Brillenträger sind intelligenter

Verena Elson Medizinredakteurin
Intelligente Menschen brauchen häufiger eine Brille als weniger intelligente Menschen, zeigt eine Studie
Intelligente Menschen brauchen häufiger eine Brille als weniger intelligente Menschen, zeigt eine Studie Foto:  Eva-Katalin/iStock

Dass Menschen mit einem hohen IQ häufig eine Brille tragen, ist nicht nur ein Klischee, wie eine aktuelle Studie zeigt. Stattdessen steht die Fehlsichtigkeit vielen intelligenten Menschen in die Gene geschrieben.

Mit dem Bildungsgrad steigt auch das Risiko für Kurzsichtigkeit – das konnten frühere Studien bereits belegen. Experten vermuteten, dass das an der fehlenden im Freien verbrachten Zeit liegt – die Schul- und Universitätsausbildung geht mit jahrelangem Lernen in geschlossenen Räumen einher.

Doch das ist wohl nicht die einzige Ursache, wie ein internationales Forscherteam jetzt herausgefunden hat. Die Wissenschaftler um Gail Davies (University of Edinburgh) und Max Lam (Institute of Mental Health in Singapur) analysierten das Genom von mehr als 300.000 Personen. Die Forscher interessierten sich dafür, wo in unseren Genen unsere Intelligenz beziehungsweise unsere kognitiven Fähigkeiten „verortet“ sind. Die Ergebnisse der Analyse wurden in dem Fachblatt Nature Communications veröffentlicht.

 

Wie Intelligenz und Gesundheit genetisch zusammenhängen

Die Wissenschaftler identifizierten 148 sogenannte Genloci – das sind Positionen im Genom – die mit den kognitiven Fähigkeiten in Zusammenhang stehen. Dabei stellten sie fest, dass die Intelligenz genetisch mit verschiedenen gesundheitlichen Faktoren verknüpft ist. So haben intelligente Menschen etwa ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen und Arthrose (je höher das Ergebnis bei kognitiven Tests, desto niedriger das Risiko). 

Die Analyse ergab auch: Intelligente Menschen haben tatsächlich ein erhöhtes genetisches Risiko, irgendwann eine Brille zu brauchen. Allerdings gilt dies nur für Kurzsichtigkeit – ihr Risiko, weitsichtig zu werden, ist geringer als bei Menschen, die in Intelligenztests weniger gut abschneiden.

Quellen:
Davies, G. et al. (2018): Study of 300,486 individuals identifies 148 independent genetic loci influencing general cognitive function, in: Nature Communications.

Mirshahi, A. et al. (2014): Myopia and level of education: results from the Gutenberg Health Study, in: Ophthalmology.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.