Budesonid – ein Cortisonpräparat mit weniger Nebenwirkungen

Redaktion PraxisVITA

Meiner 45-jährigen Asthma-Patientin geht es schlecht. Seit langem hat sie ein Spray, das ihr zunehmend weniger hilft. Sie hustet ständig, bekommt tagsüber oft kaum Luft. Ein Kollege hat ihr jetzt zusätzlich Cortison-Tabletten verschrieben – ich bin damit immer sehr zurückhaltend. So sehen es auch die Leitlinien. Cortison als Tabletten hat viele Nebenwirkungen, da es überall im Körper wirkt. Sie braucht etwas Besseres.                      

Inhalt
  1. Asthma ist eine Dauerentzündung
  2. Budesonid – ein Cortison ‚vor Ort‘    
  3. Nebenwirkungen von Budesonid
 

Asthma ist eine Dauerentzündung

Beim Asthma greift das Immunsystem ohne Grund die Lunge an. Eine Art Verwechslung. Die Folge: Eine Dauerentzündung in den Bronchien, die zur Verengung und Überempfindlichkeit führt. Ein Reiz und die Bronchien machen ‚dicht‘. Es bildet sich ein zäher Schleim, der Husten und manchmal Luftnot verursacht. Die übliche Behandlung: Ein ‚Notfallspray‘ zum Bronchien-Weiten, damit wieder Luft durchströmt, und Cortison – in zunehmend selteneren Fällen als Tablette, ansonsten als Spray – gegen die Entzündung.             

Asthma-Spray
Krankheiten & Symptome  

Was ist Asthma und wie wird es behandelt?

                         

 

Budesonid – ein Cortison ‚vor Ort‘    

Obwohl meiner Patientin das Inhalieren – morgens und abends – nicht ausreicht, kann sie nicht häufiger inhalieren, da sie sonst durch die Cortison-Überdosierung ihr Immunsystem schwächen und unter anderem Lungenentzündungen riskieren würde. Ihre Rettung: der mit dem Cortison verwandte Wirkstoff Budesonid. Das kann zusammen mit dem Formoterol (als Bronchialerweiterer) nach Bedarf, also öfter, inhaliert werden. Anders als andere Cortison-Sprays hat das Budesonid ein breiteres Wirkfenster (wie wir sagen), wodurch es wenig Nebenwirkungen bei sehr guter Wirkung zeigt: Schwere Asthmaanfälle werden um mehr als ein Drittel reduziert. Auch ohne Cortison-Tabletten.  

AntonioGuillem
Schwere Asthmaanfälle werden mit Budesonid um mehr als ein Drittel reduziert © istock

                             

 

Nebenwirkungen von Budesonid

Budesonid sammelt sich in Mund und Speiseröhre an. Deshalb nach dem Inhalieren essen, trinken oder die Zähne putzen, um den Wirkstoff runterzuspülen. Sonst droht eine Pilzerkrankung im Mund.

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