum Burnout führen. Hier finden Sie die besten Tipps zur Burnout-Prävention.

Keine Kraft mehr. Die Arbeit strengt an. Nichts macht noch Spaß. Was nach einer Depression klingt, kann auch etwas anderes sein: ein Burnout-Syndrom. Bisher wird dieses Phänomen von den Krankenkassen nicht offiziell als Diagnose anerkannt. Dennoch ist es immer häufiger die Ursache für verschiedene Beschwerden – von Schlafstörungen über Bluthochdruck bis zu Immunschwäche. Und es kann ernste Folgen nach sich ziehen, etwa einen Hörsturz. „Der Körper sucht sich ein Ventil“, erklärt Gesundheitspsychologin Dr. Dagmar Siebecke vom Burnon-Zentrum in Düsseldorf.

 

Dauerhaft erschöpft

Häufigste Opfer eines Burnouts – des „Ausbrennens“ – sind Menschen, die (zu) große Anforderungen an sich selbst stellen. Wer immer und überall perfekt sein möchte, stößt irgendwann an seine Grenzen. „Die eigene Messlatte liegt zu hoch, die Ziele können nicht mehr erreicht werden“, sagt die Burnout-Expertin. Dass der Zustand dauerhafter Erschöpfung nicht nur Berufstätige trifft, gab schon vor Jahren eine mittlerweile kaum noch bekannte Untersuchung preis. Ihr Ergebnis: Frauen, die sich Tag und Nacht um Haushalt und Familie kümmern, sind genauso gefährdet wie Manager in Führungspositionen. Sie leiden dann am sogenannten Hausfrauen-Burnout.

 

Sinkende Belastbarkeit

Bei den Müttern kommt zum Gefühl, für das Wohlergehen aller Familienmitglieder verantwortlich zu sein, oft noch mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit hinzu. „Sie werden nie gelobt, sondern erhalten immer nur dann eine Rückmeldung, wenn das Essen nicht schmeckt oder die Hemden nicht ordentlich gebügelt wurden“, sagt Siebecke. So entsteht der Eindruck, den Aufgaben nie gerecht werden zu können. Frustration und sinkende Belastbarkeit sind die Folge – und oft der Versuch, alles noch besser zu machen. Spätestens dann ist es Zeit für eine wirksame Burnout-Prävention.

Zwei Freundinnen unterhalten sich
Das Erkennen der eigenen Situation ist die Voraussetzung für eine Burnout-Prävention. Angehörige und Freunde können dabei helfen – sie bemerken die Problematik häufig vor dem Betroffenen© Shutterstock
 

Burnout-Prävention Schritt eins: Erkennen

Der erste Schritt bei der Burnout-Prävention ist das Erkennen. „Seien Sie wachsam mit sich selbst“, empfiehlt die Gesundheitspsychologin. „Burnout beginnt nicht plötzlich, auch wenn hinterher viele sagen: 'Es war von einem Tag auf den anderen da.'“ Die US-Forscher Herbert Freudenberger und Gail North haben zehn Stufen beschrieben, die dazu führen. Am Anfang stehen extreme Motivation und verstärkter Arbeitseinsatz. Darauf folgt eine leichte Vernachlässigung der privaten Kontakte. Oft merken Familienmitglieder oder Freunde schon vor den Betroffenen, dass etwas nicht stimmt.

Die nächsten Stufen eines Burnouts beinhalten erste Fehlleistungen – Aufgaben werden nicht mehr problemlos bewältigt –, wachsende Ungeduld und das Feststellen des Leistungsabfalls, für den aber stets Ausreden gefunden werden. „Bei diesen Power-Typen passt das nicht ins Bild. Es wird geleugnet“, so Siebecke. Doch spätestens, wenn das Leben nur noch aus Arbeit oder Haushalt besteht, sollte die Notbremse gezogen werden – sonst kann ein Zusammenbruch kaum mehr verhindert werden.

 

Burnout-Prävention Schritt zwei: Sich selbst spüren

Wer seine eigenen Bedürfnisse lange vernachlässigt hat, muss allerdings erst wieder herausfinden, was ihm guttut. Für den einen ist Gartenarbeit der richtige Weg zum Auftanken, für den anderen ein Kinobesuch. Das Körpergefühl lässt sich am besten mit leichtem Sport zurückgewinnen. Laut Burnout-Expertin werden dadurch „Stresshormone abgebaut, man spürt sich wieder selbst“.

 

Burnout-Lotsen weisen den Weg

Nicht immer gelingt der Ausstieg aus der Frustfalle ohne fremde Hilfe. Dann sind eine ambulante Psychotherapie oder ein privates Training sinnvoll. „Burnout-Lotsen“ (www.burnout-lotsen.de) vermitteln Therapeuten. Für die Burnout-Prävention sind außerdem Stressmanagement-Seminare sinnvoll, beispielsweise vom Burnon-Zentrum (www.burnon-zentrum.de).

Bruce Darnell litt unter Burnout
"Das Supertalent"-Juror Bruce Darnell litt unter Burnout © imago
 

Der prominente Fall: Bruce Darnell

„Das Supertalent“-Juror Bruce Darnell verlor vor einigen Jahren durch das Ende seiner Model-Karriere den Boden unter den Füßen. Er sah keinen Ausweg und raste mit 220 km/h in eine Baustelle. Absichtlich. Zum Glück überlebte er den schweren Aufprall.

In der Talkshow von Johannes B. Kerner berichtete Darnell 2008, dass er sich völlig leer gefühlt hatte. Therapeuten bescheinigten ihm ein Burnout. Heute hat er frischen Mut gewonnen – sein Trick zum Auftanken: Er gönnt sich regelmäßig eine Auszeit, am liebsten in der Oper.

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