Bruder-Liebe

Peyman Amin und sein Bruder Omid
Zusammen mit seinem Bruder Omid, der das Down-Syndrom hat, nimmt Peyman Amin am Deutschen Down-Sportlerfestival teil © Pete Smith Hexal AG

Wenn man beruflich mit den schönsten Frauen der Welt zu tun hat, kann man schon mal abheben. Nicht so Peyman Amin. Dass er auf dem Teppich bleibt, dafür sorgt vor allem sein älterer Bruder Omid, der Trisomie 21 hat. Im Interview berichtet Peyman Amin von gemeinsamen Kindheitserlebnissen und warum jeder von uns etwas von Menschen mit Down-Syndrom lernen kann.

Sie engagieren sich sehr stark für Projekte zum Thema Down-Syndrom. Woher kommt das Interesse gerade an diesem Thema?

Mein Bruder Omid hat das Down Syndrom, deshalb habe ich stets Kontakt zu Menschen mit Down-Syndrom gehabt und finde es sehr wichtig, die Integration weiter voranzutreiben und Berührungsängste abzubauen.

Haben noch andere Personen in Ihrer Familie das Down-Syndrom?

Nein, nur mein Bruder Omid.

Deutsches Down-SportlerfestivalAm 25. April 2015 findet bereits zum 13. Mal das Deutsche Down-Sportlerfestival in Frankfurt am Main statt.Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom können sich hier im Wettkampf messen, ihre Erfolge genießen und – weit wichtiger noch – gemeinsam mit ihren Geschwistern und Eltern Spaß haben.Weitere Infos finden Sie unter: www.down-sportlerfestival.de

Wenn Sie an Ihre gemeinsame Kindheit zurückdenken, welches Ereignis mit Ihrem Bruder ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Als Omid und ich beide wegen einer Infektion erkrankt waren, ist er viel ruhiger und besonnener geblieben als ich. Ich war sehr erstaunt und seitdem gilt er für mich insbesondere in schwierigen Situationen als Vorbild.

Haben Sie schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, gerade auch in Ihrer Kindheit, weil Ihr Bruder das Down-Syndrom hat?

Hin und wieder war es nicht einfach, mit Freuden Zeit zu verbringen, weil ich mich manchmal mit meinem anderen Bruder Wafa um Omid kümmern musste. Aber das war nicht so schlimm, denn so haben Wafa und ich schon in frühen Jahren gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

Was glauben Sie, wie sehen die Zukunftschancen für Menschen mit Down-Syndrom in unserer Gesellschaft aus? Werden sie heute noch ausgegrenzt?

Ich denke, dass sich in den letzten Jahren in Deutschland das Bewusstsein im Hinblick auf geistig behinderte Menschen allgemein positiv entwickelt hat, dass aber immer noch sehr viel getan werden muss, um die Integration voranzutreiben.

Gibt es etwas, das wir von Ihrem Bruder und anderen Menschen mit Down-Syndrom lernen können?

Ja, es gibt vieles, was wir von ihnen lernen können, insbesondere die ungetrübte Lebensfreude und die Leichtigkeit, wie sie mit schwierigen Situationen umgehen können.

Einige Menschen, bei denen das Down-Syndrom in der Familie vorkommt, haben Angst, dass auch ihr ungeborenes Kind das Down-Syndrom haben könnte. Können Sie diese Sorge nachvollziehen?

Ich kann das schon verstehen, aber in einem solchen Falle sollte man sich besser mit dem Thema auseinandersetzen und sich mit Menschen mit vielen Erfahrungswerten unterhalten. Man wird schnell erkennen, dass Menschen mit Down-Syndrom nicht nur als Belastung, sondern vielmehr auch als Bereicherung angesehen werden.

Seit vier Jahren engagieren Sie sich für das Deutsche Down-Sportlerfestival, welches am 25. April 2015 bereits zum 13. Mal stattfindet. Wie sind Sie auf das Deutsche Down-Sportlerfestival aufmerksam geworden?

Das Deutsche DS Infozentrum hat mich auf dieses großartige Ereignis angesprochen und ich war von meiner ersten Teilnahme an davon fasziniert und freue mich immer wieder darauf. Es dient als große Plattform alle Menschen mit und ohne DS zusammenzubringen und viel Spaß zu haben.

Im Interview: Peyman Amin

Peyman Amin ist deutscher Booker und Modelagent. Er wurde 2006 als Juror der deutschen TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ bekannt. Er ist 43 Jahre alt und lebt in München.

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