Brennen beim Wasserlassen beim Mann: Das steckt dahinter

Nicht nur Frauen sind von davon betroffen – Brennen beim Wasserlassen kann auch beim Mann auftreten. Neben Harnwegsinfekten und Entzündungen kommen verschiedene Geschlechtskrankheiten als Ursache infrage.

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Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen beim Mann ist ein Symptom, das häufiger auftritt, als man gemeinhin annimmt. Oftmals werden solche Beschwerden mit Harnwegsinfekten in Verbindung gebracht werden, die wiederrum als typische Frauenkrankheiten abgetan werden. Dabei können Männern genau wie Frauen eine Harnröhren- oder Blasenentzündung entwickeln. Zudem ist oftmals die Prostata beteiligt, wenn Männer ein brennendes Gefühl beim oder nach dem Urinieren verspüren.

Brennen beim Urinieren beim Mann: Symptom tritt immer mit anderen auf

Wenn ein Mann Schmerzen beim Wasserlassen verspürt, ist das in der Regel nicht das einzige Symptom, das sich zeigt. Denn die Beschwerden gehen oft auf Infektionen der Harnwege oder Entzündungen zurück – und die gehen mit einer Reihe von Symptomen einher. Häufig kommt es zusätzlich zu Problemen bei der Blasenentleerung, zu Ausfluss, Hautveränderungen am Penis oder Blut im Urin.

Die Begleitbeschwerden geben wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache, ebenso wie die Lokalisation des Brennens – es kann nämlich sowohl aus der Harnröhre als auch aus der Eichel kommen.

Leichtes bis starkes Brennen beim Wasserlassen beim Mann: Mögliche Ursachen

Zwar kann das brennende Gefühl beim Urinieren durch äußere Verletzungen an der Penisspitze verursacht werden. Noch häufiger ist das Symptom jedoch auf Infektionen der Harnwege und Entzündungen zurückzuführen – die Ursachen im Überblick:

Schmerzen beim Wasserlassen beim Mann wegen Blasenentzündung

Blasenentzündungen kommen bei Männern sehr viel seltener vor als bei Frauen, da ihre Harnröhre mit 20 bis 25 Zentimetern wesentlich länger ist. Die Harnröhre bei Frauen misst hingegen nur etwa vier Zentimeter. Bakterien können bei Männern daher nicht so leicht in die Blase aufsteigen.

Bestimmte Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, Stoffwechselerkrankungen und eine vergrößerte Prostata können jedoch Harnwegsinfekte bei Männern begünstigen. Wenn es zu einer Blasenentzündung kommt, können die Symptome sehr unangenehm sein. Neben Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, leiden Männer oft auch unter Unterleibskrämpfen und leichter Inkontinenz. Mit Antibiotika klingen die Beschwerden jedoch schnell ab.

Schmerzen beim Wasserlassen beim Mann: Prostata kann schuld sein

Ähnliche Symptome wie bei einer Blasenentzündung können bei einer akuten oder chronischen Entzündung der Prostata (Prostatitis) auftreten, unter anderem auch ein brennender Schmerz beim Wasserlassen. Auslöser für die Beschwerden sind Bakterien – in der Regel sind es Darmbakterien –, die sich über die Harnwege ihren Weg bis zu Prostata bahnen.

Die durch Bakterien ausgelöste Abwehrreaktion des Körpers führt dazu, dass sich das Gewebe entzündet. Neben einer bakteriellen Infektion können aber auch verengte Harnweginfekte, ein Katheter in der Harnröhre und eine Probenentnahme aus der Prostata eine Entzündung begünstigen.

Eine Prostatitis wird mit Antibiotika behandelt, die mindestens vier Wochen eingenommen werden müssen. Eine kürzere Einnahmedauer kann dazu führen, dass die Prostatitis chronisch wird. Bei einer chronischen Prostatitis kommen entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente zur symptomatischen Behandlung zum Einsatz.

Schmerzen und Brennen beim Wasser beim Mann: Eichel kann verletzt sein

Wenn das Brennen beim Wasserlassen nicht in der Harnröhre, sondern an der Eichel auftritt, deutet das weniger auf eine organische Ursache hin. Wahrscheinlicher sind vielmehr kleine äußere Verletzungen an der Penisspitze, die sich auch durch geringe Mengen Blut im Urin bemerkbar machen können. Der brennende Schmerz ist dann darauf zurückzuführen, dass der saure Urin die Wunde reizt. Oftmals entstehen feine Risse an der Eichel infolge einer starken mechanischen Reizung, wie etwa durch intensiven Geschlechtsverkehr oder autoerotische Praktiken.

Sobald die Verletzung verheilt ist, lässt auch das Brennen beim Wasserlassen nach. Dennoch sollte ein Arztbesuch erfolgen, um andere Ursachen für die Beschwerden sicher auszuschließen. Das gilt besonders, wenn sich Blut im Urin befindet.

Schmerzen beim Urinieren beim Mann: Nur selten ist es Krebs

Blutbeimengungen und Schmerzen beim Wasserlassen können auch Symptome von Prostatakrebs oder eines Blasentumors sein. Neben Schmerzen beim Urinieren bemerken betroffene Männer weitere Symptome, die auf eine Beteiligung der Prostata hinweisen, unter anderem Harnverhalt, ein unterbrochener Harnfluss und Erektionsschwierigkeiten. Bei einem Karzinom in der Blase verfärbt sich der Urin rot-braun. Typisch für einen Blasentumor ist zudem starker Harndrang, wobei immer nur geringe Mengen Urin abgehen.

Die Symptome zeigen sich bei beiden Krebsarten jedoch erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn das Karzinom Metastasen gebildet hat und in die Harnröhrte übergreift. Allerdings können die Symptome auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung auftreten, wie die Krebsgesellschaft auf ihrer Seite informiert. Möglich sind zudem Blasensteine, die ebenfalls Blut im Urin hervorrufen können.

Für die Behandlung eines Karzinoms stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Je nach Stadium und Ausmaß der Erkrankungen können unter anderem eine Strahlentherapie, Chemotherapie, eine Immuntherapie und eine Hormontherapie durchgeführt werden. Die Heilungs- und Überlebenschancen sind in den letzten Jahren durch die Zunahme von Krebs-Vorsorgeuntersuchungen stark gestiegen. Wenn frühzeitig Beschwerden beim Urologen abgeklärt werden, besteht eine große Chance, dass der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Brennen nach dem Wasserlassen beim Mann: Geschlechtskrankheiten als Ursache

Bei vielen Geschlechtskrankheiten gehört Brennen beim Wasserlassen zu den typischen (Erst-)Symptomen. Es weist mitunter auf eine Chlamydien-Infektion, auf Genitalherpes (Herpes Genitalis), Gonorrhoe („Tripper“) oder Syphilis hin. Die Beschwerden beim Wasserlassen werden je nach Erkrankung von weiteren Symptomen begleitet.

So sind für eine Chlamydien-Infektion und für einen Tripper Juckreiz sowie Ausfluss aus dem Penis typisch. Genitalherpes verursacht beim Mann Brennen beim Wasserlassen, wenn die mit Flüssigkeit gefüllten Herpesbläschen, die sich meist an der Eichel bilden, platzen und dann mit dem Urin in Kontakt kommen. Bei einer Syphilis rufen hingegen offene Geschwüre („Schanker") Schmerzen hervor.

Bei einer Gonorrhoe können die Schmerzen beim Urinieren extrem sein, da die Bakterien, die sogenannten Gonokokken, eine Harnröhrenentzündung verursachen. Eine Chlamydien-Infektion löst demgegenüber eher leichte Schmerzen beim Wasserlassen aus.

Während ein Genitalherpes auch unbehandelt von alleine wieder verschwinden kann und nur in schweren Fällen mit virushemmenden Medikamenten behandelt wird, kommen bei Syphilis, Chlamydien und Gonorrhoe immer Antibiotika zum Einsatz, die in der Regel zwei bis drei Wochen eingenommen werden müssen.

Brennen beim Wasserlassen: Wann sollten Männer zum Arzt?

Männer sollten immer einen Urologen aufsuchen, wenn bei ihnen Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen auftritt – auch dann, wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit von alleine wieder abklingen.

Schnelles Handeln ist vor allem bei einem Verdacht auf Geschlechtskrankheiten gefragt, da sie unbehandelt Komplikationen zur Folge haben: Sowohl Chlamydien als auch Gonokokken können auf andere Organe übergreifen und dort schwere Entzündungen hervorrufen. Ebenso kann sich ein verschleppter Harnwegsinfekt weiter im Körper ausbreiten, was im schlimmsten Fall in Nierenschäden oder gar in eine Blutvergiftung (Sepsis) münden kann. Und auch eine akute Prostataentzündung sollte schnell behandelt werden, da sie sonst einen chronischen Verlauf nehmen kann.

Um das zu vermeiden, ist eine ärztliche Untersuchung auch bei scheinbar harmlosen Beschwerden unerlässlich. Der Arzt oder die Ärztin wird unter anderem die äußeren Geschlechtsorgane, die Harnröhrenöffnung und die Prostata untersuchen. Zusätzlich wird mithilfe von Teststreifen eine Urinuntersuchung durchgeführt und ein Abstrich aus der Harnröhre entnommen. Wenn der Verdacht auf Krebs besteht, werden außerdem Gewebeproben entnommen.

In den meisten Fällen wird eine bakterielle Infektion festgestellt. Um die passenden Antibiotika für die Behandlung auszuwählen, wird eine Bakterienkultur angelegt.

Brennen beim Wasserlassen beim Mann: Hausmittel als ergänzende Maßnahme

Neben der medikamentösen Behandlung können Betroffene ergänzend Hausmittel anwenden, die bei Entzündungen und Schmerzen helfen können:

  • Kühlen: Schmerzen beim Wasserlassen durch Verletzungen und Risse an der Penisspitze können durch Kühlen gelindert werden. Zu diesem Zweck können neben Kühlpads auch kalte Wickel genutzt werden. Dafür ein sauberes Baumwoll- oder Leinentuch mit kaltem Wasser benetzen, auswringen und anschließend auf die Eichel legen.

  • Wärme: Unterleibsschmerzen, die im Rahmen von Harnwegsinfekten und einer Prostataentzündung auftreten können, lassen sich durch Wärmeanwendungen behandeln. Am besten eignet sich dafür eine Wärmflasche, die für 15 bis 20 Minuten auf Bauch und Unterleib gelegt wird.

  • Viel trinken: Besonders bei Harnwegsinfekten sollten Betroffene über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Wasser trinken. So wird die Blase durchgespült und Bakterien werden schneller nach draußen befördert.

  • Tee: Ein simples Hausmittel bei einer Harnwegsinfektion und einer Prostataentzündung ist es, Tee zu trinken. Zu empfehlen sind vor allem Brennnessel, Bärentraubenblätter, Birkenblätter und Goldrutenkraut, da sie eine harntreibende Wirkung haben.  

  • Weidenrinde: Gegen Schmerzen und Entzündungen hilft auch Tee aus Weidenrinde. Das Gewächs enthält eine Substanz, die in ihrem Aufbau dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) ähnelt. Für den Tee einen Teelöffel grob gehackte Weidenrinde aus der Apotheke zerhacken und mit 250 Milliliter Wasser erhitzen. Drei Minuten köcheln lassen und anschließend abseihen. Das Gebräu kann bis zu dreimal täglich getrunken werden.

  • Nährstoffe: Bei Entzündungen und Infektionen sollte das Immunsystem über die Ernährung gestärkt werden. Ganz oben auf dem Speiseplan sollten Lebensmittel mit Vitamin C und Zink stehen. Dazu gehören beispielsweise Zitrusfrüchte, Kohl, Fisch und Nüsse. Meiden sollte man hingegen entzündungsfördernde Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, Zucker, Milch und Wurst.

Mit einer Kombination aus medikamentöser Behandlung, Hausmitteln und gesunder Ernährung kann die Ursache von Brennen beim Wasserlassen beim Mann schnell bekämpft werden.

Quellen:

Harnwegsinfekte bei Männern, in: deximed.de

Urogenitalinfektionen beim Mann, in: pharmazeutische-zeitung.de

Prostataentzündung (Prostatitis) - Symptome und Behandlungen, in: prostata-hilfe-deutschland.de

Prostatakrebs – Symptome, in: krebsgesellschaft.de

Blasenkrebs: Häufigkeit, Risikofaktoren, Symptome, in: krebsinformationsdienst.de

Sexuell übertragbare Infektionen (STI), in: bundesgesundheitsministerium.de