Booster-Impfung: Diese medizinischen Gründe sprechen laut RKI dagegen

Mona Eichler Health-Redakteurin

Es gibt Menschen, die sollten keine Booster-Impfung gegen Corona erhalten. Welche das sind, erklärt das RKI aus medizinischer Sicht.

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Inhalt
  1. RKI: Medizinische Gründe gegen Booster-Impfungen
  2. Zwei Gründe gegen eine Auffrischimpfung mit AstraZeneca
  3. Booster-Impfung: Streitfrage Immundefizienz
  4. Booster: In diesen Fällen darf geimpft werden

Booster-Impfungen sind laut zahlreicher Expertinnen und Experten das beste Mittel, um die vierte Corona-Welle zu brechen. Christian Karagiannidis, Leiter des DIVI-Intensivregisters, betonte etwa: "Das Boostern hat einen enormen Effekt auf den R-Wert – also nicht nur darauf, dass die Älteren vor der Intensivstation geschützt sind, sondern auch darauf, dass jüngere Menschen, die nicht schwer erkranken, nach der Boosterung das Virus nicht weitergeben." 

Es gibt allerdings laut RKI einige medizinische Gründe, die gegen Booster-Impfungen sprechen. Vorweg: Es sind wesentlich weniger, als man meinen könnte. 

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RKI: Medizinische Gründe gegen Booster-Impfungen

Gerade erst hat der Chef der Stiko bekannt gegeben,  die Booster-Impfungen künftig für alle ab 18-Jahren offiziell empfehlen zu wollen. Online informiert das Robert Koch-Institut, für wen diese Empfehlung nicht gilt.

Allergien gegen Inhaltsstoffe der COVID-19-Vakzine

Wer bekanntermaßen gegen einen oder mehrere Inhaltsstoffe der gängigen Corona-Vakzine allergisch reagiert, sollte aus medizinischen Gründen auf eine Auffrischimpfung verzichten. Bei Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe können unabhängig von der Art der Impfung anaphylaktische Reaktionen – also sehr starke, potentiell lebensbedrohliche allergische Akutreaktionen – auftreten. 

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Da die Inhaltsstoffe von mRNA- und Vektorimpfstoffen natürlich aber nicht deckungsgleich sind, betont das RKI: "In der Regel können Personen, die mit einem der Impfstofftypen (mRNA vs. Vektor-basiert) nicht impfbar sind, mit dem jeweils anderen geimpft werden."

Anaphylaktische Reaktionen nach Corona-Impfung Das Paul-Ehrlich-Institut dokumentiert und analysiert sämtliche Nebenwirkungen, die nach COVID-19-Impfungen auftreten. Anaphylaxien sind auch dabei, allerdings extrem selten. Bis zum 30. September 2021 wurden sechs Fälle bei einer Million Erstimpfungen gemeldet. Bei der gleichen Anzahl an Zweitimpfungen waren es nur noch ein bis zwei Fälle.

 

Zwei Gründe gegen eine Auffrischimpfung mit AstraZeneca

Der Impfstoff Vaxzevria, ehemals AstraZeneca, ist in Deutschland nur noch bis Ende November im Einsatz, wie das Bundesgesundheitsministerium im Oktober mitteilte. Booster-Impfungen damit sind also theoretisch möglich.

Das RKI listet zwei sehr seltene Kontraindikationen auf: ein vorbestehendes Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) oder ein Kapillarlecksyndrom. Wer unter einer der beiden Vorerkrankungen leidet, sollte aus medizinischen Gründen keine Booster-Impfung mit AstraZeneca durchführen lassen. 

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Booster-Impfung: Streitfrage Immundefizienz

Wie das RKI weiter informiert, ist es durchaus möglich, dass die Impfung bei Menschen mit einer Immunschwäche weniger wirksam ist. Deswegen sollte aber nicht darauf verzichtet werden, betont die Behörde.

"Viele Patient:innen und auch manche Ärzt:innen fürchten vermehrte Komplikationen durch COVID-19-Impfungen bei Immundefizienz. Teilweise wird diese Gefährdung als so hoch eingeschätzt, dass auf wirksamen und möglicherweise dringend indizierten Impfschutz verzichtet wird. Die Impfung immundefizienter Patient:innen ist jedoch besonders wichtig, da diese ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben. Deshalb wird hier in der Regel besonders zu einer Impfung geraten."

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Booster: In diesen Fällen darf geimpft werden

Abseits von Allergien und bestimmten Vorerkrankungen dürfen wesentlich mehr Menschen die Booster-Impfung erhalten, als allgemein angenommen wird. Natürlich sollten sich Personen, die akut unter hohem Fieber (>38 °C) leiden, nicht immunisieren lassen.

Das RKI listet allerdings auch jene Fälle auf, bei denen fälschlicherweise von einer Auffrischimpfung abgeraten wird:

  • banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (≤ 38,5 °C) einhergehen
  • Krebserkrankungen, rheumatologische Erkrankungen
  • Allergien (die nicht spezifisch gegen Bestandteile der Impfung bestehen)
  • Behandlung mit Antibiotika oder Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten
  • Blutungsneigung/ Einnahme von Gerinnungsmedikamenten
  • Vorbestehende neurologische Erkrankungen wie bspw. Multiple Sklerose
  • Chronische Erkrankungen wie Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen oder Nierenerkrankungen

Anhand dieser Leitlinien lässt sich erkennen, dass eine Booster-Impfung nur in sehr seltenen Fällen aus medizinischen Gründen nicht sinnvoll ist.

Quellen:

Welche medizinischen Gründe (Kontraindikationen) sprechen gegen die COVID-19-Impfung?, in: rki.de
PEI Sicherheitsbericht, in: pei.de
Welche medizinischen Gründe gegen eine Booster-Impfung sprechen – und welche nicht, in: handelsblatt.com

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