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Brauner Zucker: eine gesunde Alternative?

Alexander Scherb

Brauner Zucker hat viele Liebhaber. Sie schwören auf den würzigen Geschmack und verweisen auf die unterschiedlichsten Vorteile des Süßungsmittels. Doch stimmt das? Ist brauner Zucker eine gesündere oder zumindest natürlichere Alternative zu herkömmlichem weißen Haushaltszucker? PraxisVITA geht dem Süßungsmittel auf den Grund.

Brauner Rohrzucker liegt auf einem Holztisch
Brauner Zucker wird wegen seiner Karamellnote von vielen besonders geschätzt Foto:  Mind and I/iStock
Inhalt
  1. Wo kommt Brauner Zucker her? 
  2. Das steckt im Braunen Zucker: Vitamine und Nährstoffe
  3. Ist Brauner Zucker gesund?
  4. Brauner Zucker: Geschmack nach Karamell
  5. Rezept: Griechischer Joghurt  mit braunem Zucker
 

Wo kommt Brauner Zucker her? 

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass brauner Zucker aus Zuckerrohr und weißer Zucker ausschließlich aus der Zuckerrübe gewonnen wird. Dem ist nicht so. Zwar wird brauner Zucker nur aus Zuckerrohr gewonnen, aber auch herkömmlicher weißer Zucker hat seine Basis oftmals darin. Zuckerrohr hat sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Ostasien. Heutzutage wird er in allen Ländern angebaut, welche die richtigen klimatischen Bedingungen aufweisen, darunter Afrika, Südamerika und Indien, aber auch Südeuropa und die USA.

 

Das steckt im Braunen Zucker: Vitamine und Nährstoffe

Brauner Zucker unterscheidet sich in seinen Inhaltsstoffen leider nur in vernachlässigbaren Mengen von herkömmlichem weißen Zucker. Das schließt auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe mit ein. Brauner Zucker ist also genauso gesund oder ungesund wie sein weißes Pendant. Beide Zuckersorten bestehen zu 95 Prozent aus Sacchrose. Brauner Zucker besitzt noch etwas mehr Wasser, als gewöhnlicher Haushaltszucker. Deshalb verdirbt er schneller.

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Ist Brauner Zucker gesund?

Die Wirkung auf den Körper ist ebenfalls gleich der von weißem Zucker. Auch brauner Zucker ist ein Energielieferant. Im Übermaß genossen, führt auch er zu Adipositas, Diabetes und Zahnkaries. Wer hofft, durch braunen Zucker seinem Körper gesunde Inhaltsstoffe zuzuführen oder seinen Körper zumindest nicht so zu belasten, wie mit weißem Zucker, wird enttäuscht. Für unseren Körper gibt es bei den beiden Zucksersorten keinen Unterschied.

 

Brauner Zucker: Geschmack nach Karamell

Im Gegensatz zu den Inhaltsstoffen, gibt es beim Geschmack tatsächliche Unterschiede. Brauner Zucker schmeckt etwas malziger mit einer leichten Karamellnote. Dies liegt am Verarbeitungsprozess. Das Zuckerrohr wird in großen Kesseln eingekocht, bis aus dem Saft ein dicker Sirup entstanden ist; die Melasse. In nächsten Schritten wird die Melasse Schritt für Schritt aufgereinigt. Dies wird so lange wiederholt, bis am Ende weißer Zucker als Endprodukt entsteht. Bei braunem Zucker wird das Aufreinigen nicht so oft wiederholt. Er enthält also einen größeren Anteil Melasse als Haushaltszucker.

Honig als Zuckerersatz
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So schmeckt brauner Zucker am besten

Besonders beliebt ist brauner Zucker bei Teetrinkern. Die würzigere Note verleiht dem Tee einen ganz besonderen Geschmack. Allerdings kann man mit braunem Zucker noch viel mehr anstellen.

 

Rezept: Griechischer Joghurt  mit braunem Zucker

Joghurt-Gläser stehen auf einem Tisch
Der geschichtete Braune Zucker karamellisiert nach einer Weile Foto: Gonzalo Calle Asprilla/iStock

Zutaten (Vier Portionen): 

  • 1000 g Griechischer Joghurt, ersatzweise Naturjoghurt oder Sojajoghurt
  • 6 EL Amaretto, ersatzweise Orangensaft
  • 225 g Brauner Zucker

Zubereitung:  Zunächst verrühren Sie den griechischen Joghurt mit dem Amaretto. Wenn Sie keinen Alkohol mögen, greifen Sie stattdessen zur gleichen Menge Orangensaft. Den braunen Zucker als dünne Schicht auf den Boden eines Glases streuen. Danach eine Schicht Joghurt darüberlegen. Dies wiederholen Sie, bis das Glas gefüllt ist. Schließen Sie die Speise mit einer dünnen Schicht braunem Zucker ab. Die Gläser über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag hat sich der braune Zucker aufgelöst und eine leichte Karamellschicht hinterlassen. Dieses Dessert passt ganz wunderbar zu heißen Sommertagen!

Vorsicht bei…

Wie auch bei weißem Zucker besteht bei braunem Zucker im Übermaß die Gefahr von Adipositas und Diabetes. Auch Karies wird von braunem Zucker gefördert. Durchschnittlich nimmt jeder Deutsche 82 Gramm Zucker am Tag zu sich. Das ist viel zu viel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt höchstens 25 Gramm Zucker am Tag Versuchen Sie, diesen Richtwert nicht zu überschreiten.

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Alternativen

Welche Alternativen gibt es für die Alternative? Es kommt darauf an, welchen Schwerpunkt Sie sich legen. Wenn Sie auf der Suche nach Süßungsmitteln mit gesünderen Inhaltsstoffen sind, versuchen Sie es mit Honig, Ahornsirup oder Kokosblütensirup. In diesen Lebensmitteln sind viele weitere Mineralstoffe und Nährstoffe enthalten. Möchten Sie allerdings Ihren allgemeinen Zuckerkonsum einschränken und trotzdem auf Süßes nicht verzichten, bleibt Ihnen nur der Griff zu künstlichen Süßungsmitteln wie Aspartam oder Stevia. Denn auch Honig und Co. enthalten eine Menge Saccharose und schrauben den Blutzuckerspiegel in die Höhe.

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