Britische Corona-Mutante: So tödlich ist B.1.1.7!

Daphne Sekertzi

Die britische Corona-Mutante B.1.1.7 ist nicht nur ansteckender, sondern auch wesentlich tödlicher. Das zeigt nun eine britische Untersuchung mit 100.000 Infizierten. Die Autoren sprechen von einer „erheblichen zusätzlichen Sterblichkeit“, die Menschen unter 60 Jahren betrifft.
 

B.1.1.7 ist die erste Corona-Variante, die entdeckt wurde. Schnell wurde klar, dass sie ansteckender ist als das Ursprungsvirus. Inzwischen wird die Mutante in Deutschland in etwa der Hälfte der untersuchten Corona-Proben nachgewiesen. Im Januar hatte die britische Regierung gewarnt, B.1.1.7 könnte um rund 40 Prozent tödlicher sein als die Ursprungsvariante. Eine groß angelegte Untersuchung der University of Exeter beweist nun, dass das Sterberisiko bei einer Infektion mit der Corona-Mutation noch um ein Vielfaches höher ist.

Großaufnahme des Coronavirus in Blau
Service Corona-Mutationen im Jahr: So viele Varianten prognostizieren die Forscher

 

Untersuchung zu Corona-Sterberisiko: Betroffene zwischen 30 und 60

In die Untersuchung gingen Daten von rund 110.000 Menschen ein, die zwischen Oktober 2020 bis Januar 2021 an Corona erkrankt und mindestens 30 Jahre alt waren. Der Großteil der Infizierten war jünger als 60. Es waren somit keine Hochrisikopatienten. Die Infektion wurde mittels PCR-Test bestätigt.

Das Besondere: Keiner der Personen hat die Diagnose im Krankenhaus erhalten, sondern im Zuge von kommunalen Reihentestungen. Das heißt, dass zum Zeitpunkt der Diagnose keine schweren Symptome vorlagen, die einer Behandlung im Krankenhaus bedurften.

Kranke Frau liegt zudeckt auf dem Sofa, eine Hand auf dem Kopf
Symptome & Beschwerden Andere Corona-Symptome: Das bewirkt die Corona-Mutation

 

B.1.1.7 wesentlich tödlicher als Ursprungsvariante

Aus den untersuchten Corona-Infizierten bildeten die Forscher 55.000 Paare, bestehend aus einer Person, die sich mit dem Ursprungsvirus angesteckt hatte und einer, die mit B.1.1.7 infiziert war. Um andere Einflussvariablen auf das Sterberisiko auszuschließen, wurde der Krankheitsverlauf jener Menschen verglichen, die ähnliche Merkmale teilten, wie etwa den Erkrankungszeitpunkt, das Alter, das Geschlecht und den sozioökonomischen Status.

Die Forscher beobachteten die Paare ab ihrer Diagnose. Innerhalb von vier Wochen starben von der Gruppe der mit dem Ursprungsvirus Infizierten 0,24 Prozent. An B.1.1.7 starben hingegen 0,41Prozent der Erkrankten. Damit ist das Risiko, an Corona zu sterben um 64 Prozent erhöht, wenn es sich um die britische Mutation handelt, erklären die Autoren der Untersuchung.

Gruppe junger Menschen mit Mundschutz
Service Warum sterben auch junge Menschen an Corona? Experten klären auf

Falls die Ergebnisse generalisierbar seien, müsste von einem „erheblichen zusätzlichen Sterberisiko“ ausgegangen werden, heißt es in der Studie. Welche Faktoren das mit B.1.1.7 verbundene Sterberisiko beeinflussen, lässt die Studie jedoch offen.

Quelle:

Challen, Robert [u.a] (2020): Risk of mortality in patients infected with SARS-CoV-2 variant of concern 202012/1: matched cohort study, in: the bmj

 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.