Borreliose: Was schützt wirklich vor Zecken?

Redaktion PraxisVITA
Zecken benötigen Feuchtigkeit
Zecken benötigen Feuchtigkeit, deshalb sollten Sie sich eine trockene Stelle für ein Picknick in der Natur aussuchen © Fotolia

Zecken sind Blutsauger und Überträger der Borreliose. Aber mit dem richtigen Wissen sind sie einfach nur kleine Spinnentiere! Hier gibt es die wichtigsten Informationen.

Sobald die Temperatur über acht Grad Celsius steigt, lauern die Mini-Vampire wieder auf Laub, Gräsern und in Büschen. Bis maximal Schulterhöhe klettern sie dabei. Dort warten sie oft monatelang darauf, von einer Maus, einem Hund oder Menschen im Vorbeigehen abgestreift zu werden.

Tipp: Zecken benötigen Feuchtigkeit. Sonst sterben sie. Trockene Stellen sind also sicherer zum Picknicken, Sonnenbaden und zum Spielen für Kinder.

 

Körper und Kleidung absuchen!

Bevor Zecken zustechen, gehen sie oft stundenlang auf die Suche nach der richtigen Stelle: Feucht soll sie sein, warm, gut durchblutet und mit einer zarten Haut. Lieblings-Orte sind zum Beispiel die Kniekehlen, der Schritt und die Kopfhaut hinter den Ohren. Damit die Zecken dort gar nicht erst ankommen, empfiehlt es sich, nach dem Aufenthalt im Grünen Körper und Kleidung zeitnah sorgfältig abzusuchen.

Tipp: Wäsche bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Den Trockner auf die höchste Trockenstufe stellen. Sonst überleben die Zecken.

 

Impfen schützt vor Viren!

In den Speicheldrüsen der Zecken können gefährliche Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Viren (FSME) sitzen. Diese lösen im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung aus. Aber nur fünf Prozent der Zecken sind Überträger dieser Erreger.

Typische Symptome einer Erkrankung ähneln denen einer Sommergrippe: Kopf und Gliederschmerzen plus Fieber. Gegen die Symptome helfen Medikamente. Vor den Viren schützt eine Impfung. Sie braucht sechs Wochen, bis sie wirkt. Dafür hält sie bis zu fünf Jahre.

Tipp: Es gibt auch eine Schnell-Impfung. Sie wirkt bereits nach drei Wochen. Ihr Schutz hält jedoch nur etwa ein Jahr. Auch Kinder unter drei Jahren können bereits geimpft werden. Aber 15 Prozent von ihnen entwickeln als Nebenwirkung Fieber!

 

Antibiotikum schützt vor Bakterien!

Zecken können auch noch einen anderen Krankheitserreger übertragen: Borreliose-Bakterien. Gegen diese gibt es noch keine Impfung. Hier hilft das rechtzeitige Entfernen der Zecke. Auch nach dem Stich. Die ersten 24 Stunden sind dabei entscheidend. So lange brauchen die Bakterien, um aus dem Darm der Zecke in die Wunde zu gelangen.

Von Hausmitteln wie dem Träufeln von Öl oder Alkohol ist abzuraten. Sie sorgen dafür, dass die Zecke vor Schreck die Bakterien sofort in die Wunde befördert. Zum Entfernen eignet sich am besten eine Pinzette, deren Spitzen nach innen gebogen sind: Die Zecke darf beim Rausziehen nicht zusammengedrückt werden. Sonst werden die Krankheitserreger in die Wunde gepresst. Kommt es doch zu einer Übertragung der Bakterien, treten auch hier die Symptome einer Sommergrippe auf. Die Behandlung erfolgt beim Arzt mit einem Antibiotikum.

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