Botox fürs Herz

Kann Botox Leben retten?
Kann Botox bald tausenden Menschen mit Herzrhythmusstörungen das Leben retten? © Fotolia

Das Nervengift, was hauptsächlich für seine Anwendung in der Schönheitsindustrie bekannt ist, kann anscheinend noch viel mehr: Laut einer neuen Studie kann es einen schweren Herzrhythmusfehler beheben.

Eine kleine Studie an Patienten, die einen Bypass bekommen haben, könnte große Auswirkungen haben. Dabei spritzen Ärzte den Patienten während der OP Botox in das Fettgewebe, das sich um den Herzmuskel abgelagert hat. Diese Ablagerungen sind ein häufiger Grund für eine besondere Form von Herzrhythmusstörungen, dem sogenannten Vorhofflimmern. In Deutschland leiden darunter etwa 300 000 Menschen. 

 

Botox in das Fettgewebe

„Das ist eine großartige Entdeckung“, sagt John Day, Präsident der amerikanischen Heart Rhythm Society, auf deren Jahresversammlung die Ergebnisse präsentiert wurden. „Bei Falten wirkt Botox nicht permanent“, sagt Dr. Day. „Aber diese Studie legt einen permanenten Effekt nahe, da alle Probanden nach einem Jahr noch frei von Vorhofflimmern waren.“

 

Neuer Fortschritt in der Behandlung von Vorhofflimmern

Es war das erste Mal, dass der Eingriff beim Menschen vorgenommen wurde, weshalb die Wissenschaftler darauf hinweisen, dass die Ergebnisse noch mindestens in einer weiteren Studie untersucht werden müssen. Wenn sich darin die Wirkung bestätigt, dann könnte das die Behandlung von Vorhofflimmern komplett verändern, so Day.

Bislang entwickelt etwa ein Drittel aller Patienten, die am offenen Herzen operiert werden, die schwere Herzrhythmusstörung. Als Folge kann es zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten kommen. Day ist begeistert: „Wenn es so wirkt, wie wir hoffen, dann kann das der künftige Goldstandard werden!“

Hamburg, 16. Mai 2015

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