Brüste ziehen: Mögliche Ursachen und Hilfe

Redaktion PraxisVITA

Kommt es immer mal wieder vor, dass Ihre Brüste ziehen, spannen oder sensibel auf Bewegung und Berührungen reagieren? Das kann viele Ursachen haben. Aber keine Sorge: Die meisten davon sind harmlos und verschwinden von selbst wieder. Einige können allerdings auch ein Hinweis auf eine Schwangerschaft oder andere Beschwerden sein.

Frau fasst sich an die schmerzende Brust
Ein Ziehen in der Brust kann viele Ursachen haben Foto:  istock/andreypopov
Inhalt
  1. Unwohlsein in den Brüsten: Periode
  2. Ziehende Schmerzen bei Empfängnisverhütung
  3. Brüste ziehen: Muskelkater
  4. Schmerzen durch den falschen BH
  5. Ziehende Brüste: Schwangerschaft
  6. Menopause und Ziehen in den Brüsten
  7. Die Brüste ziehen regelmäßig? Dann lieber doch zum Arzt!

Wenn Sie bemerken, dass Ihre Brüste ziehen und Sie sich das nicht erklären können, sollten Sie zunächst vor allem eines nicht tun – in Panik verfallen. Die Angst vor Brustkrebs oder einem Herzinfarkt ist zwar allgegenwärtig, doch statt überstürzt durch eine Internetrecherche noch mehr Verwirrung zu stiften, sollten Sie Ruhe bewahren. Denn es gibt zahlreiche Ursachen dafür, was hinter dem Brüsteziehen stecken könnte.

 

Unwohlsein in den Brüsten: Periode

Die einfachste und gleichzeitig häufigste Erklärung für ziehende Schmerzen in der Brust ist eine hormonelle Veränderung während des Zyklus, eine Verschiebung des Hormonhaushalts also, die im Zuge der Periode auftritt. Zeichnet sich der Eisprung ab, setzt der Körper gehäuft das Sexualhormon Progesteron frei. Gleichzeitig sinkt der Östrogenspiegel, was zum Auftreten unterschiedlicher Symptome führen kann – auch Prämenstruelles Syndrom (PMS) genannt:

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich
  • Wassereinlagerungen
  • Veränderung des Hautbilds
  • Stimmungsschwankungen und
  • Ziehen in der Brust

Neben den normalen Schmerzen in der Brust kann es hierbei auch zu einem Spannungsgefühl, einem leichten Anschwellen der Brust und zu Berührungsschmerz und einer Überempfindlichkeit kommen. Diese zyklisch auftretenden Schmerzen, die nach wenigen Tagen wieder abnehmen, nennen Ärzte Mastodynie. Der Fachbegriff für zyklusunabhängige Schmerzen in der Brust ist dagegen Mastalgie – er wird übrigens auch für Männer verwendet.

 

Ziehende Schmerzen bei Empfängnisverhütung

Häufig auftretende Nebenwirkungen von hormoneller Empfängnisverhütung, wie der östrogenbetonten Pille, sind das Ziehen der Brüste und ein Gefühl der Spannung. Aber auch die Verwendung anderer hormonell gesteuerter Verhütungsmethoden kann durchaus damit einhergehen, dass die Brüste ziehen. Diese Schmerzen treten ebenfalls regelmäßig auf, hören aber üblicherweise nach wenigen Tagen auch wieder auf. Falls die Beschwerden nicht abklingen sollten, bitten Sie vorsichtshalber Ihren Frauenarzt um Rat. 

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Brüste ziehen: Muskelkater

Nicht selten kommt es vor, dass sich Kraftübungen an Geräten im Fitnessstudio sowie Liegestützen oder andere Workouts für den Oberkörper im Nachhinein mit einem Muskelkater in den Brüsten bemerkbar machen. Sobald Sie die Arme heben, verspüren Sie einen ziehenden Schmerz. Dagegen helfen warme Duschen, ein Gang in die Sauna – und ein wenig Zeit. 

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Schmerzen durch den falschen BH

Neben den Wiederholungen beim Krafttraining, die zum schmerzhaften Muskelkater in den Brüsten führen können, kann es aber auch nach Konditionstraining zu Beschwerden kommen. Vor allem nach Sportarten, die den Oberkörper in schnelle ruckartige Bewegungen versetzen. Das liegt dann selten daran, dass Sie es grundsätzlich mit dem Training übertrieben haben, als vielmehr an dem falschen BH. Ist Ihr Sport-BH nicht korrekt auf die Sportart oder Ihre Körbchengröße angepasst, führen die ruckartigen Wiederholungen der Bewegungsabläufe zu einer Belastung der Brustmuskulatur. Zu wenig Halt kann hier zum Ziehen der Brüste führen.
Dies gilt übrigens auch für den Alltag: Tragen Sie regelmäßig einen falschen BH, der Ihre Brust nicht ausreichend stützt, verursacht der fehlende Halt schmerzhafte Beschwerden.

 

Ziehende Brüste: Schwangerschaft

Selbst wenn eine Schwangerschaft im Urintest noch nicht einmal nachzuweisen ist, sendet der weibliche Körper bereits die ersten Signale aus. Neben einem Ziehen im Unterbauch, ähnlich dem Schmerz am Anfang der Periode, fangen oft auch die Brüste an zu ziehen. Der Grund dafür liegt in der vermehrten Hormonproduktion, die dafür sorgt, dass die Milchdrüsen zum Wachsen angeregt werden. Damit bereitet der weibliche Körper die Milchproduktion für den Moment nach der Geburt vor. Hier lindern sanfte Massagen mit Körperöl und warme Umschläge das Ziehen in den Brüsten. Nach wenigen Wochen hört der Schmerz aber auch von selbst wieder auf.

 

Menopause und Ziehen in den Brüsten

Sind Sie bereits über den Punkt hinaus, Kinder zeugen zu wollen, kann eine gutartige Veränderung des Drüsengewebes in der Brust der Grund für die schmerzhaften Beschwerden sein. Innerhalb der Wechseljahre, des sogenannten Klimakteriums, tritt diese Art von Schmerz häufiger auf. Auch meist ungefährliche Zysten, Knötchen und vergrößerte Drüsen sorgen hier durchaus für bisher unbekannte Schmerzen und ein Ziehen in der Brust.

 

Die Brüste ziehen regelmäßig? Dann lieber doch zum Arzt!

Treffen die vorher genannten möglichen Ursachen nicht auf Sie zu, die Brüste ziehen weiterhin und die Schmerzen halten an, sollten Sie sicherheitshalber einen Gynäkologen aufsuchen. Hier können nach einer Untersuchung Ursachen ausgeschlossen, die Symptome neu bewertet und mögliche Krankheiten behandelt werden.

Spüren Sie allerdings einen stechenden Schmerz ​​in der linken Brust, der von Kurzatmigkeit, Atemnot, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch begleitet wird und weiter in die Schulter und den Arm hinein strahlt, könnten die Symptome auf einen Herzinfarkt hindeuten. Haben Sie hierbei nur den geringsten Verdacht, rufen Sie besser sofort den Notarzt (112)!

 

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