Brustschmerzen (Mastodynie) vor der Periode sind meist harmlos

Redaktion PraxisVITA

Kurz vor der Menstruation beginnt bei vielen Frauen das Übel: Die Brust spannt, sie ist warm und bereitet Schmerzen. Mediziner sprechen bei zyklusabhängigen Brustschmerzen von der sogenannten „Mastodynie“. Erfahren Sie hier, wie es zu den Schmerzen kommt und welche Maßnahmen helfen.

Symptome

Ursachen

Diagnose

Behandlung

Vorbeugung

Eine Frau leidet unter Brustschmerzen
Kurz vor der Menstruation spüren viele Frauen Schmerzen in der Brust. Meist stecken Wassereinlagerungen hinter den Beschwerden© iStock
 

Symptome bei Brustschmerzen: Spannungen, Schwellungen und Druckempfindlichkeit

Etwa zehn Prozent der Frauen leiden vor ihrer Regel unter Brustschmerzen. Die Brust reagiert sehr empfindlich auf Berührungen, sie fühlt sich warm an, sie spannt und schwillt an.

 

Ursachen von Brustschmerzen

Wie kommt es zu diesen Brustschmerzen? Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Meistens hängen sie mit dem Auf und Ab der Hormone kurz vor Beginn des Eisprungs zusammen. Jede Frau hat diese hormonellen Schwankungen. Warum bekommen einige jedoch Schmerzen, während andere keinerlei Beschwerden haben? Jeder weibliche Körper ist individuell und jeder Organismus bildet unterschiedliche Mengen an weiblichen Geschlechtshormonen. Das Hormon Östrogen steuert die Flüssigkeitsansammlungen in der weiblichen Brust. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von „Ödembildung“ (Wassereinlagerungen). Je höher die Östrogen-Werte, desto mehr Wassereinlagerungen. Durch das gestiegene Volumen dehnt sich das Gewebe, es kann zu knotigen Veränderungen oder Spannungsgefühlen in der Brust kommen. Wenn die Menstruation einsetzt, sinkt für gewöhnlich der Östrogenspiegel, sodass die Beschwerden in den überwiegenden Fällen abklingen.

 

Prolaktin baut das Brustgewebe auf und kann damit Brustschmerzen verursachen

Ein weiteres Hormon, das die Brustschmerzen auslöst, ist „Prolaktin“, das auf natürliche Weise im Frauenkörper vorkommt. Es signalisiert dem Brustgewebe, dass eine Schwangerschaft bevorsteht und dass die Drüsenzellen zukünftig Muttermilch produzieren. Daraufhin wird das Gewebe stärker durchblutet und die Drüsenzellen bilden höhere Mengen an Sekret. Prolaktin fördert das Wachstum und die Reifung der Brust.

 

Brustschmerzen sind für gewöhnlich kein Anzeichen für Brustkrebs

Einige Frauen reagieren bei Brustschmerzen panisch, weil sie glauben, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Diese Angst ist in den überwiegenden Fällen unbegründet. Brustkrebs äußert sich in der Regel nicht durch Schmerzen in der Brust. Eine Krebserkrankung ist somit in den überwiegenden Fällen keine Ursache von Brustschmerzen.

 

Bei der Diagnose müssen andere Erkrankungen der Brust ausgeschlossen werden

Für betroffene Frauen ist der Gynäkologe der richtige Ansprechpartner bei Brustschmerzen. Er wird die Patientin ausführlich nach der Krankheitsgeschichte befragen:

  • Seit wann leidet die Patientin unter den Schmerzen?
  • Wann treten die Beschwerden auf?
  • Werden Medikamente eingenommen?

Die Anamnese dient dazu, andere Erkrankungen auszuschließen. Schmerzen in der Brust werden auch durch Stress, Verspannungen oder Depressionen ausgelöst. Darüber hinaus können behandlungsbedürftige Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken, etwa eine Herzinsuffizienz, eine Herzmuskelentzündung oder eine Entzündung der Speiseröhre. Diese Krankheitsbilder weisen allerdings jeweils typische Charakteristika auf, die sich von den Brustschmerzen im Rahmen der weiblichen Menstruation deutlich unterscheiden.

Während der Untersuchung wird der Gynäkologe mittels eines Ultraschallgeräts das Gewebe der Brust auf Auffälligkeiten überprüfen. Er wird die Patientin darüber aufklären, dass die Brustschmerzen hormonelle und keine organischen Ursachen haben. Eine Methode, die Frauenärzten empfehlen, ist das Führen eines sogenannten „Krankheiten-Tagebuchs“. Darin tragen die Patientinnen ein, zu welchem Zeitpunkt sie unter den Beschwerden leiden und wie stark diese ausfallen. Damit können Gynäkologen andere Erkrankungen ausschließen und die Brustschmerzen vom sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS) abgrenzen. Der Übergang von Brustschmerzen zum PMS ist fließend. Das PMS wird jedoch so gut wie immer von weiteren Beschwerden begleitet.

 

Behandlung von Brustschmerzen: Frauenärzte raten dazu, vorerst auf Medikamente zu verzichten

Es gibt zahlreiche Medikamente, die gegen Brustschmerzen eingesetzt werden. Hierzu gehören entzündungshemmende Schmerzmittel oder auch Salben, die das Hormon Progesteron enthalten. Die Salbe dringt in das Brustgewebe ein und gleicht dort den Östrogen-Überschuss aus. Darüber hinaus wirkt sie kühlend, sodass Spannungen abklingen können. Um die Wassereinlagerungen in der Brustzu bekämpfen, eignen sich entwässernde Medikamente, sogenannte „Diuretika“.

Eine Frau trinkt einen Tee
Tee trinken, zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen - alles bewährte Mittel bei Brustschmerzen© iStock

Darüber hinaus haben sich laut Gynäkologen folgende Maßnahmen zur Linderung von Brustschmerzen bewährt:

  • sportliche Bewegung
  • kühlende (Quark-)Umschläge
  • Tee mit Hibiskus, Salbei, Birkenblättern oder Schachtelhalm
  • Präparate mit Mönchspfeffer
  • reduzierter Konsum von Salz, Koffein, Alkohol und Zigaretten
  • wenn ein BH getragen wird, sollte dieser gut sitzen und die Brüste stützen
 

Vorbeugung gegen Brustschmerzen kaum möglich

Mediziner empfehlen ihren Patienten drei Maßnahmen, um die Symptome zu lindern:

  • Kilo runter bei Übergewicht: Viel Fettgewebe produziert höhere Östrogen-Werte, die wiederum die schmerzhaften Wassereinlagerungen in der Brust auslösen können
  • Mäßiger Fleischkonsum: Aufgrund der industriell ausgerichteten Landwirtschaft werden Masttiere häufig mit östrogenhaltigen-Präparaten gefüttert. Diese sollen die Fett- und Wassereinlagerungen in den Tieren erhöhen. Durch einen gemäßigten Fleischkonsum (maximal 600 Gramm pro Woche) gelangt weniger Östrogen in den menschlichen Körper.
  • Mehr Entspannung: Stress fördert die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dieses stimuliert das Wachstum der Brustdrüsen.  Ruhe kann demnach helfen, Brustschmerzen zu lindern.
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