Brustkrebs - ein neuer Gentest für nur 230 Euro

Großmutter, Tochter und Enkelin
Ein hohes Brustkrebsrisiko kann sich von einer Generation auf die nächste vererben. Ein Gen-Test könnte jetzt Gewissheit bringen © Fotolia

Ein Start-up-Unternehmen aus dem Silicon Valley bietet einen günstigen Gentest auf das Brust- und Eierstockkrebs-Risiko an. Eine Speichelprobe reicht dafür aus.

 

Ein Brustkrebs-Gentest, den sich jeder leisten kann

Angelina Jolie hat das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: Sie ließ sich aufgrund eines Brustkrebs-Gentests und ihrer familiären Vorgeschichte ihr Brustgewebe, sowie Eierstöcke und Eileiter entfernen.

Jetzt will das Unternehmen „Color Genomics“ einen Brustkrebs-Gentest anbieten, den sich nicht nur Hollywoodstars, sondern praktisch jeder leisten kann. Das soll „den Zugang zu Gen-Tests demokratisieren“, so Geschäftführer Elad Gil. Nur 249 Dollar (umgerechnet etwa 230 Euro) soll der Brustkrebs-Gentest kosten. Damit sollen die beiden Gene BReast CAncer 1 und 2 (BRCA1 und BRCA2) auf Mutationen untersucht werden. Zusätzlich prüft das Unternehmen noch 17 weitere Gene, die mit anderen Krebsarten in Verbindung stehen.

 

Krankenkassen zahlen Brustkrebs-Gentest in einigen Fällen

In Deutschland kostet ein solcher Brustkrebs-Gentest zwischen 3000 und 6000 Euro. Die Krankenkassen tragen ihn – aber nur wenn ein deutlich erhöhtes Risiko einer Erkrankung besteht, also zum Beispiel ein nahes Familienmitglied Brustkrebs hat oder hatte.

Das Problem: Viele gefährdete Frauen werden durch eine solche Regelung ausgeschlossen. Das kritisierte vor Kurzem auch die US-Wissenschaftlerin und Entdeckerin des BRCA1-Gens Mary-Claire King. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Frau die Mutation von ihrem Vater erbt.

 

Brustkrebs-Gentest per Mausklick

Gil will es ermöglichen, dass Frauen den Brustkrebs-Gentest einfach über die Website des Unternehmens bestellen können. Anders als bei den Unternehmen 23andMe, das ein ähnliches Prinzip anbot und verboten wurde, soll dabei jeder Gentest von einem Arzt untersucht werden.

 

Hohes Brustkrebs-Risiko durch Mutation

Zusammen sind die Gene BRCA1 und BRCA2 für knapp ein Viertel aller vererbten sowie etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle verantwortlich. Frauen mit einer dieser Mutationen haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Brustkrebs-Risiko. Zwischen 45 und 65 Prozent der betroffenen Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens. Eine Studie aus den USA legt nahe, dass etwa zwei bis drei Prozent aller Frauen von einer solchen Mutation betroffen sind.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.