Brustwarzenschmerzen: Ursachen und Behandlung

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Schmerzen in der Brust können viele Ursachen haben. Von Schmerzen speziell in den Brustwarzen sind meist Frauen während Schwangerschaft oder Stillzeit betroffen – etwa durch größer werdende Milchdrüsen oder einen Milchstau.

Inhalt
  1. Was verbirgt sich hinter Mastodynie als Ursache für beidseitige Brustwarzenschmerzen?
  2. Woher kommen beidseitige Brustwarzenschmerzen bei einer Mastopathie?
  3. Welche Gründe gibt es für einseitige Brustwarzenschmerzen bei einer Mastalgie?
  4. Was sind die Ursachen für Brustwarzenschmerzen in Schwangerschaft und Stillzeit?

Daneben gibt es zahlreiche weitere Gründe für Brustwarzenschmerzen.

 

Was verbirgt sich hinter Mastodynie als Ursache für beidseitige Brustwarzenschmerzen?

Brustwarzenschmerzen sind meist auf hormonelle Ursachen zurückzuführen, etwa auf eine Schwangerschaft, die Stillzeit oder die Wechseljahre. Ärzte sprechen dann von einer Mastodynie. Sie tritt oft abhängig vom weiblichen Zyklus auf. In der zweiten Zyklushälfte steigt vor allem der Spiegel der weiblichen Sexualhormone (Östrogene) an. Bei einigen Frauen macht sich das durch beidseitige Beschwerden wie Spannungsgefühle und Schmerzen vor der Periode bemerkbar. In den Wechseljahren nimmt die Produktion der weiblichen Sexualhormone ab. Dennoch können hormonbedingte Schmerzen in den Brüsten oder der Brustwarzen auftreten, auch im Rahmen einer Hormontherapie.

 

Woher kommen beidseitige Brustwarzenschmerzen bei einer Mastopathie?

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann zudem zu entzündlichen, gutartigen und meist beidseitigen Veränderungen im Brustgewebe führen – der Mastopathie. Eine Mastopathie geht häufig mit Beschwerden wie Schwellungen, Druckgefühlen und Zysten in der Brust einher. Bei diesen Brustwarzenschmerzen wird teilweise Flüssigkeit abgesondert.

 

Welche Gründe gibt es für einseitige Brustwarzenschmerzen bei einer Mastalgie?

Im Gegensatz zur Mastodynie ist die seltenere Mastalgie ein Schmerz in der Brust oder in den Brustwarzen, der nicht hormonell bedingt ist und auch bei Männern vorkommen kann. Mögliche Ursachen für die meist einseitigen Beschwerden sind:

  • Brustzysten
  • gutartige Tumoren
  • gereizte Brustwarzen, etwa aufgrund eines schlecht sitzenden BHs
  • eine Entzündung der Brustdrüsen
  • Brustkrebs

Generell gilt: Bei unklaren oder länger anhaltenden Brustwarzenschmerzen sollte man in jedem Fall den Arzt aufsuchen.

 

Was sind die Ursachen für Brustwarzenschmerzen in Schwangerschaft und Stillzeit?

Schwangere und Stillende leiden besonders häufig unter Brustwarzenschmerzen und Spannungsgefühlen. Der Grund: In der Schwangerschaft werden die Milchdrüsen in den Brustwarzen größer. Auch vergrößern sich die Brüste insgesamt. 

Brust ausstreichen kann einen Milchstau und eine Brustentzündung verhindern
Wohlbefinden Brust ausstreichen: So funktioniert es am besten

Während der Stillzeit können die Brustwarzen zudem durch das häufige Saugen wund werden und sich ein- oder beidseitig entzünden. Eindringende Krankheitserreger können eine solche Entzündung begünstigen. Auch kann ein Milchstau entstehen. Das bedeutet, dass sich Muttermilch in den Brustwarzen staut – zum Beispiel, weil zwischen den einzelnen Stillphasen zu viel Zeit vergeht oder weil das Baby nicht richtig an die Brust angelegt wurde. Symptome eines Milchstaus sind Schmerzen in der Brust und/oder in den Brustwarzen oder Schwellungen bis hin zu einer Brustentzündung (Mastitis). 

Frau legt Baby an ihre Brust zum Füttern
Schwangerschaft & Geburt Stillhütchen: Saug-Helfer für die Kleinen

Wichtig: Eine Entzündung der Brust oder der Brustwarzen kann sich im Körper ausbreiten. Die Schmerzen nehmen dann zu, auch sind Fieber oder grippeähnliche Symptome möglich. Bei länger anhaltenden oder starken ein- oder beidseitigen Beschwerden sollte daher ein Arzt hinzugezogen werden.

Quellen:

Milchstau: Wenn sich die Brust beim Stillen entzündet, in: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin
Brustschmerzen - meist harmlos, in: die pta in der Apotheke
Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, in: Frauenärzte im Netz
Weyerstahl, T., Stauber, M. (2016): Duale Reihe Gynäkologie & Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.