Broken Heart Syndrom – wenn das Herz bricht

Redaktion PraxisVITA
Eine Frau betrachtet ein Foto und weint
Das Broken Heart Syndrom kann durch einen Todesfall oder die Trennung vom Partner ausgelöst werden © Shutterstock

Beim Broken Heart Syndrom kann das Herz Schaden nehmen. Wie ein Broken Heart Syndrom entsteht, wie häufig das Phänomen auftritt und ob es geheilt werden kann, erfahren Sie hier.

 

Broken Heart Syndrom: Wenn sich das Herz verformt

Das Broken Heart Syndrom äußert sich durch dieselben Symptome wie ein Herzinfarkt: Enge in der Brust, Atemnot und Herzrasen. Doch anders als bei dem Infarkt sind die Herzkranzgefäße bei dem Broken Heart Syndrom nicht verengt. Stattdessen zeigt das Herz eine andere Anomalie: Der Herzmuskel ist ballonartig verformt und dadurch so sehr verengt, dass nicht genügend Blut in den Körper gepumpt werden kann. Und die Ursache dafür sind nicht etwa Bluthochdruck, zu wenig Bewegung und Übergewicht – das Broken Heart Syndrom wird tatsächlich durch ein „gebrochenes Herz“ ausgelöst, beispielsweise nach einem Trauerfall.

 

Broken Heart Syndrom-Patienten sind Notfälle

In den ersten zwei bis drei Tagen sind Patienten mit Broken Heart Syndrom medizinische Notfälle und werden genauso behandelt wie klassische Infarkt-Patienten: Auf der Intensivstation werden ständig der Blutdruck, die Herzfrequenz und die Atmung überwacht. Auch die Medikation mit Aspirin sowie blutdruck- und cholesterinsenkenden Mitteln ist dieselbe.



Eine Frau stützt den Kopf in die Hände
Meist trifft das Broken Heart Syndrom Frauen jenseits der Wechseljahre© Fotolia
 

Studie zum Broken Heart Syndrom

Im Jahr 2000 gab es die erste englischsprachige Studie zum Broken Heart Syndrom. In ihr wurden 40 Patienten beschrieben. In der Folge wurden zwar immer mehr Forschungsarbeiten veröffentlicht – die medizinische Beschreibung der Krankheit ist aber noch recht jung. Auch wenn inzwischen immer mehr Fälle diagnostiziert werden, ist noch von einer recht hohen Dunkelziffer auszugehen.



 

Sterblichkeitsrate eher gering

Mit etwa zwei bis drei Prozent ist die Sterblichkeit beim Broken Heart Syndrom sehr gering. Nur in äußerst seltenen Fällen sind die Herzrhythmusstörungen so heftig, dass sie zum Herzstillstand führen. Trotzdem handelt es sich um einen Notfall: Bei Symptomen wie Enge in der Brust, Atemnot und Herzrasen immer sofort den Notarzt rufen!



 

Wie schnell erholt sich das gebrochene Herz?

Etwa vier Wochen dauert es, bis der Herzmuskel nach einem Broken Heart Syndrom wieder vollständig in die ursprüngliche Form zurückgekehrt ist. Die gute Nachricht: Im Gegensatz zum klassischen Herzinfarkt erholt sich das Organ in etwa 95 Prozent der Fälle vollständig. Ob dies an den Medikamenten liegt oder ein natürlicher Prozess ist, können die Mediziner nicht genau sagen.



Romy Schneider
Schauspielerin Romy Schneider – starb sie an gebrochenem Herzen?© Corbis
 

Deutlich erhöhtes Risiko für Frauen über 50

In neun von zehn Fällen sind Frauen jenseits der Wechseljahre vom Broken Heart Syndrom betroffen. Warum gerade ältere Frauen ein so hohes Risiko haben, ist nicht restlos geklärt. Mediziner nehmen an, dass es mit den Veränderungen der Hormonproduktion zu tun hat – insbesondere dem Absinken des herzschützenden Östrogenspiegels.



Jede zehnte Patientin leidet ein zweites Mal unter dem Broken Heart Syndrom. Deshalb werden in immer mehr Kliniken die Patienten nach der ersten Erkrankung auch psychologisch betreut. Hier hat sich in den letzten Jahren eine eigene Disziplin herausgebildet, die sich damit beschäftigt, wie sich die Psyche auf das Herz auswirkt: die Psychokardiologie.



 

Der prominente Fall: Romy Schneider

Als die Schauspielerin 1982 mit nur 43 Jahren an Herzversagen starb, galt die Todesursache als unklar. An gebrochenem Herzen sei sie gestorben, hieß es. Eine Formulierung, die damals niemand ernst nahm – aus heutiger Sicht trifft sie jedoch den Kern der Sache. Denn kurz zuvor war ihr Sohn tödlich verunglückt – ein traumatisches Erlebnis, von dem sie sich nicht erholte.

 

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