Bundesregierung bestellt Avigan: Hilft das Grippemittel gegen Corona?

Miriam Mueller-Stahl Medizinredakteurin

Die Bundesregierung soll Medienberichten zufolge das Grippemittel Avigan in großen Mengen bestellt haben, um es bei Corona-Patienten einzusetzen. Offenbar soll es gegen COVID-19 helfen.

Person hält Medikamentenverpackungen in der Hand.
Weltweit steigt die Nachfrage nach Avigan (Symbolbild) Foto:  iStock/alvarez

Auf der ganzen Welt wird derzeit nach einem Medikament geforscht, dass Corona-Erkrankten helfen soll. Hoffnungsvoll erscheint neben dem Testen einer Blutplasma-Behandlung derzeit ein möglicher Einsatz des Medikaments Avigan, welches von einer japanischen Tochterfirma des Fujifilm-Konzerns hergestellt wird. Das Arzneimittel kommt eigentlich als Grippemedikament zum Einsatz und verhindert, dass sich Grippeviren im Körper replizieren. Es soll jedoch auch gegen Coronaviren helfen.

 

Erste Studien sollen Wirksamkeit von Avigan gegen Corona bestätigen

Laut der F.A.Z. teilte die chinesische Regierung mit, dass Studien aus Wuhan, dem Ursprungsgebiet des Coronavirus, erfolgversprechend seien, was den Einsatz von Avigan gegen Coronaviren betrifft. Es solle den Heilungsprozess des Körpers unterstützen.

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Bundesregierung bestellt Anti-Grippemittel in großen Mengen

Auf Nachfrage der F.A.Z. soll das Bundesgesundheitsministerium bestätigt haben, dass die Regierung Millionen Packungen des Grippemittels bestellt habe. Avigan solle dann bei Corona-Patienten zum Einsatz kommen.

 

Große Nachfrage nach Avigan auch in anderen Ländern

Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland soll große Mengen des Medikaments bestellt haben. Auch Tschechien und Indonesien seien bereits in Verhandlungen mit der japanischen Regierung zwecks einer Lieferung des Medikaments. In Italien sollen bereits Studien bezüglich der Wirkung des Grippemittels gegen Coronaviren laufen.

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Weitere Medikamente zur Behandlung von COVID-19

Weitere Medikamente, die zur Behandlung von COVID-19 verwendet werden sollen, seien Foipan, Kaletra sowie chloroquinhaltige Medikamente und das Malariamittel-Medikament Hydroxychloroquin. Neben Avigan soll vor allem das Vertrauen in das Anti-Malariamittel Hydroxychloroquin groß sein.

„Die beschafften Arzneimittel werden über Apotheken von Universitätskliniken sowie Apotheken der Behandlungszentren für die stationäre Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten verteilt“, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber der F.A.Z.

Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte wies allerdings darauf hin, dass es bisher keine ausreichenden Studien bezüglich der Wirksamkeit der Medikamente gebe, um tatsächlich eine Wirksamkeit gegen Coronaviren zu bestätigen. Avigan und die anderen Medikamente müssen demnach noch weiteren Tests unterzogen werden.

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Quelle:

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