Brustoperationen: Alles über Vergrößerung, Verkleinerung und Straffung

Michelle Kröger

Es gibt verschiedene Gründe, die Menschen zu einer Brustoperation bewegen können. Und so unterschiedlich wie die Ursachen sind auch die Ansprüche an eine Behandlung.

Junge Frau fasst sich an die Brüste
Vor der endgültigen Entscheidung für oder gegen eine Brustoperation findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt Foto:  istock/motortion
Inhalt
  1. Drei Arten der Brustoperation: Vergrößerung, Verkleinerung und Straffung
  2. Ursachen und Gründe für eine Brustoperation
  3. Gibt es Brustoperationen auch bei Männern?
  4. Behandlungsverlauf: Vom Vorgespräch bis zum Kontrollbesuch
  5. Nach einer Brustoperation – worauf sollten Sie achten?
  6. Die Risiken und Nebenwirkungen einer Brust OP
  7. Finanzierung: Was kostet eine Brustoperation?

Unser Experte: Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Präsident der VDÄPC – Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Er informiert über Risiken und Verfahren von Brustoperationen.

 

Drei Arten der Brustoperation: Vergrößerung, Verkleinerung und Straffung

Bei Frauen gibt es grundsätzlich drei verschiedene Arten der Brustoperation:

  • die Brustvergrößerung mit einem Brustimplantat
  • die Brustverkleinerung und
  • die Bruststraffung.

Die Vergrößerung und Verkleinerung können jeweils durch eine Straffung ergänzt werden. „Mittlerweile stark zugenommen hat die Vergrößerung mit Straffung, die sogenannte Augmentationsmastopexie, insbesondere nach stattgehabter Stillzeit”, erklärt der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Prof. Dr. med. Dennis von Heimburg. „Bei Frauen, die stark unter der zu großen Brust leiden und körperliche Probleme damit haben, sind auch Verkleinerungen nach wie vor nachgefragt. Eine weitere, kleinere Gruppe sind Frauen, die sich die Brust formen lassen, insbesondere fehlgebildete Brüste”, berichtet er weiter. „Die häufigsten Operationen an der Brust sind aber die Vergrößerungen mit Implantaten, alternativ mit Fettverpflanzung oder in Kombination”, so Dr. von Heimburg.

 

Ursachen und Gründe für eine Brustoperation

“Mögliche Gründe für eine Brustoperation sind die Unzufriedenheit mit der Brust, Beklagen der fehlenden Weiblichkeit, die Patientin findet keinen BH oder sie möchte wieder eine Brust, wie sie früher war. Möglich sind auch körperliche Beschwerden, beispielsweise aus Gründen der Haltung, wenn die Brust zu schwer oder asymmetrisch ist”, führt Dr. von Heimburg auf.

Die häufigste Ursache für eine Brust-OP ist die ganz natürliche, altersbedingte Erschlaffung der Haut, denn mit zunehmendem Alter verliert die Haut am gesamten Körper an Volumen und Spannkraft. Von diesem Prozess ist auch die Haut an der Brust nicht ausgenommen und dies wirkt sich auf die Position der Brüste aus. Sie sinken etwas ab und fühlen sich möglicherweise auch nicht mehr so prall an wie früher einmal. Doch auch unabhängig vom Alter können wie zuvor schon erwähnt eine Schwangerschaft oder eine sehr starke und schnelle Gewichtsreduktion erschlaffte Brüste verursachen. Im schlimmsten Fall können durch große Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper psychische Probleme auftreten und zu einer täglichen Belastung werden. Aus diesem Grund zählen auch psychische Faktoren als mögliche Gründe für eine Brustoperation.

 

Gibt es Brustoperationen auch bei Männern?

“Ja, und dies nimmt stark zu. Hier vor allem Entfernung der Männerbrust aber auch die Formung des Brustkorbs bzw. Muskelbilds bei Männern”, berichtet Dr. von Heimburg. Männer ergreifen somit zunehmend die Möglichkeit der Brustverkleinerung. “Insbesondere gesteigertes Körperbewusstsein, körperbetonte Kleidung ("slim fit") und vermehrtes Fitnesstraining (Brust wird aber nicht wegtrainiert) sind verantwortlich. Der Wunsch nach einem möglichst perfekten Körper ist bei Männern heute so groß wie noch nie zuvor. Beim Mann bedeutet dies insbesondere auch die Formung des Körpers sowie die Definierung der Körperoberfläche”, erklärt der Experte den Wandel weiter.

 

Behandlungsverlauf: Vom Vorgespräch bis zum Kontrollbesuch

Bei einer Brustoperation beispielsweise der Brustvergrößerung dauert die Operation selbst in der Regel ein bis zwei Stunden. Da es sich hierbei um einen größeren Eingriff handelt, wird er bei Vollnarkose stationär durchgeführt und ist mit einem Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen verbunden – je nach Patient gibt es hier individuelle Anpassungen. Doch allein die OP umfasst noch lange nicht die gesamte Behandlung.

“Am Anfang findet ein erstes ergebnisoffenes Gespräch von zirka 45 bis 60 Minuten statt. Teilweise wird es anschaulich mit virtueller Realität (Morphing) über das spätere Resultat durchgeführt. Im Erstgespräch werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit allen Vor- und Nachteilen erklärt. Dies beinhaltet auch die Erklärung aller möglichen Komplikationen, Unannehmlichkeiten sowie auch die Heilungszeit, Information zur Nachsorge, und die entstehenden Kosten”, sagt Dr. von Heimburg. “Vorher wird gegebenenfalls, je nach Alter und Risiko, eine Mammographie oder Sonographie durchgeführt”, ergänzt der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. “Dann findet am Vortag nochmals ein Gespräch statt und Fotos werden gemacht. Nach der OP finden mindestens zwei weitere Termine statt”, so Dr. von Heimburg weiter.

 

Nach einer Brustoperation – worauf sollten Sie achten?

Besonders wichtig ist es, dass Sie sich nach einer Brust-OP erst einmal schonen. Folgendes sollten Sie innerhalb der ersten Wochen in jedem Fall beachten:

  • Hygiene: Kein Duschen vor dem Entfernen des Verbands (in der ersten Woche).
  • Ruhephasen und Sportverzicht: “Zirka drei Wochen überhaupt kein Sport, nach Implantatoperation acht Wochen kein Sport”, rät Dr. von Heimburg.
  • Der richtige BH: Innerhalb der ersten Wochen sollten Sie einen medizinischen BH (Stütz-BH) tragen, keinen Push-up.
  • Narbenpflege: Mindestens zwei Monate lang Narben mit Salben und Pflastern behandeln.
 

Die Risiken und Nebenwirkungen einer Brust OP

Die Risiken und Nebenwirkungen einer Brustoperation richten sich auf der einen Seite danach, ob es sich um eine Brustvergrößerung, Brustverkleinerung oder Bruststraffung handelt. Auf der anderen Seite aber auch nach dem Patienten selbst, beispielsweise danach, wie alt er oder sie ist, wie die individuelle Krankheitsgeschichte aussieht und wie der Gesundheitszustand ausfällt.

Eine pauschale Aussage zu den Risiken und Nebenwirkungen einer Brustoperation lässt sich somit nicht geben. „Das hängt sehr von der jeweiligen Operation ab”, bestätigt auch Dr. von Heimburg. „Jede Operation hat allgemeine und spezielle Komplikationsmöglichkeiten. Zum Beispiel sind die Schmerzen bei Vergrößerung unter dem Muskel stärker, über dem Muskel aber dagegen kaum. Im individuellen Gespräch werden vom Facharzt mögliche Risiken erklärt”, sagt er.

Allgemein gelten die Risiken einer jeden Operation unter Vollnarkose. Hinzu kommen bei einer Brustvergrößerung mit Implantat allerdings zusätzlich die Risiken des Brustimplantates an sich. Diese können beispielsweise aus mangelhaften Materialien beschaffen sein oder auch Risse aufweisen. Dies ist zwar selten der Fall, allerdings muss Ihr behandelnder Arzt Sie darüber informieren. Auch ein ästhetischer Misserfolg kann eintreten – etwa in Form von Narben, Dehnungsstreifen oder Falten am Implantat, sowie einer Asymmetrie der Brust. Dieser ist aber im vorhinein kaum absehbar. 

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Finanzierung: Was kostet eine Brustoperation?

„Die Kosten belaufen sich auf ab 3.500 Euro für eine sehr einfache Straffung bis zu 8.000 Euro für kompliziertere Augmentationsmastopexien”, sagt Experte Dr. von Heimburg. Ob die Krankenkasse einen Teil der Kosten trägt, hängt ganz vom individuellen Fall des Patienten ab. Die meisten privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zum Beispiel die Kosten für eine Brustoperation hauptsächlich im Falle einer Krankheit. Auch die Kosten für eine Brustverkleinerung wegen starken Rücken- und Nackenschmerzen, die die Betroffenen im Alltag einschränken, werden in der Regel von den Krankenkassen getragen. Wer seine Brüste aber rein aus ästhetischen Gründen operieren lassen möchte, muss meist selbst tief in die Tasche greifen.

Quellen:

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