Britische Corona-Mutante ist mutiert: E484K könnte resistenter gegen Impfstoffe sein

Mona Eichler Health-Redakteurin

Das Robert Koch-Institut hat eine besorgniserregende Virusentwicklung im Blick: Die Corona-Mutante B.1.1.7 ist mutiert und man vermutet, dass E484K unempfindlicher gegenüber den aktuellen Corona-Impfstoffen sein könnte. Welche Gefahr geht von der mutierten Mutation aus?

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Inhalt
  1. Mutierte Corona-Mutante: Wie gefährlich ist E484K?
  2. E484K auch in Deutschland nachgewiesen
  3. B.1.1.7 ist die dominierende Corona-Mutation

In seinem regelmäßig überarbeiteten Bericht zu den besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten – den Variants of Concern (VOC) – informiert das Robert Koch-Institut (RKI) über Corona-Mutanten, die das Infektionsgeschehen in Deutschland beeinflussen. Die bekanntesten VOCs sind die südafrikanische Mutante B.1.351, die Coronavirus-Variante aus Brasilien P.1 und natürlich die britische Variante B.1.1.7. Letztere gilt als wesentlich ansteckender und tödlicher (LINK B.1.1.7) als der Originalstamm des Coronavirus.

Umso erschreckender ist die Nachricht darüber, dass die britische Corona-Mutante erneut mutiert ist. Das RKI informiert online über die „Sonderform“ E484K.

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Mutierte Corona-Mutante: Wie gefährlich ist E484K?

B.1.1.7 E484K, also die Mutation der Mutation, wird vom RKI als „Sonderform“ der britischen Virusvariante B.1.1.7 bezeichnet. Bisher wurde E484K mehrfach in Großbritannien nachgewiesen, sie gilt allerdings noch als selten. Dennoch veröffentlichte das RKI bereits erste Informationen zur mutierten Corona-Mutante.

Online äußern sich die Experten besorgt darüber, dass die aktuellen Corona-Impfstoffe weniger wirksam gegen E484K sein könnten. Die Mutanten-Mutation weist Ähnlichkeiten zu B.1.351 und P.1 auf:

„[Die B.1.1.7-Mutation] weist im S-Protein eine zusätzliche Mutation auf (E484K), die auch in den Varianten B.1.351 und P.1 auftritt und das Virus unempfindlicher gegen bereits gebildete neutralisierende Antikörper macht. Deswegen wird vermutet, dass die derzeit erhältlichen Impfstoffe gegen diese Variante eine geringere Wirksamkeit aufweisen könnten.“

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E484K auch in Deutschland nachgewiesen

Wie das RKI weiterhin bestätigt, konnte E484K auch hierzulande schon nachgewiesen werden. Ihr Anteil ist allerdings noch verschwindend gering: Unter ingesamt 40.173 Proben, die der britischen Variante B.1.1.7 zugeordnet werden konnten, fanden sich in 43 Fällen die E484K-Mutante (Stand 31. März). Die Stadt Köln beispielsweise bestätigte Ende März elf E484K-Fälle.

 

B.1.1.7 ist die dominierende Corona-Mutation

Die bisher wenigen E484K-Fälle sind nur ein geringer Trost. Immerhin war auch die Ursprungsmutation B.1.1.7 zunächst nur eine seltene Variante. Bis sich die VOC durchgesetzt hat. Inzwischen ist die britische Mutation die dominierende VOC in Deutschland. In aktuellen Bericht zu den Variants of Concern zieht das RKI folgendes Fazit:

Der Anteil der Virusvarianten, die als Variants of Concern (VOCs) bezeichnet werden, liegt nun bei ca. 90%. Der Anstieg geht ausschließlich auf die Variante B.1.1.7 zurück. Für diese VOC wurde im Rahmen der Erhebung des Laborbundes ein Anteil von ca. 88% detektiert, sie bleibt damit die häufigste SARS-CoV-2-Variante in Deutschland.“

Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklung die mutierte Corona-Mutation E484K nimmt und wie sie sich auf das Infektionsgeschehen in Deutschland auswirkt.

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Quellen:

Übersicht und Empfehlungen zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC), in: rki.de

Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland, insbesondere zur Variant of Concern (VOC) B.1.1.7, in: rki.de

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