Blutvergiftung (Sepsis)

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei einer Blutvergiftung, in der Medizin Sepsis genannt, handelt es sich um eine Entzündung infolge einer Infektion, die sich auf den ganzen Körper ausbreitet. Die Erreger, in den meisten Fällen Bakterien, verteilen sich über die Blutbahn im ganzen Körper und lösen Entzündungsreaktionen aus. Eine Blutvergiftung kann zu einem mehrfachen Organversagen führen und verläuft unbehandelt tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Sepsis deshalb erst kürzlich als vorrangig zu bekämpfendes Gesundheitsproblem eingestuft.

 

Was ist eine Blutvergiftung?

Die Sepsis, so die medizinische, aber weniger geläufige Bezeichnung der Blutvergiftung, ist eine außer Kontrolle geratene Entzündung infolge einer Infektion. Normalerweise führt eine Infektion mit Bakterien, seltener Viren oder Pilzen, zu einer lokalen, also örtlich begrenzten und meist harmlos verlaufenden Entzündung. Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems, um die Erreger zu bekämpfen – in der Regel geschieht dies erfolgreich und örtlich begrenzt.

Bei einer Blutvergiftung jedoch erfolgt eine Art Kettenreaktion: Das Immunsystem ist nicht in der Lage, die Infektion räumlich zu begrenzen und die Erreger verteilen sich mit ihren Giftstoffen über die Blutbahn im ganzen Körper. Das Immunsystem reagiert und verursacht überall Entzündungsreaktionen – mit fatalen Folgen für den Körper, wenn eine Blutvergiftung nicht behandelt wird.

Blutvergiftung
Bei einer Blutvergiftung verteilen sich die Erreger beziehungsweise ihre Gifte über die Blutbahn © Fotolia

Eine Entzündungsreaktion, die sich auf den ganzen Körper ausweitet, bezeichnen Mediziner als SIRS (aus dem Englischen: Systematic inflammatory Response Syndrome). Ist eine Infektion dafür verantwortlich, liegt nach der medizinischen Definition eine Blutvergiftung vor.

 

Kann eine Blutvergiftung tödlich sein?

Die Symptome einer Sepsis sind zu Beginn oft unspezifisch, weshalb eine Blutvergiftung häufig erst spät erkannt wird. Sie hat drei Schweregrade und kann einen schwerwiegenden Verlauf nehmen: Bei der einfachen Blutvergiftung brechen die Erreger beziehungsweise ihre Gifte aus dem örtlichen Infektionsherd aus und verbreiten sich im Körper. Die schwere Blutvergiftung ist durch das Versagen einzelner Organe gekennzeichnet.

Ein sogenannter septischer Schock entsteht, wenn der Blutdruck zusätzlich stark absinkt, der Puls sich beschleunigt und mehrere Organe versagen. Unbehandelt verläuft eine Blutvergiftung immer tödlich.

Blutvergiftung durch Bakterien
Auslöser einer Blutvergiftung sind meistens Bakterien © istock/spawns
 

Welche Auslöser von Blutvergiftungen kommen infrage?

Auslöser einer Blutvergiftung sind meistens Bakterien. Seltener sind Viren, Pilze oder Parasiten die Ursache. Zu den drei häufigsten Erregern gehören Escherichia coli (E. coli), Staphylokokken (Staphylococcus aureus) und Pneumokokken.

Blutvergiftung durch Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung führt häufig zu einer Blutvergiftung © istock/baona

Häufig führt eine Lungenentzündung zu einer Blutvergiftung. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 150.000 Menschen an einer Blutvergiftung, rund 60.000 sterben daran – damit ist die Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

 

Ist ein roter Strich Anzeichen für eine Blutvergiftung?

Entsteht ein roter Strich von der Wunde ausgehend bis zum Herzen, weist das nicht – wie oft mals angenommen – auf eine Sepsis hin. Tatsächlich handelt es sich um eine Lymphbahnen-Entzündung, aus der sich aber eine Blutvergiftung entwickeln kann.

 

Blutvergiftung – wann zum Arzt?

Wer unsicher ist und die Möglichkeit einer Blutvergiftung nicht komplett ausschließen kann, ruft sofort unter der Rufnummer 112 einen Rettungswagen. Das gilt auch am Wochenende oder mitten in der Nacht. Handelt es sich bei dem Betroffenen tatsächlich um eine Blutvergiftung, kann sein Leben davon abhängen, dass schnell gehandelt wird.

Passiert das, sobald die ersten Symptome auftreten, liegen die Überlebenschancen des Patienten bei etwa 90 Prozent. Bereits nach wenigen Stunden, wenn die Organe betroffen sind, sinken sie auf circa 40 Prozent. Sagen Sie in der Notaufnahme am besten laut und deutlich „Blutvergiftung“, damit Sie auch schnellstmöglich medizinisch untersucht werden.

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