Bulimie-Betroffene verbergen meist die Symptome

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Bulimie äußert sich durch charakteristische Symptome, die Ärzte als Grundlage für die Diagnose heranziehen. Für Außenstehende bleibt das genaue Krankheitsbild der Bulimie allerdings oft im Verborgenen und es werden meist erst langfristige Folgen sichtbar.

Die wichtigsten Anzeichen der Ess-Brech-Sucht sind:

  • Die Betroffenen haben wiederholte Essanfälle (meist mehrmals in der Woche oder sogar mehrmals am Tag), bei denen sie schnell, chaotisch und unkontrolliert große Mengen an Nahrung aufnehmen.
  • Um die Essanfälle zu kompensieren, bringen sie sich zu Erbrechen, nehmen Abführmittel (teils in großen Mengen) ein und/oder schränken zeitweise ihr Essen sehr stark ein.
  • Manche Menschen mit Bulimie nehmen zusätzlich Appetitzügler, Entwässerungsmittel (Diuretika) oder andere vermeintliche „Schlankheitspillen“ ein.
  • Bulimiekranke beschäftigen sich oft ausgiebig mit Lebensmitteln, Diäten und Ernährung im Allgemeinen.
  • Die meisten haben ein sehr geringes Selbstwertgefühl, das stark an ihr Äußeres bzw. ihre Figur geknüpft ist. Entsprechend groß ist die Angst vor einer Gewichtszunahme.

Wenn bei einer Bulimie die Symptome in einem entscheidenden Punkt abweichen, sprechen Psychologen von einer atypischen Bulimie. Ein Beispiel dafür ist der Non-Purging-Typ, also eine Bulimie ohne Erbrechen. Diese Form betrifft etwa zehn Prozent der Erkrankten. Dagegen erleben einige Bulimiekranke auch eigentlich normale Mahlzeiten als „zu viel“ oder „zu ungesund“ und ergreifen entsprechende Gegenmaßnahmen. Hier ist der Übergang zur Magersucht fließend.

Erbrechen nach einer Fressattacke
Nach dem Essanfall kommt die Reue: Selbst ausgelöstes Erbrechen ist bei Bulimie typisch© Fotolia

Für Außenstehende wie Eltern oder Freunde sind bei Bulimie die Symptome oft nur schwer zu erkennen, da die Betroffenen ihre Erkrankung meist sorgfältig vor anderen verstecken. Bei den meisten Bulimiekranken finden Essanfälle und Erbrechen nur zu Hause und im Verborgenen statt. Bei einigen wirkt das Essverhalten sehr schwankend und chaotisch, die meisten machen aber nach außen den Eindruck, sehr kontrolliert und kalorienarm zu essen.

Manchmal werden bei der Bulimie als Folgen des selbst ausgelösten Erbrechens kleine Spuren sichtbar:

  • geplatzte Äderchen in den Augen
  • Wunden am Handrücken (von den eigenen Zähnen)
  • angeschwollene Speicheldrüsen im Gesicht („Hamsterbäckchen“)
  • langfristig auch Schäden an den Zähnen (durch die Magensäure im Mund)

Jedoch zeigt nicht jeder Mensch mit Bulimie diese speziellen Symptome. Auffälliger sind manchmal Anzeichen wie starke Stimmungsschwankungen und ein Rückzug aus der Familie oder dem Freundeskreis. Manche Betroffene beginnen auch, Essen zu horten oder Geld für Lebensmittel zu stehlen; einige zeigen zusätzlich selbstverletzendes Verhalten (SVV).

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