Brustkrebs: Wie wird die Diagnose gestellt?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Über 80 Prozent der Brustkrebs-Fälle werden im Rahmen einer Selbstuntersuchung der Brust entdeckt – für eine sichere Diagnose sind aber weitere Untersuchungen notwendig.

Wenn eine Frau einen Knoten in der Brust ertastet, ist sie zunächst verunsichert. Deshalb ist es wichtig, den Verdacht möglichst schnell ärztlich abklären zu lassen.

 

Mammografie – ein wichtiges Verfahren, um die Brustkrebs-Diagnose zu stellen

Der Arzt stellt zunächst einige Fragen, zum Beispiel ob die Patientin bereits früher einmal an Brustkrebs oder einer anderen Krebsart erkrankt war oder ob in der Familie schon einmal jemand ein Mammakarzinom hatte. Anschließend tastet er ebenfalls die Brust ab. Hat auch er den Verdacht, dass es sich bei dem Knoten in der Brust um Brustkrebs handeln könnte, ordnet er weitere Untersuchungen an.

Mammografie sinnvolle Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs
Die Mammografie ist eine sinnvolle Untersuchung im Rahmen der Diagnostik und zur Früherkennung von Brustkrebs© shutterstock

Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung und das derzeit wichtigste Verfahren, um die Brustkrebs-Diagnose zu stellen. Dabei steht die Frau vor dem Mammografie-Gerät und die Brüste werden mit zwei strahlendurchlässigen Plexiglasplatten möglichst plattgedrückt. Dies kann unangenehm sein, ist für ein sicheres Ergebnis der Untersuchung aber notwendig: Je flacher die Brüste aufliegen, desto aussagekräftiger ist später das Röntgenbild. Das Mammografie-Gerät durchleuchtet die Brust dann von oben nach unten und schräg von der Mitte zur Seite. Das Ergebnis sind zweidimensionale Röntgenbilder, auf denen der Arzt mögliche Veränderungen der Brust erkennen kann. Auch Krebsvorstufen können mit einer Mammografie entdeckt werden. 

 

Brustkrebs-Diagnose mittels BIRARDS-System

Das sogenannte BIRADS-System – oft auch nur mit einem B abgekürzt – hilft dem Arzt, das Mammografie-Ergebnis zu beurteilen und gegebenenfalls die Brustkrebs-Diagnose zu stellen:

  • BIRADS I (B1): Mammografie unauffällig
  • BIRADS II (B2): Knoten in der Brust ist gutartig, kein Krebsverdacht
  • BIRADS III (B3): Veränderung der Brust, die wahrscheinlich gutartig ist (unklarer Befund)
  • BIRADS IV (B4): Veränderung der Brust, die bösartig sein könnte
  • BIRADS V (B5): Veränderung der Brust ist sehr wahrscheinlich ein Mammakarzinom
 

Brustkrebs-Diagnose kann mit einer Gewebeprobe gesichert werden

Mit dieser Einteilung entscheidet der Arzt, was weiter zu tun ist: Bei den Stufen 1 und 2 sind keine weiteren Maßnahmen notwendig. Die Betroffene hat keinen Brustkrebs. Bei Stufe 3 ist es unwahrscheinlich, dass Brustkrebs vorliegt. Zur Sicherheit sollte die Patientin die Veränderung der Brust aber regelmäßig kontrollieren lassen. Bei den BIRADS-Stufen 4 und 5 entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus der Brust (Biopsie), um die Brustkrebs-Diagnose zu sichern.

Brustkrebs-Diagnose mittels Ultraschall
Neben der Mammografie spielt auch die Ultraschalluntersuchung der Brust eine wichtige Rolle bei der Brustkrebs-Diagnose© alamy
 

Ultraschalluntersuchung für die Brustkrebs-Diagnose genauso wichtig wie die Mammografie

Neben der Mammografie spielt auch die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Brust eine wichtige Rolle beim Stellen der Brustkrebs-Diagnose. Bei jüngeren Frauen unter 40 Jahre, bei Schwangeren und Stillenden sollte die Brust vor einer Mammografie erst mit Ultraschall untersucht werden, um die Strahlenbelastung zu vermeiden. Außerdem ist das Brustgewebe bei jungen Frauen oft recht fest – die Röntgenbilder einer Mammografie sind dann schwieriger zu beurteilen. Gutartige Knoten in der Brust kann der Arzt mit Ultraschall in der Regel bereits erkennen, sodass eine Mammografie überflüssig ist. Nur bei einem unklaren Ultraschallbefund ist eine Mammografie sinnvoll. Bei über 40-Jährigen ergänzt die Ultraschalluntersuchung die Mammografie. Frauen mit regelmäßigem Menstruationszyklus oder die Hormone einnehmen (z. B. Anti-Baby-Pille, Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden) haben oft ebenfalls noch ein festes Brustgewebe wie jüngere Frauen. Außerdem kann die Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein bei Frauen mit Brustimplantaten.

Eine Mammografie oder Ultraschalluntersuchung allein reicht nicht aus, um ein Mammakarzinom zweifelsfrei festzustellen. Sie gibt zwar deutliche Hinweise – letzte Gewissheit bringt aber nur eine Gewebeuntersuchung. Dazu entnimmt der Arzt mit einer Hohlnadel ein kleines Stück aus dem Knoten in der Brust. Der Eingriff ist meist unter örtlicher Betäubung und ohne Krankenhauseinweisung (ambulant) möglich. Die Gewebeprobe wird in einem spezialisierten Labor untersucht. Dies kann ein paar Tage dauern. Danach steht jedoch in den meisten Fällen relativ sicher fest, ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt ist.

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