Britische Ärzte transplantieren totes Herz

Ärzte beugen sich über einen Operationstisch
Britische Chirurgen haben erstmals in Europa ein Herz transplantiert, das bereits aufgehört hatte zu schlagen © Fotolia

Erstmals in Europa ist die Transplantation eines nicht mehr schlagenden Herzens geglückt. Alles über das Verfahren und die berührende Geschichte des Organempfängers erfahren Sie hier.

Bei Herztransplantationen galt bisher: Der Spender muss hirntot sein, das Herz muss aber noch schlagen. Doch das ändert sich jetzt – in London wurde kürzlich die erste europäische Herztransplantation durchgeführt mit einem Herzen, das bereits zu schlagen aufgehört hatte.

Dazu verwendeten die Mediziner ein neues Verfahren zur Wiederbelebung und Instandhaltung des Spenderherzens, das im vergangenen Jahr erstmals in Australien erfolgreich umgesetzt wurde – Praxisvita berichtete.

Im Papworth Hospital in Cambridge wurde die Methode nun erstmals in Europa durchgeführt. Der Patient: Hueysin Uluca, 60 Jahre, aus London. 2008 hatte er einen Herzinfarkt, seitdem litt er an einer Herzschwäche, die ihn stark einschränkte: „Vor der Operation konnte ich kaum laufen und geriet sehr schnell außer Atem – ich hatte keine Lebensqualität mehr“, erzählt er. Jetzt, nach dem Eingriff, geht es ihm deutlich besser: „Jetzt fühle ich mich jeden Tag etwas stärker – und heute Morgen bin ich ohne Probleme zum Krankenhaus gelaufen.“ Im Video sehen Sie Hueysin Ulucas Geschichte.

 

Video: BBC

 

Neues Verfahren ermöglicht mehr Herztransplantationen

Laut Sprechern des Krankenhauses wird die neue Technik die Zahl der verfügbaren Spenderherzen um mindestens 25 Prozent erhöhen. Das sind gute Nachrichten auch für die rund 950 Deutschen, die derzeit auf ein Spenderherz warten. Denn mehr Spenderorgane bedeuten für sie höhere Chancen auf ein neues Herz – und damit bessere Überlebenschancen.

Hamburg, 27. März 2015

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