Bonusheft beim Zahnarzt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Redaktion PraxisVITA

Manchmal kann man sich schon fragen: Was bringt das Bonusheft beim Zahnarzt eigentlich? Tatsächlich lässt sich damit im Ernstfall viel Geld sparen. Aber nur, wenn diese Regeln beachtet werden.

Mann tippt in den Taschenrechner
Mit einem Bonusheft kann man beim Zahnarzt ordentlich sparen Foto:  istock/andreypopov
Inhalt
  1. Wer bekommt ein Bonusheft beim Zahnarzt?
  2. Wie oft muss man zum Zahnarzt?
  3. Zahnarztkosten: Das Bonusheft ist viel Geld wert
  4. Wenn Stempel im Bonusheft fehlen
  5. Zahnarzt-Bonusheft verloren: Was nun?

Alle Jahre wieder dasselbe Ritual: Patienten kommen zur Kontrolluntersuchung und legen ihr Bonusheft beim Zahnarzt vor. Die Praxis bestätigt per Stempel und Unterschrift, dass die Vorsorge durchgeführt wurde. Viele Versicherte wissen aber gar nicht genau, welche Vorteile das Bonusheft bringt und wie wichtig eine lückenlose Dokumentation ist. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

 

Wer bekommt ein Bonusheft beim Zahnarzt?

Jedes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse hat Anspruch auf ein Bonusheft beim Zahnarzt. Das wurde 1989 mit dem “Gesundheitsreform-Gesetz” eingeführt. Ziel war es, regelmäßige Zahnarztbesuche zu dokumentieren. Das sollte mittlerweile zwar theoretisch auch über die internen Abrechnungssysteme der Krankenkassen möglich sein. Doch das Bonusheft, beim Zahnarzt abgestempelt, ist immer noch der entscheidende Nachweis für die verlangte Vorsorge.

Jeder Erwachsene bekommt vom Zahnarzt ein eigenes Bonusheft (offizieller Zusatz: “Nachweis von Zahngesundheitsuntersuchungen”). Das gilt auch für Menschen, die bei einem Familienangehörigen mitversichert sind. Kinder erhalten ab zwölf Jahren ein Bonusheft beim Zahnarzt. Sollte das in der Praxis gerade nicht vorrätig sein, kann es bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) angefordert werden.

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Wie oft muss man zum Zahnarzt?

Die meisten Menschen lassen sich ohne konkreten Anlass vermutlich höchstens einmal pro Jahr beim Zahnarzt blicken. Tatsächlich empfehlen die Krankenkassen aber, zweimal jährlich die Gesundheit der Zähne kontrollieren zu lassen. Diese beiden Untersuchungen sind für Erwachsene kostenlos. Ein Besuch pro Jahr reicht aber, damit die Anforderungen, die das Bonusheft vom Zahnarzt vorgibt, erfüllt sind. Um in den Genuss der Vorzüge des Programms zu kommen, müssen Sie mindestens fünf Jahre in Folge die Kontrolluntersuchungen nachweisen können.

Kinder und Jugendliche ab dem sechsten Lebensjahr und bis zum 18. Lebensjahr müssen verpflichtend zweimal im Jahr zum Zahnarzt. Für sie gibt es ein spezielles Vorsorgesystem, “IP-Programm” (IP = Individualprophylaxe) genannt. “Die Untersuchung beziehungsweise die Prophylaxe-Maßnahme ist an einen festgelegten Zeitrhythmus gebunden. Näheres sagt Ihnen Ihr Zahnarzt”, informiert die KZBV. 

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Zahnarztkosten: Das Bonusheft ist viel Geld wert

Der Nutzen vom Bonusheft beim Zahnarzt bleibt für die meisten Versicherten lange Zeit theoretischer Natur – zum Glück. Im Ernstfall aber zahlt sich die Vorsorge beim Thema Zahnarztkosten aus. Dann nämlich, wenn es an der Zeit für Zahnersatz ist. Der wird für Versicherte schnell zu einer kostspieligen Angelegenheit. „Denn die Kranken­versicherung zahlt für Zahnersatz einen Festzuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten” und das auch nur für das unbedingt Notwendige, wie die “Stiftung Warentest” erklärt. Den Rest müssen die Versicherten entrichten.

Wer aber im Bonusheft vom Zahnarzt fünf Jahre lückenlose Prophylaxe nachweisen kann, für den erhöht sich der Festzuschuss zu den Zahnarztkosten ab dem sechsten Jahr auf 60 Prozent. Bei zehn Jahren steigt der Zuschuss ab dem elften Jahr auf 65 Prozent. „Die Kostenübernahme liegt damit um 20 beziehungsweise 30 Prozent höher als ohne Bonusheft”, bringt die “Stiftung Warentest” die Vorzüge des Programms auf den Punkt. 

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Wenn Stempel im Bonusheft fehlen

“Lückenlos” ist bei der zahnärztlichen Vorsorge das Schlüsselwort. Sie ist entscheidend, damit das Bonusheft beim Zahnarzt seinen Sinn erfüllt. Wird die Untersuchung in einem Jahr vergessen, fangen Sie bei null an und müssen warten, bis fünf Jahre am Stück zusammengekommen sind. Die kontinuierliche Prophylaxe liegt in der Verantwortung des Versicherten. Der Zahnarzt hat hier keine Hinweispflicht.

Kein Problem ist es hingegen, wenn der Stempel im Bonusheft beim Zahnarzt lediglich nach der Untersuchung vergessen wurde. Bitten Sie in dem Fall die Zahnarztpraxis, den Eintrag mit dem Datum der Kontrolle nachzuholen. Das sollte aber möglichst schnell geschehen. Dieser Nachtrag ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn die Untersuchung tatsächlich durchgeführt wurde und in der Patientenkartei vermerkt ist. Vor einem Umzug oder Zahnarztwechsel empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob das Bonusheft auf dem aktuellen Stand ist und kein Eintrag vergessen wurde.

 

Zahnarzt-Bonusheft verloren: Was nun?

Das Bonusheft geht ebenso wie der Impfausweis gern mal verloren. Auch hier gilt: Der Zahnarzt kann die Nachweise erneut ausstellen, sofern die Termine im System vermerkt sind. Eine solche Aktion ist aber aufwendig und nicht jeder Praxismitarbeiter zeigt sich da sofort hilfsbereit. Deshalb sollte das Dokument immer sorgfältig aufbewahrt werden, am besten bei anderen wichtigen Unterlagen. Es bietet übrigens Platz für bis zu 24 Einträge. Eine Schutzhülle kann helfen, das Heft vor Schäden zu bewahren. Vielleicht haben Sie ja noch eine Hülle vom alten Personalausweis herumliegen. Das Bonusheft besitzt dieselbe Größe.

Erwachsene müssen mindestens einmal pro Jahr zur Kontrolluntersuchung und das im Bonusheft beim Zahnarzt eintragen lassen. Eine lückenlose Vorsorge kann den Eigenanteil der Kosten für Zahnersatz erheblich senken. Das Bonusheft hat darüber hinaus aber noch einen anderen grundsätzlichen Wert. Es bietet einen Anreiz, die Vorsorge wirklich jedes Jahr in Anspruch zu nehmen. Damit trägt es direkt dazu bei, dass man den Bonus womöglich nie oder sehr viel später in Anspruch nehmen muss.

Quellen:

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