Brustschmerzen vor der Periode: Ursachen und was hilft?

Kurz vor der Menstruation beginnt bei vielen Frauen das Übel: Die Brust spannt, sie ist warm und bereitet Schmerzen. Wie kommt es zu Brustschmerzen vor der Periode und kann man sie von ersten Anzeichen einer Schwangerschaft unterscheiden?

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Mediziner sprechen bei zyklusabhängigen Brustschmerzen von der sogenannten Mastodynie. Die Brustschmerzen vor der Periode sind in der Regel hormonell bedingt und ähneln den Beschwerden, die bei Beginn einer Schwangerschaft einsetzen.

Brust-Ziehen, warme Brust und Brustspannen vor der Periode

Etwa zehn Prozent der Frauen leiden vor ihrer Regel unter Brustschmerzen und einem unangenehmen Ziehen in der Brust. Die Brust reagiert sehr empfindlich auf Berührungen, sie fühlt sich warm an, sie spannt und schwillt an.

PMS: Brustschmerzen als Symptom

Wie kommt es zu diesen Brustschmerzen? Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Meistens hängen sie mit dem Auf und Ab der Hormone kurz vor Beginn des Eisprungs zusammen. Jede Frau hat diese hormonellen Schwankungen. Warum bekommen einige jedoch Schmerzen, während andere keinerlei Beschwerden haben?

Jeder weibliche Körper ist individuell und jeder Organismus bildet unterschiedliche Mengen an weiblichen Geschlechtshormonen. Das Hormon Östrogen steuert die Flüssigkeitsansammlungen in der weiblichen Brust. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von „Ödembildung“ (Wassereinlagerungen). Je höher die Östrogen-Werte, desto mehr Wassereinlagerungen. Durch das gestiegene Volumen dehnt sich das Gewebe, es kann zu knotigen Veränderungen oder Spannungsgefühlen in der Brust kommen.

Wenn die Menstruation einsetzt, sinkt für gewöhnlich der Östrogenspiegel, sodass die Beschwerden in den überwiegenden Fällen abklingen.

Bei solchen zyklusbedingten Beschwerden sprechen Mediziner:innen vom sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS) – besonders dann, wenn neben den Brustschmerzen weitere Symptome wie Kopf-, Unterleibs- und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, verändertes Essverhalten und Wassereinlagerungen in anderen Körperteilen dazukommen.

Was ist der Unterschied zwischen Brustschmerzen vor der Periode und in der Schwangerschaft?

Ein weiteres Hormon, das die Brustschmerzen auslöst, ist Prolaktin, das auf natürliche Weise im Frauenkörper vorkommt. In der zweiten Zyklushälfte bereitet es die Brust auf die Milchproduktion im Falle einer Schwangerschaft vor. Das Gewebe wird stärker durchblutet und die Drüsenzellen bilden höhere Mengen an Sekret. Prolaktin fördert so das Wachstum und die Reifung der Brust.

Dieser Vorgang findet in jedem Zyklus statt, unabhängig davon, ob es zu einer Schwangerschaft kommt oder nicht. Bis zum Zeitpunkt einer eventuellen Einnistung lässt sich also nicht zwischen PMS und ersten Schwangerschaftszeichen unterscheiden. Ausschlaggebend ist dann, wie lange die Beschwerden anhalten – lassen sie nach etwa zwei Wochen mit Einsetzen der Periode nach, handelte es sich dabei um ein „normales“ PMS-Symptom. Bleiben sie bestehen, ist ein Schwangerschaftstest angeraten.

Brustschmerzen sind für gewöhnlich kein Anzeichen für Brustkrebs

Einige Frauen reagieren bei Brustschmerzen panisch, weil sie glauben, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Diese Angst ist in den überwiegenden Fällen unbegründet. Brustkrebs äußert sich in der Regel nicht durch Schmerzen in der Brust. Eine Krebserkrankung ist somit in den allermeisten Fällen keine Ursache von Brustschmerzen.

Starke Brustschmerzen vor der Periode: Was macht die Gynäkologin?

Frauen mit starken Brustschmerzen vor der Periode können sich an ihre Gynäkolog:in wenden. Sie wird die Patientin ausführlich nach der Krankheitsgeschichte befragen:

  • Seit wann leidet die Patientin an den Schmerzen?
  • Wann treten die Beschwerden auf?
  • Werden Medikamente eingenommen?

Die Anamnese dient dazu, Erkrankungen wie Hormonstörungen (beispielsweise einen Östrogenüberschuss) auszuschließen. Schmerzen in der Brust werden auch durch Stress, Verspannungen oder Depressionen ausgelöst. Darüber hinaus können behandlungsbedürftige Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken, etwa eine Herzinsuffizienz, eine Herzmuskelentzündung oder eine Entzündung der Speiseröhre. Diese Krankheitsbilder weisen allerdings jeweils typische Charakteristika auf, die sich von den Brustschmerzen im Rahmen der weiblichen Menstruation deutlich unterscheiden.

Während der Untersuchung wird die Gynäkologin mittels eines Ultraschallgeräts das Gewebe der Brust auf Auffälligkeiten überprüfen.

Brustschmerzen vor der Periode: Was hilft?

Es gibt zahlreiche Medikamente, die gegen Brustschmerzen eingesetzt werden. Hierzu gehören entzündungshemmende Schmerzmittel oder auch Salben, die das Hormon Progesteron enthalten. Die Salbe dringt in das Brustgewebe ein und gleicht dort den Östrogen-Überschuss aus. Darüber hinaus wirkt sie kühlend, sodass Spannungen abklingen können. Um die Wassereinlagerungen in der Brust zu bekämpfen, eignen sich entwässernde Medikamente, sogenannte „Diuretika“.

Darüber hinaus haben sich laut Gynäkolog:innen folgende Maßnahmen zur Linderung von Brustschmerzen bewährt:

  • sportliche Bewegung
  • kühlende (Quark-)Umschläge
  • Tee mit Hibiskus, Salbei, Birkenblättern oder Schachtelhalm
  • Präparate mit Mönchspfeffer
  • reduzierter Konsum von Salz, Koffein, Alkohol und Zigaretten
  • wenn ein BH getragen wird, sollte dieser gut sitzen und die Brüste stützen

Kann man Brustschmerzen vor der Periode vorbeugen?

Brustschmerzen vor der Periode sicher vorzubeugen, ist kaum möglich; Mediziner:innen empfehlen ihren Patientinnen jedoch drei Maßnahmen, um die Symptome zu lindern:

  • Kilos runter bei Übergewicht: Viel Fettgewebe produziert höhere Östrogenwerte, die wiederum die schmerzhaften Wassereinlagerungen in der Brust auslösen können.
  • Mäßiger Fleischkonsum: Aufgrund der industriell ausgerichteten Landwirtschaft werden Masttiere häufig mit östrogenhaltigen-Präparaten gefüttert. Diese sollen die Fett- und Wassereinlagerungen in den Tieren erhöhen. Durch einen gemäßigten Fleischkonsum (maximal 600 Gramm pro Woche) gelangt weniger Östrogen in den menschlichen Körper.
  • Mehr Entspannung: Stress fördert die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dieses stimuliert das Wachstum der Brustdrüsen. Ruhe kann demnach helfen, Brustschmerzen zu lindern.

Mit diesen Mitteln lassen sich Brustschmerzen vor der Periode in der Regel zumindest eindämmen – bei starken Beschwerden sollten Betroffene jedoch mit ihrer Gynäkologin über Schmerzmittel sprechen.

Quellen:

Benigne Erkrankungen der weiblichen Brust, in: aerzteblatt.de

Prämenstruelles Syndrom (PMS), in: msdmanuals.com/de

Why are my breasts sore before a period?, in: medicalnewstoday.com