Brauner Ausfluss: Das sind die Ursachen

Michelle Kröger

Auf dem Toilettenpapier zeigt sich brauner Ausfluss – das kann zunächst etwas beunruhigen, keine Frage. Doch besteht dabei wirklich immer gleich Grund zur Sorge? Wann sollte man mit braunem Ausfluss zum Arzt gehen? Frauenarzt und Hormonexperte Prof. Dr. med. Kai J. Bühling stand uns Rede und Antwort. 

Unterhose mit braunem Ausfluss im Schritt
Bei braunem Ausfluss handelt es sich meist um Zwischenblutungen Foto:  iStock/adekvat
Inhalt
  1. Brauner Ausfluss oder Zwischenblutung?
  2. Ursachen von braunem Ausfluss
  3. Brauner Ausfluss in der Schwangerschaft
  4. Mit braunem Ausfluss zum Arzt?
  5. Was ist vaginaler Ausfluss?
 

Brauner Ausfluss oder Zwischenblutung?

Einmalig oder hin und wieder auftretender bräunlicher Ausfluss muss Sie nicht gleich verunsichern. Meistens handelt es sich dabei um eine leichte Zwischenblutung, meistens ausgelöst durch harmlose hormonelle Umstellungen (z.B. durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille). Am häufigsten ist es allerdings altes Blut (etwa als Überbleibsel der Periode), und das verfärbt sich eben braun, ganz im Gegensatz zu frischem Blut, welches leuchtend rot ist. "Brauner Ausfluss kann durch Beimengungen von altem Blut entstehen. Das kann nach der Menstruation oder einer vaginalen Blutung auftreten”, so Dr. Bühling. Dickflüssiger, brauner Ausfluss ist in den meisten Fällen also ein Indiz dafür, dass Ihr Körper verbliebenes Blut heraustransportiert. Zum Beispiel nach der Menstruation oder einer gynäkologischen Untersuchung. Sollten Ausfluss und/oder Zwischenblutung unregelmäßig und wiederholt auftreten, so sollten Sie Ihren Frauenarzt um Rat fragen. Es handelt sich also um älteres, oxidiertes Blut – vermischt mit Zervixschleim.

 

Brauner Ausfluss – welche Ursachen sind noch möglich? 

Neben einer möglichen Zwischenblutung kann bräunlicher Ausfluss jedoch auch weitere Ursachen haben. Dazu gehören:

●    Frühschwangerschaft: Brauner Ausfluss gilt auch als eines der ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft. Schmierblutungen treten bei manchen Frauen auf, wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Führen Sie einen Schwangerschaftstest durch, um sicherzugehen. 
●    Zyklus bzw. Eisprung: Wie eingangs erläutert kann sich der Ausfluss im Laufe des weiblichen Menstruationszyklus ständig verändern. Auch die Farbe kann variieren. Brauner Ausfluss kann durch Hormonumstellungen im Körper während des Eisprungs entstehen, wenn sich der Östrogenspiegel erhöht und die Eizelle von den Eierstöcken freigegeben wird. 
●    Erkrankungen oder Infektionen: Brauner Ausfluss kann sich auch im Zusammenhang mit einer Pilzinfektion, einer Entzündung, einer bakteriellen Vaginose oder einer Geschlechtskrankheit (z.B. Chlamydien) äußern. Auch eine Infektion durch sogenannte Humane Papillomviren, abgekürzt HPV, ist möglich. Bräunlicher Ausfluss kann außerdem ein Symptom von ungewöhnlichem Wachstum sein, beispielsweise ausgelöst durch ein gutartiges Myom oder durch Endometriumkrebs.

 

Brauner Ausfluss in der Schwangerschaft – ein Grund zur Sorge?

Sie sind schwanger und stellen braunen Ausfluss fest? "Das sollte vom Arzt abgeklärt werden, da auch eine Blutung ursächlich sein kann”, sagt Dr. Bühling. Meistens steckt nichts Schlimmes dahinter, doch hält der bräunliche Ausfluss länger an, riecht komisch oder geht mit anderen Symptomen wie Juckreiz oder Schmerzen einher, so kann auch etwas anderes dahinterstecken. Möglich wären: 

●    eine Pilzinfektion, 
●    eine Geschlechtskrankheit, 
●    eine Blutblase, 
●    eine Entzündung, 
●    eine Eileiterschwangerschaft, 
●    eine Fehlgeburt. 

Eine Fehlgeburt ist nur selten an braunem, viel häufiger jedoch an rotem Blut zu erkennen. Also: keine Panik. Wahrscheinlicher ist ein Scheidenpilz. Schwangere Frauen haben eine zehnmal höhere Wahrscheinlichkeit, sich eine Pilzinfektion zuzuziehen.

Krankheiten & Behandlung Zwischenblutungen

 

Ab wann sollte ich mit bräunlichem Ausfluss zum Arzt?

“Wenn der verfärbte Ausfluss wiederholt auftritt – und in der Schwangerschaft sowieso”, sagt Dr. Bühling. Vor allem, wenn der Ausfluss von etwa Juckreiz, Fieber oder (Unterleib-)Schmerzen begleitet wird oder unangenehm riecht, sollte eine ärztliche Meinung eingeholt werden. Es kann sich um eine Erkrankung handeln. “Dann sollte man zügig die Ursache behandeln”, so der Gynäkologe.

 

Was genau versteht man unter vaginalem Ausfluss?

Der Ausfluss (auch: Fluor vaginalis oder Fluor genitalis) bezeichnet das Sekret, das tagtäglich aus der Scheide einer Frau fließt. Und warum haben Frauen Ausfluss? “Die Vaginalwand als auch spezielle Drüsen produzieren fortlaufend eine Flüssigkeit, um einer Infektion entgegenzuwirken”, sagt Gynäkologe Prof. Dr. med. Kai J. Bühling. Scheidenausfluss setzt sich aus einer Flüssigkeit aus den Gebärmutterhalsdrüsen (Zervixdrüsen), weißen Blutkörperchen und Zellen der Scheidenschleimhaut zusammen. Hinzu kommen noch viele Milchsäurebakterien, die ein leicht saures Scheidenmilieu schaffen (pH-Wert 4,0) und so unerwünschte Erreger fernhalten. Nebenbei sorgt der Ausfluss einer Frau dafür, dass Spermien nicht in die zyklusbedingt unvorbereitete Gebärmutter eindringen können, fernab vom Eisprung. 

Veränderungen des Ausflusses sind ganz normal. In Menge und Konsistenz kann er von Frau zu Frau variieren und ist stark zyklusabhängig. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen beeinflusst den Ausfluss kurz vor dem Eisprung, es macht ihn flüssiger und spinnbarer, um den Spermien den Weg zum Uterus zu erleichtern. In der Zeit vor und nach der Menstruation wird das Sekret dementsprechend zäher. “Der normale Ausfluss ist weißlich-glasig”, sagt der Experte. Diese Verfärbung gelte als ganz normal. Doch sobald sich der Ausfluss andersfarbig verfärbt, sollte Vorsicht herrschen. Zwar muss es sich nicht immer um eine Infektion handeln, lassen Sie sich jedoch vorsichtshalber von Ihrem Gynäkologen untersuchen. Auch bei braunem Ausfluss besteht nicht unbedingt gleich ein Grund zur Sorge. 

Quellen: 

Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Interview: 17.07.2019, www.prof-buehling.de

L. Hendrix, Susan (2005), Menstruationsstörungen und ungewöhnliche Blutungen, in Mark H. Beers (Hrsg.), Handbuch Gesundheit, München, Wilhelm Goldmann Verlag

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