Bundesinstitut nimmt Billigmedikamente vom Markt

Tabletten in eine Hand geschüttet
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Liste von Billigmedikamenten veröffentlicht, deren Zulassung vorübergehend gestoppt wurde © Fotolia

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat einer Reihe von Nachahmer-Medikamenten die Zulassung entzogen – der Grund sind möglicherweise gefälschte Studien zur Wirksamkeit der Billigmedikamente.

Bevor ein Medikament zum Verkauf zugelassen wird, muss es eine Reihe von Studien durchlaufen, in der seine Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft werden. Bei einer Reihe von Generika (sogenannte Nachahmerpräparate, die mit gleichem Wirkstoff unter einem anderen Markennamen verkauft werden) wurden diese Studien offenbar nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Die EU hob die Zulassung dieser Billigmedikamente darum vorübergehend auf – seit Freitag dürfen sie in deutschen Apotheken nicht mehr verkauft werden.

 

Welche Billigmedikamente sind betroffen?

Erste Auffälligkeiten an den von einem indischen Pharmadienstleister durchgeführten Studien waren bereits 2014 bekannt geworden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stoppte darum schon im Dezember die Zulassung einiger Generika, die seither nicht mehr in deutschen Apotheken erhältlich sind.

Das BfArM veröffentlichte eine Liste der deutschen Medikamente, die von dem Zulassungsstopp betroffen sind, darunter unter anderem Blutdrucksenker und Antidepressiva. Hier können Sie die Aufstellung einsehen.

 

Was sollten Betroffene tun?

Laut Behördenangaben gehen von den vom Markt genommenen Billigmedikamenten keine Gesundheitsgefahren aus. Wer Medikamente von der Liste einnimmt, sollte sie nicht auf eigene Faust absetzen, sondern zunächst mit seinem Arzt oder Apotheker besprechen, welche Alternative in Frage kommt.

 

Kommen die Medikamente zurück auf den Markt?

Um die betroffenen Billigmedikamente wieder in die Apothekenregale zu bringen, sind nun die Hersteller gefragt: Sie müssen neue, verlässliche Studien durchführen, die belegen, wie stark und schnell die Arzneimittel wirken. Die generelle Wirksamkeit des Arzneistoffs müssen sie nicht mehr belegen – denn die wurde bereits im Rahmen des Zulassungsverfahrens des Originalmedikaments nachgewiesen. Haben die Hersteller die entsprechenden Nachweise erbracht, erhält das Medikament seine Zulassung zurück.

Hamburg, 24, August 2015

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