Brustkrebs-Metastasen: Neuer Test erspart Patientinnen Chemotherapie

Gute Nachrichten für Brustkrebs-Patientinnen: Neuer Prä-Test erspart in vielen Fällen die Chemo-Therapie
Keine Chemo nötig: Dank eines neuen Tests, der das Risiko für Brustkrebs-Metastasen vorhersagen kann, könnte vielen Patientinnen die strapaziöse Chemotherapie erspart bleiben © Corbis

Mit einem neuartigen Testverfahren gelingen Forschern präzise Prognosen, wie hoch das Risiko für Brustkrebs-Metastasen ist – also ob ein Mammakarzinom streuen wird. Somit könnten zukünftig viele Frauen mit Brustkrebs schonender behandelt und die Strapazen und Risiken der Chemotherapie vermieden werden.

 

Brustkrebs im Frühstadium muss nicht mehr aggressiv therapiert werden

Mit bisherigen Tests auf bestimmte genetische Marker oder Proteinspuren lässt sich das Risiko, dass der Brustkrebs streut – also anderswo im Körper Burstkrebs-Metastasen bildet – nicht sicher bestimmen.

Um die Ausbreitung der Tumorzellen so weit wie möglich auszuschließen, müssen sich daher auch Brustkrebspatientinnen Chemotherapien unterziehen, deren Krebs vielleicht gar nicht gestreut hätte. Wenn mit der neuen Technologie sicherere und präzisere Vorhersagen möglich sind, müsste Brustkrebs im Frühstadium nicht mehr auf diese Weise „übertherapiert" werden.

 

Forscher sagen Risiko für Brustkrebs-Metastasen präzise voraus

Das nun vorgestellte Testverfahren wurde von einem Forscherteam des National Cancer Institute (NCI) an der Yeshiva University und dem Montefiore Einstein Center for Cancer Care in den USA entwickelt. Bei dem Test werden potentielle Risikogebiete für das Eindringen von Tumorzellen in den Blutkreislauf über Blutgefäße gemessen, wodurch eine sehr genaue Vorhersage des individuellen Risikos für die Ausbreitung von Tumorzellen in Form von Fernmetastasen möglich ist. Fernmetastasen oder sogenannte hämatogene Metastasen verbreiten sich mithilfe von Tumorzellen durch das Eindringen in den Blutkreislauf im ganzen Körper.

 

Test identifiziert Brustkrebs-Metastasen förderndes Zell-Trio

Fernmetastasen sind laut Forscherteam der häufigste Grund, warum Frauen an Brustkrebs sterben. Die Studie zeigt: Mediziner können mithilfe des Tests in Zukunft sehr genau das Potential für eine Metastasierung vorhandener Tumorzellen vorhersagen. Die Forscher erklärten, dass ein Tumor in den meisten Fällen erst Metastasen ausbildet, wenn drei bestimmte Zell-Typen gleichzeitig im Bereich einer Blut-Gefäßwand auftreten. Der Test identifiziert nun erstmals dieses Brustkrebs-Metastasen fördernde Zell-Trio in einem neuartigen Bildgebungsverfahren. Zu den kritischen Zell-Typen, die zu einer Metastasen-Bildung führen, gehören demnach vor allem Tumorzellen – die das krebsfördernde Protein MENA produzieren –, außerdem perivaskuläre Makrophagen – welche die Tumorzelle zu einem Blutgefäß leiten – und sogenannte Blutgefäß-Endothelzellen.

Treten diese drei Zell-Typen gleichzeitig im Umfeld von Blutgefäßwänden auf, handelt es sich um eine „optimale Tumor-Mikro-Umgebung“ für die Entstehung von Fernmetastasen. Das neue Testverfahren kann alle drei Zell-Typen aufspüren und somit nicht nur die genauen „sites“ – die Standort-Lokalisierung der Risikozellen im Körper – bestimmen, sondern auch über die Häufigkeit der jeweils bestimmten „sites“ die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung berechnen. Anhand dieser Informationen können dann Ärzte entscheiden, ob eine gesundheitsbelastende Chemotherapie notwendig ist.

 

Test trifft genauere Risikovorhersagen für Brustkrebs-Metastasen

Möglich wurde dieser neue Test durch die Entwicklung eines sogenannten Intravital-Bildgebungsverfahrens, das selbst komplexe Zell-Typen-Strukturen sichtbar machen kann.

Das bahnbrechende Verfahren wurde in einem Laborversuch entwickelt und setzt nach Aussagen der Wissenschaftler Maßstäbe hinsichtlich der Genauigkeit zur Bestimmung der Gefahr von Brustkrebs-Metastasen. Derzeit vorhandene Tests produzieren deutlich ungenauere Risikovorhersagen: Entweder bewerten sie sehr umständlich das Risiko für eine Veränderung relevanter Genexpressionen – die Anordnungsstruktur der im Genom gespeicherten Informationen – oder sie suchen in ungenauer Weise nach bestimmten tumorfördernden Proteinspuren – wie dem MENA-Protein – im Körper.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wenn Sie wissen wollen, welche Vorbeugungsmaßnahmen von Experten empfohlen werden, dann schauen Sie in unsere Bildergalerie.

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