Brandwunden behandeln

Mona Trautmann
Brandverletzung bei Kind
Bei einer Brandverletzung ist es wichtig, dass sie sauber gehalten wird © iStock/metinkiyak

Bügeleisen, heißer Tee oder Spiritus im Grill – bis zu 18.000 Menschen pro Jahr benötigen in Deutschland wegen Brandverletzungen eine Behandlung im Krankenhaus. Je nach Grad der Verbrennung heilt die Haut vollständig ab oder es bleiben Narben zurück. Im schlimmsten Fall ist eine Verbrennungsverletzung lebensgefährlich. PraxisVITA erklärt, wie Sie Brandwunden behandeln und wie Sie den Schweregrad einer Verbrennung feststellen.

 

Was ist eine Brandwunde?

Eine Brandwunde ist eine Verletzung des Gewebes durch starke Hitzeeinwirkung. Die Verbrennung kann durch

  • Dampf,
  • Gas,
  • Feuer,
  • heiße Flüssigkeiten,
  • elektrischen Strom,
  • und starke Sonneneinstrahlung ausgelöst werden.
 

Welchen Verbrennungsgrad habe ich?

Die Schwere der Hautschädigung ist abhängig von der Temperatur, der Art der Verbrennung und der Dauer der Hitzeeinwirkung auf die Haut. Wie Sie eine Brandwunde behandeln, hängt ebenfalls vom Grad der Verbrennung ab.

Verbrennung 1. Grades: Die obere Hautschicht (Epidermis) ist geschädigt. Die verbrannte Stelle wird rot, schwillt an und ist berührungsempfindlich. Ein Beispiel für eine Verbrennung ersten Grades ist der Sonnenbrand. Verletzungen dieses Schweregrades sind vollständig reversibel, heilen also ohne Narbenbildung. Nach einigen Tagen klingen Rötung und Schwellung ab.

Verbrennung 2. Grades: Bei Verbrennungen zweiten Grades ist neben der Epidermis auch die darunter liegende Lederhaut durch Hitzeeinwirkung geschädigt. Zusätzlich zu einer Rötung und Schwellung treten Brandblasen auf. Bei diesem Verbrennungsgrad wird zwischen 2a und 2b unterschieden. Beim Verletzungen mit dem Grad 2a heilt die Verbrennung innerhalb von ungefähr 14 Tagen ohne Narbenbildung ab. Die Haut unter der Brandblase sieht in diesem Fall rot aus. Tiefergehende Brandverletzungen von Grad 2b verursachen weißliche Brandblasen und hinterlassen Narben.

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Bei Verbrennungen zweiten Grades treten neben Rötungen auch Brandblasen auf© iStock/apomares

Verbrennung 3. Grades: Betrifft nicht nur die Haut, sondern auch Anhangsgebilde (Haare, Nägel, Drüsen) und Muskulatur. Verbrannte Stellen können weiß oder braun verfärbt sein – dabei handelt es sich um abgestorbenes Gewebe. Die verletzte Haut bildet keine Blasen und ist verhärtet. Meist blutet die Wunde nicht und ist schmerzunempfindlich, da Blutgefäße und Nerven zerstört sind. Bei einer Verbrennung drittes Grades ist häufig eine Hauttransplantation notwendig.

Verbrennungen 4. Grades: Gewebe, Muskeln und teilweise sogar Knochen sind verbrannt. Das Gewebe ist schwarz und schmerzfrei. Meist ist es in diesem Fall nicht mehr möglich, die Brandwunde zu behandeln – dann ist eine Amputation oder Rekonstruktion unumgänglich.

Verbrennungen können ab zehn Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Erwachsenen und ab fünf Prozent bei Kindern zur Verbrennungskrankheit, einem lebensgefährlichen Kreislaufschock, führen.

Baby verbrennt sich Stock(am Backofen
In der Küche ist das Risiko sich zu verbrennen hoch - gerade für Kinder© iStock/Martinan
 

Brandwunde behandeln – Erste Hilfe

1. Kühlen Sie die Verbrennung sofort. Und zwar zehn bis höchstens fünfzehn Minuten mit lauwarmem Leitungswasser. Das lindert den Schmerz und verhindert, dass sich die Hitze weiter in der Haut ausbreitet und noch mehr Zellen zerstört. Kaltes Wasser oder Eiswürfel sollten Sie nicht verwenden, da beides die Haut zusätzlich schädigen kann.

Großflächige Verbrennungen (größer als die Handfläche des Patienten) und Verbrennungen bei Babys und Kindern sollten Sie nicht mit Wasser kühlen, da der Körper zu viel Wärme verlieren würde. Das belastet den durch die Verbrennung ohnehin schon geschwächten Kreislauf. Verbrennungen im Gesicht kühlen Sie mit befeuchteten Tüchern.

Bei kleinen Verbrennungen ist Honig (optimal: medizinischer Honig, Apotheke oder Reformhaus) ein geeignetes Mittel. Dünn auf Brandwunden aufgetragen, lässt er diese bis zu fünf Tage schneller heilen als herkömmliche Wundauflagen, belegen mehrere Studien.

2. Luft an die Wunde lassen: Entfernen Sie zuerst die Kleidung an der betroffenen Stelle, damit sie nicht an der verbrannten Haut klebt. Achten Sie darauf, dass die verbrannte Region sauber bleibt. Ein locker aufgelegter Mullverband schützt vor Verschmutzungen. Ist die Haut nur leicht gerötet, reicht das Auftragen einer Brandsalbe zum Behandeln der Brandwunde aus.

Eine feuchte Brandwunde behandeln Sie mit einem Verband oder einer Aluminium-Wundauflage – diese verkleben nicht mit der Wunde. Stechen Sie Blasen niemals auf, die Wunde könnte sich dann infizieren.

3. Den Arzt aufsuchen, wenn:

·      eine Brandwunde pocht und sich entzündet

·      Brandblasen mit weißem Grund auftreten

·      Störende Brandblasen entstehen, die vom Arzt steril geöffnet werden müssen

·      Gesicht und speziell die Augenregion betroffen ist

·      Schockanzeichen auftreten (Zittern, kalter Schweiß)

·      Verbrennungen auftreten, die größer sind als die Handfläche der verletzen Person

·      Kleinkinder und Babys Brandwunden erleiden

·      Verletzungen ab dem 2. Grad an Gelenken, im Intimbereich oder im Gesicht auftreten

·      Verbrennungen 3. und 4. Grades vermutet werden

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