Brennnessel hilft bei Nasenbluten

Die Wirkstoffe der Brennessel helfen auch bei Nasenbluten
Die Wirkstoffe der Brennessel helfen auch bei Nasenbluten © Fotolia

Wer kennt sie nicht, die juckenden, beißenden Ausschläge, wenn man der Brennnessel zu nahe kommt? Doch ihren schlechten Ruf hat die Brennnessel nicht verdient – schließlich dient sie dem Menschen seit jeher als Heilmittel, z. B. bei Nasenbluten.

 

Nasenbluten

In der Volksheilkunde wurde die Brennnessel gegen Nasenbluten und als Magenmittel verwendet. So schrieb Otto Brunnenfelß in seinem Kräuterbuch: „Der Saft von diesem Kraut in die Nase gerieben, macht sie schweißen, und wenn du willst, dass sie aufhöre zu bluten, streich den Saft an die Stirn.“ Ebenfalls wird in mittelalterlichen Kräuterbüchern Brennnesselsaft gegen Lungenbluten empfohlen und um die schmerzhafte Harnsteinbildung zu verhindern. In jenen Zeiten zeigte man sich im Übrigen wenig zimperlich. Litt jemand an Gicht oder Rheuma, so ließ er sich schon einmal mit Brennnesselstauden schlagen, eine Vorstellung, die uns heute eher schaudern lässt.

 

Saures Bier

Viele Völker sagten der Brennnessel teufelsaustreibende Kräfte nach. Gegen saure Milch und saures Bier sollten die Nesseln genauso helfen wie gegen ranzige Butter. Mancherorts geißelte man das Butterfass mit einer Nesselrute, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Man glaubte auch, dass sich Nesselstauden besonders dort wild vermehrten, wo ein ungesühnter Mord geschehen sei. Erst wenn der Verbrecher bestraft würde, verschwänden die Nesseln wieder.

 

Gut für die Liebe

Die Germanen weihten die Brennnessel ihrem Donnergott Donar. Dieser war für Fruchtbarkeit und männliche Potenz zuständig. Entsprechend galt seine Pflanze auch als anregend für die Liebe. „Mit Wein genossen, erregt der Nesselsamen die Liebeskraft“, schreibt Otto von Meung im 11. Jahrhundert, „noch mehr sogar, wenn du die Pflanze zerreibst, mit Honig und Pfeffer verquickst und dann mit Wein auf die vorgenannte Weise trinkst.“ Ein anderer Experte meinte: „Etliche andere, die ihr eheliches Werk treiben wollen, essen den Samen mit Zwiebeln, Eidotter und Pfeffer.“ Der Samen der Nessel galt als so gefährlich und aufreizend, dass es Mönchen und Nonnen verboten wurde, ihn zu sich zu nehmen. Ganz von der Hand zu weisen ist die stimulierende Wirkung der Samen tatsächlich nicht. Denn sie enthalten hormonähnliche Substanzen und anregende Vitamine.

 

Heilender Tee

Heute wird die Brennnessel zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen und entzündlichen Beschwerden sowie bei leichten Prostataproblemen eingesetzt. Eine peinigende Peitschenkur ist dafür allerdings nicht notwendig. Tinkturen oder Brennnesseltee entfalten auch ihre Wirkung. Der Brennnesseltee soll zudem gut bei Hautproblemen sein. Blätter und Wurzeln der Brennnessel sind in Apotheken erhältlich. Darüber hinaus hat die Brennnessel ihren Siegeszug in der Gourmetküche angetreten. Vor allem im Frühjahr lassen sich aus den frisch gesprossenen Blättern die köstlichsten Gerichte zaubern.

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