Bryonia alba - eine Rübe gegen Entzündungen

Die Beeren der Bryonia alba sind hochgiftig. In homöopathischen Medikamenten sind sie hingegen ungefährlich
Die Beeren der Bryonia alba sind hochgiftig. In homöopathischen Medikamenten sind sie hingegen ungefährlich © Fotolia

Ein Arzt leidet jahrelang an einer Entzündung des Brustfells. Keine Medizin kann ihm helfen – bis er eines Tages auf eine Giftpflanze stößt. Ein Stück Medizingeschichte.

James Compton-Burnett quälten heftige Schmerzen in der Brust. Der kräftige Chirurg, der 1840 im englischen Wiltshire geboren wurde, litt unter einer chronischen Brustfellentzündung. Er suchte verzweifelt nach einer Therapie und reiste dafür durch ganz Europa. Lange Zeit glücklos. Eines Tages, so schreibt er in seiner Biografie, fand er zufällig ein Buch über Homöopathie und las darin etwas über die Pflanze Bryonia alba.

Bryonia alba wird im Deutschen „Weiße Zaunrübe“ genannt. Sie rankt sich mehrere Meter an Hecken oder alten Mauern empor, blüht im Sommer weiß, bevor sie schwarze Beeren entwickelt – und ist hochgiftig. Erwachsene sterben, wenn sie rund 40 der Beeren essen. Für Kinder können bereits 15 tödlich sein. Der milchige Saft ihrer Wurzel löst auf der Haut einen heftigen Juckreiz aus. Keine Pflanze, die man gerne als Medizin einnimmt! Doch der Arzt Compton-Burnett las, dass genau diese Giftpflanze Bryonia alba in homöopathischer Dosierung eine Entzündung des Brustfells heilen kann.

 

Bryonia alba als letzte Hilfe

Sei es aus Verzweiflung oder Neugier – obwohl die Homöopathie fast allem widersprach, was der Chirurg bis dahin über Medizin gelernt hatte: Compton-Burnett kaufte sich Bryonia alba, nahm die Pflanze wie empfohlen ein und seine Brustfellentzündung verschwand. Die schnelle Heilung überzeugte ihn von der Homöopathie – auch wenn ihm schleierhaft blieb, wie sie wirkt. „Ich für meinen Teil fordere von der Medizin nur eine Sache: Sie soll heilen!“, schrieb er zu seiner überraschenden Genesung.

James Compton-Burnett war nicht der Einzige, den die Wirkung der Homöopathie überzeugte: Constantin Hering  (1800 – 1880) sammelte eigentlich Material, um eine Abhandlung über die Irrwege der Homöopathie zu schreiben und verletzte sich dabei am Arm. Die Wunde entzündete sich, er erkrankte an einem septischen Fieber und Hering drohte eine Amputation des verletzten Arms. In seiner Verzweiflung versuchte auch er ein homöopathisches Medikament. Es schlug an. So veränderte es seine Ansicht zur Homöopathie.

 

Homöopathie und Schulmedizin

Aber man muss nicht unbedingt in der Vergangenheit suchen, um solche Geschichten zu finden. Auch heute gibt es viele Ärzte, die Homöopathie einsetzen – auch wenn sie zuvor lange daran zweifelten. Oft kommen Sie durch Patienten dazu, denen sie mit der Schulmedizin nicht helfen konnten. Aus der Not betraten sie dann einen neuen Weg und testeten homöopathische Medikamente. Als sie merkten, dass es ihren Patienten besser ging, dachten sie ähnlich wie Compton-Burnett: Wer heilt, hat recht!

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