Borderline-Behandlung: Es gibt verschiedene Therapiewege

Psychotherapie
Gemeinsam mit ihrem Therapeuten können Borderline-Patienten Tricks entwickeln, um ihre Emotionen besser kontrollieren zu können © Fotolia

Einen Königsweg zur Behandlung des Borderline-Syndroms gibt es nicht. Aber Psychotherapeuten kennen verschiedene Methoden, mit denen einzelne Symptome der Persönlichkeitsstörung gezielt behandelt werden können.

 

Kontrolle über die eigenen Gefühle bei der Borderline-Behandlung

Besonders bewährt in der Borderline-Behandlung hat sich die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT). Dabei handelt es sich um eine Form der Verhaltenstherapie, bei der die Patienten lernen, ihre durch Borderline gestörten Gefühle in normale Bahnen zu lenken. Gleichzeitig versuchen sie vorbeugend zu verhindern, dass die eigenen Emotionen außer Kontrolle geraten, zum Beispiel indem sie, wenn sie spüren, dass die innere Spannung wächst, langsam bis zehn zählen. Auch kann es hilfreich sein, sich in emotional kritischen Momenten eiskaltes Wasser über die Unterarme fließen zu lassen oder einmal um den Häuserblock zu sprinten. Bei DBT muss jeder Patient versuchen, seinen eigenen kleinen, individuell erarbeiteten „Trick“ zu finden.

In der Therapie mit Borderline-Patienten hat sich DBT als überaus effektiv erwiesen: Tatsächlich lernen Betroffene durch ihren individuellen Trick, mit kritischen Situationen umzugehen, indem sie negative Emotionen früher wahrnehmen und auf diese Weise regulieren oder abbauen, ohne ihrer Umgebung zu schaden.

 

In der Borderline-Behandlung lernen, mit Menschen umzugehen

Auch die mentalisierungsgestützte Psychotherapie (MBT) zeichnet sich durch Effektivität und eine geringe Abbruchquote in der Borderline-Behandlung aus. Hierbei geht es darum, den Patienten dabei zu helfen, seine eigene Mentalisierungsfähigkeit zu stärken. Das bedeutet, dass der Borderline-Betroffene versucht am Verhalten anderer abzulesen, was in ihren Köpfen vorgeht. Auf diese Weise kann es möglich werden, die eigenen Gedankenprozesse und Verhaltensweisen besser zu erfassen.  

 

Wie hilft die Borderline-Behandlung gegen Selbstverletzung?

Wer unter Borderline leidet, empfindet oft eine ausgeprägte Störung der eigenen Körperwahrnehmung. Die Folge ist ein selbstzerstörerisches Verhalten, bei dem sich der Patient unter anderem selbst Schmerzen zufügt. Dagegen kann die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) helfen. Dabei wird die Übertragung von Gefühlen auf angelernte Handlungen und ihre Verbindung untersucht. TFP gibt dem Betroffenen die Möglichkeit, die selbstschädigenden Verhaltensmuster durchzuarbeiten und sich schrittweise abzugewöhnen.

In weiteren psychotherapeutischen Maßnahmen werden Patienten mit einem Achtsamkeitstraining dazu angeleitet, Gefühle besser wahrzunehmen. Auch kann in einem Selbstsicherheitstraining gelernt werden, im Umgang mit anderen Menschen sicherer zu werden und schädliche Denkmuster wie „Ich bin böse“ durch positive Gedanken zu ersetzen.

In der Traumatherapie hingegen setzt sich der Patient behutsam mit traumatisierenden Elementen aus der eigenen Vergangenheit auseinander und versucht sie schrittweise aufzuarbeiten. So kann der Ursprung der eigenen Borderline-Krankheit untersucht werden und der Patient kann aktiv an einer Lösung in seinem Umfeld arbeiten.

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