Bore-out: Strategien gegen die Unterforderung

Redaktion PraxisVITA
Frau mit Bore-Out-Syndrom
Bore-out ist weit verbreitet: Laut aktuellem Stressreport der Bundesanstalt für Arbeit leidet etwa jeder zehnte Arbeitnehmer unter Unterforderung im Job © Fotolia

Erschöpft, ausgebrannt und depressiv – so fühlen sich viele Angestellte in Deutschland. Und das nicht, weil sie zu viel zu tun haben, sondern weil sie unterfordert sind. Erfahren Sie hier, was das sogenannte Bore-out-Syndrom ist und was Betroffene dagegen tun können.

Wenn ein Arzt chronische Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Leiden oder Depressionen diagnostiziert, ist die Ursache oft die gleiche: heftiger Stress bei der Arbeit oder in der Familie. Doch mittlerweile gibt es noch einen anderen Grund – Unterforderung. Langeweile im Job kann tatsächlich krank machen. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Bore-out-Syndrom. Am häufigsten betroffen sind Menschen in Dienst- oder Verwaltungsjobs, weil sie entweder zu wenig Aufgaben haben oder Tätigkeiten ausüben müssen, die keinen Sinn haben, keine Freude machen.

 

Bore-out-Betroffene täuschen Beschäftigung vor

Paradoxerweise täuschen die meisten Betroffenen vor, sehr beschäftigt zu sein und einen Berg Arbeit bewältigen zu müssen. Nicht selten machen sie sogar Überstunden. Und genau diese Vertuschungsstrategien erzeugen den krank machenden Stress im Kopf.

Bore-out
Wer unter einem Bore-out-Syndrom leidet, macht oft sogar Überstunden, obwohl er nichts zu tun hat© iStock
 

Hilfe bei Bore-out

Wer unter Bore-out leidet, sollte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen. Die besten Ansprechpartner sind Psychiater oder Psychologen, die in einfühlsamen Gesprächen dem Problem auf den Grund gehen. Als besonders hilfreich haben sich zudem Atemtherapie, Autogenes Training und QiGong erwiesen. Sehr gut wirkt auch regelmäßiges körperliches Training. Ideal ist die Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport. Sie hilft dabei, den Langeweile-Stress abzubauen und überschüssige Energien besser zu filtern. Da alle Maßnahmen aber nichts an der Situation im Job ändern, ist es außerdem wichtig, sich seine Arbeit mal etwas genauer anzusehen. Welche Möglichkeiten der Weiterbildung habe ich, um eventuell mehr oder spannendere Aufgaben übernehmen zu können? Manchmal lohnt es sich, mit dem Betriebsrat zu reden. Vielleicht gibt es eine andere Stelle, die einem mehr liegt und mehr befriedigt. Ab und zu kann es ratsam sein, ein paar Monate durchzuhalten, bis mehr zu erwarten ist. Das kann ein neuer Chef sein oder eine bessere Auftragslage. In dieser Zeit gilt es, trotz Bore-out aus der Situation das Beste zu machen und durchzuhalten.

Und im Video erklären wir, woran Sie einen Burnout erkennen:

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