Brustschmerzen vor Periode: Was sind die Ursachen und was hilft?

Kurz vor der Menstruation beginnt bei vielen Frauen das Übel: Die Brust spannt, sie ist warm und bereitet Schmerzen. Wie kommt es zu Brustschmerzen vor der Periode, was hilft – und wie kann man sie von den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft unterscheiden?

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Zwei Drittel aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter Brustschmerzen vor ihrer Periode. Die Brust reagiert dann empfindlich auf Berührungen, sie fühlt sich warm an, sie spannt und schwillt an. Mediziner:innen sprechen bei zyklusabhängigen Brustschmerzen von der sogenannten Mastodynie. Die Schmerzen sind in der Regel hormonell bedingt und ähneln den Beschwerden, die bei Beginn einer Schwangerschaft einsetzen.

Eine Frau fasst sich an die Brust
Brustschmerzen sind ein typisches PMS-Symptom Foto: iStock/AndreyPopov

Brustspannen vor Periode als PMS-Symptom

Zyklusbedingte Brustschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Meistens hängen sie mit dem Auf und Ab der Hormone kurz vor Beginn des Eisprungs zusammen. Verantwortlich für die Flüssigkeitsansammlungen in der Brust ist das Wechselspiel zwischen den beiden weiblichen Hormonen Östrogen und Progesteron. Vom ersten Tag der Periode bis zum Eisprung steigt der Östrogengehalt im Körper an und fällt danach ab, um kurz darauf wieder leicht anzusteigen. Der Verlauf des Progesterongehalts ist genau entgegengesetzt: In der zweiten Zyklushälfte nimmt die Progesteronproduktion zu.

Zu Wassereinlagerungen (Ödemen) kommt es erst, wenn eine sogenannte Östrogendominanz besteht. Das bedeutet, dass der Östrogengehalt im Verhältnis zum Progesteron zu hoch ist – entweder, weil der Körper zu viel Östrogen oder zu wenig Progesteron produziert. Durch die hormonelle Disbalance lagert der Körper mehr Flüssigkeit im Gewebe ein. Je höher die Östrogen-Werte, desto mehr Wassereinlagerungen bilden sich und desto ausgeprägter können die Beschwerden sein. Starke Brustschmerzen vor der Periode zeigen an, dass der Körper viel Flüssigkeit gespeichert hat. Durch das größere Volumen dehnt sich das Gewebe, was knotenartige Veränderungen oder Spannungsgefühlen verursachen kann.

Bei solchen zyklusbedingten Beschwerden sprechen Mediziner:innen vom prämenstruellen Syndrom (PMS) – besonders dann, wenn neben den Wassereinlagerungen weitere Symptome wie etwa Kopf- und Unterleibschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen dazukommen. Wenn die Menstruation einsetzt, sinkt für der Östrogenspiegel, sodass die Beschwerden wieder abklingen.

Gut zu wissen

Wenn die zyklusbedingten hormonellen Veränderungen auf die Psyche schlagen, eine depressive Verstimmung, starke Reizbarkeit und/oder Ängstlichkeit hervorrufen, handelt es sich um PMDS, das prämenstruelle dysphorische Syndrom.

Brustschmerzen vor Periode oder schwanger? Das ist der Unterschied

Ein weiteres Hormon, das die Brustschmerzen auslöst, ist Prolaktin, das auf natürliche Weise im Körper vorkommt. In der zweiten Zyklushälfte bereitet es die Brust auf die Milchproduktion im Falle einer Schwangerschaft vor. Das Gewebe wird stärker durchblutet und die Drüsenzellen bilden höhere Mengen an Sekret. Prolaktin fördert so das Wachstum und die Reifung der Brust.

Dieser Vorgang findet in jedem Zyklus statt, unabhängig davon, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht. Bis zum Zeitpunkt der Einnistung einer befruchteten Eizelle lässt sich also nicht zwischen PMS und ersten Schwangerschaftszeichen unterscheiden. Ausschlaggebend ist dann, wie lange die Beschwerden anhalten – lassen sie nach etwa zwei Wochen mit Einsetzen der Periode nach, handelte es sich dabei um ein „normales“ PMS-Symptom. Wenn die Brustschmerzen nach der Periode anhalten, ist ein Schwangerschaftstest angeraten.

Schmerzende Brüste vor Periode sind kein Anzeichen für Brustkrebs

Einige Frauen reagieren bei Brustschmerzen ängstlich, weil sie glauben, dass die Beschwerden Anzeichen für Brustkrebs sein könnten. Besonders, wenn die Brustschmerzen nicht regelmäßig oder noch nie vor der Periode aufgetreten sind, kann die Sorge groß sein. Diese ist aber in den allermeisten Fällen unbegründet. Hormonelle Disbalancen und daraus resultierende Beschwerden können immer entstehen. PMS entwickelt sich häufig ab dem 30. Lebensjahr. Manche Frauen können dadurch nach vielen beschwerdefreien Jahren zum ersten Mal mit zyklusbedingten Brustschmerzen oder anderen PMS-Symptomen zu tun haben.

Wenn die Schmerzen nach Einsetzen der Periode verschwinden, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass keine tieferliegende Erkrankung vorliegt. Wer sich jedoch unsicher ist oder andere unklare Symptome bei sich bemerkt, sollte in jedem Fall einen Frauenarzt bzw. eine Frauenärztin zurate ziehen.

1 Woche oder 10 Tage vor Periode Brutschmerzen – ist das normal?

Nach dem Eisprung können die ersten PMS-Symptome auftreten, die dann bis zum Einsetzen der Periode anhalten. Im ungünstigsten Fall können die Beschwerden demnach über zwei Wochen dauern. Das ist zwar extrem unangenehm. Besorgniserregend oder gar "unnormal" ist es aber nicht, wenn man länger als ein paar Tage unter einer schmerzenden, geschwollenen Brust vor der Periode leidet.

Starke Brustschmerzen vor der Periode: Was macht die Gynäkologin?

Frauen mit starken Brustschmerzen vor der Periode können sich an ihre Gynäkolog:in wenden. Er/sie wird die Patientin ausführlich nach der Krankheitsgeschichte befragen:

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?

  • Wann treten die Beschwerden auf – in jedem Zyklus oder sporadisch?

  • Liegen körperliche oder psychische Erkrankungen vor?

  • Wie hoch ist der Stresspegel?

  • Wie sieht die Ernährung aus?

  • Werden Medikamente eingenommen?

Zusätzlich folgt eine körperliche Untersuchung und eine Blut- und/oder Urinabnahme, um den Hormonstatus zu überprüfen. Damit lässt sich eine Östrogendominanz feststellen. Während der Untersuchung wird die Gynäkologin zudem mittels eines Ultraschallgeräts das Gewebe der Brust auf Auffälligkeiten überprüfen.

Brustschmerzen vor Periode: Was hilft?

Es gibt verschiedene Medikamente, die gegen Brustschmerzen eingesetzt werden. Hierzu gehören hormonell wirksame Mittel wie die Pille oder auch Salben, die das Hormon Progesteron enthalten. Die Salbe dringt in das Brustgewebe ein und gleicht dort den Östrogen-Überschuss aus. Darüber hinaus wirkt sie kühlend, sodass Spannungen gemildert werden.

Bevor Medikamente eingesetzt werden, wird häufig versucht, die Beschwerden mit pflanzlichen Mitteln zu lindern. Vielen Frauen helfen Mönchspfeffer und Traubensilberkerze gegen die PMS-Beschwerden. Darüber hinaus können auch Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff Diindolylmethan (DIM) einem Östrogenüberschuss entgegenwirken. Denn DIM blockiert die Östrogenrezeptoren, sodass das Hormon dort nicht mehr andocken kann.

Daneben können auch folgende Maßnahmen zur Linderung von Brustschmerzen beitragen:

  • sportliche Bewegung

  • Stressabbau

  • kühlende (Quark-)Umschläge

  • Tee mit Hibiskus, Salbei, Birkenblättern oder Schachtelhalm

  • reduzierter Konsum von Salz, Koffein, Alkohol und Zigaretten

  • entwässernde Lebensmittel wie Bananen oder Kartoffeln

Kann man Brustschmerzen vor der Periode vorbeugen?

Brustschmerzen vor der Periode zuverlässig vorzubeugen, ist nur schwer möglich; Mediziner:innen empfehlen ihren Patientinnen jedoch drei Maßnahmen, um die Symptome zu lindern:

  • Kilos runter bei Übergewicht: Viel Fettgewebe produziert höhere Östrogenwerte, die wiederum die schmerzhaften Wassereinlagerungen in der Brust auslösen können.

  • Mäßiger Fleischkonsum: Aufgrund der industriell ausgerichteten Landwirtschaft werden Masttiere häufig mit östrogenhaltigen-Präparaten gefüttert. Diese sollen die Fett- und Wassereinlagerungen in den Tieren erhöhen. Durch einen gemäßigten Fleischkonsum (maximal 600 Gramm pro Woche) gelangt weniger Östrogen in den menschlichen Körper.

  • Mehr Entspannung: Stress fördert die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dieses stimuliert das Wachstum der Brustdrüsen. Stressabbau kann demnach helfen, Brustschmerzen zu lindern.

Mit diesen Mitteln lassen sich Brustschmerzen vor der Periode in der Regel zumindest eindämmen – bei starken Beschwerden sollten Betroffene jedoch mit ihrer Gynäkologin über andere Behandlungsmethoden sprechen.

Quellen:

Benigne Erkrankungen der weiblichen Brust, in: aerzteblatt.de

Prämenstruelles Syndrom (PMS), in: msdmanuals.com/de

Why are my breasts sore before a period?, in: medicalnewstoday.com