Blutspenden – alles was Sie wissen müssen

Blutspenden
Täglich kann es passieren: Ein Unfall, eine große OP, und wir sind auf eine Blutspende angewiesen. Doch die Zahl der Blutspenden geht seit Jahren zurück © Fotolia

Wie läuft das Blutspenden ab? Wie oft darf man Blut spenden? Und welche Risiken drohen? Was Sie als Blutspender wissen sollten – und warum es lohnt, zur Blutspende zu gehen.

Blut ist ein kostbares Gut. Rund 80 Prozent aller Deutschen benötigen mindestens einmal im Leben eine Transfusion oder Medikamente aus Blutplasma. Die Blutkonserven werden bei Operationen, Unfällen und Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämie gebraucht. Auch bei der Krebsbehandlung wird Blut eingesetzt, weil hochdosierte Chemotherapien oft einen Blutmangel verursachen.

Der Bedarf an Blutspenden steigt. Gleichzeitig geht die Zahl der Blutspenden aber landesweit zurück. Besonders die Blutgruppe 0 Rhesus negativ wird dringend benötigt. Der Grund: Sie kann im Notfall auch bei Patienten eingesetzt werden, die eine andere Blutgruppe haben.

Wer diese lebensnotwendige Flüssigkeit mal in einer Notsituation braucht, ist dankbar für jeden Menschen, der sein Blut verschenkt. Doch auch Blutspender selbst profitieren von ihrer guten Tat, denn ihr Gesundheitszustand wird regelmäßig geprüft.

Älteres Ehepaar
Wer darf Blut spenden? Ein Blutspender muss mindestens 18 Jahre alt sein und darf ein Alter von 72 Jahren nicht überschritten haben© Fotolia
 

Welche Vorteile bringt mir das Blutspenden?

Wer sein Blut spendet, wird auf Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C, Aids und Syphilis untersucht. Ein spezieller Test fahndet nach Antikörpern, die gegen körperfremde Blutzellen gerichtet sind und gefährliche Komplikationen hervorrufen können, falls man selbst einmal eine Bluttransfusion benötigt. Auch die Anzahl der Blutzellen wird überprüft und damit eine Blutarmut ausgeschlossen. Einmal jährlich wird das Blut zudem auf Cholesterin, Blutzucker, Gesamteiweiß, Leber- und Nierenwerte sowie Harnsäure (Gicht) untersucht. Weichen die Laborwerte von der Norm ab, werden die Betroffenen unterrichtet.

 

Wie oft darf man Blut spenden?

Männer ab 18 Jahren dürfen alle zwei, Frauen ab 18 Jahren alle drei Monate Blut spenden. So hat der Körper genügend Zeit, neues Blut zu bilden. Wichtig: Blutspender müssen mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht und einen Body-Mass-Index von 19 haben.

 

Wie läuft das Blutspenden ab?

Vor der Blutabnahme sollten Sie ausreichend gegessen und getrunken haben. Wichtig: Bis mindestens zwölf Stunden vor der Blutspende dürfen Sie keinen Alkohol konsumieren. Bei der Anmeldung werden zunächst Ihre persönlichen Daten entgegengenommen.  Außerdem werden Sie gebeten, einen medizinischen Fragebogen auszufüllen. Wenn Sie zum ersten Mal Blut spenden, müssen Sie Ihren Personalausweis vorzeigen. Später wird Ihnen Ihr persönlicher Blutspendeausweis (mit Blutgruppe und Rhesusformel sowie mit eventuell vorliegenden Antikörpern) per Post zugeschickt. Bevor Sie Blut spenden dürfen, müssen Sie sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Dabei werden der Blutdruck, der Puls und die Körpertemperatur gemessen. Im Anschluss bespricht der Arzt den ausgefüllten Fragebogen mit Ihnen. Anschließend wird der Hämoglobinwert in Ihrem Blut am Finger ermittelt. Bei Erstspendern wird die Blutgruppe mittels eines Blutstropfens aus dem Ohrläppchen bestimmt. Da es sich dabei nur um einen Schnelltest handelt, wird die endgültige Blutgruppenbestimmung erst im Nachhinein im Labor festgelegt. Bei der Blutspende werden knapp 500 Milliliter Blut abgenommen. Dieser Vorgang dauert nicht länger als fünf bis zehn Minuten. Danach ruhen Sie sich für etwa zehn Minuten auf einer Liege aus. Außerdem ist es sehr wichtig, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen.

Blutgruppe und Rhesusformel
Im persönlichen Blutspendeausweis werden die Blutgruppe und die Rhesusformel sowie eventuell vorliegende Antikörper aufgezeigt© Fotolia
 

Welche Risiken drohen Blutspendern?

Für gewöhnlich treten keine Komplikationen nach dem Blutspenden auf. Es werden nur Einwegmaterialien benutzt. Eine Übertragung von Infektionskrankheiten wie z.B. Hepatitis oder HIV ist daher so gut wie ausgeschlossen. An der Punktionsstelle kann höchstens ein kleiner Bluterguss entstehen. In sehr seltenen Fällen kann es zu Nervenverletzungen oder einem Schaden an den Blutgefäßen kommen. Eventuelle Kreislaufprobleme klingen nach kurzer Ruhephase wieder ab, da der Körper den Blutverlust schnell kompensiert. In aller Regel beeinträchtigt eine Blutspende auch nicht das Wohlbefinden des Spenders.

 

Wer darf Blut spenden? Die wichtigsten Spendekriterien

 

Alter

Blut spenden können selbst Menschen im höheren Lebensalter. Während die Begrenzung bis vor einigen Jahren noch bei 65 Jahren lag, ist sie heute aufgehoben. Wenn die Senioren gesund sind, das heißt keine Herzkreislauf- oder Tumorerkrankungen vorliegen, und sie sich wohl fühlen, können sie auch mit 70 noch Blut spenden. Das maximale Spendenalter ist das vollendete 72. Lebensjahr. Erstspender sollten allerdings maximal 60 Jahre alt sein.

 

Antibiotika

Wer Antibiotika eingenommen hat, muss mit dem Blutspenden mindestens vier Wochen nach Ende der Einnahme warten.

Diabetiker spritzt Insulin
Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabtiker, die insulinpflichtig sind, sind nicht für eine Blutspende zugelassen© Fotolia
 

Diabetes

Diabetes stellt grundsätzlich kein Ausschlusskriterium für die Blutspende dar. Sowohl Typ-1-Diabetiker als auch Typ-2-Diabtiker, die insulinpflichtig sind, sind aber generell nicht für eine Blutspende zugelassen. Für Typ-2-Diabetiker, die ihre Wert dank Diät oder der Einnahme eines oralen Antidiabetikums gut im Griff haben und regelmäßig kontrollieren, besteht aber die Möglichkeit einer Blutspende.

 

Eisenmangel

Liegt der Hämoglobinwert am Tag der Blutspende bei Frauen unter 12,5 Milligramm/ 100 Milliliter und bei Männern unter 13, 5, darf an diesem Tag kein Blut gespendet werden.

 

Operationen

Nach großen Operationen müssen vier Monate verstreichen, bis eine Blutspende gemacht werden kann. Bei kleineren Operationen (kein Blutverlust, keine Sepsis) und zahnärztlichen Eingriffen reicht eine vierwöchige Pause. Nach kleinen Operationen im Hautbereich (Nähte bereits entfernt), müssen Spendenwillige vier Wochen aussetzen.

Schwangere Frau
Während der Schwangerschaft dürfen werdende Mütter kein Blut spenden. Zwischen der Geburt und der ersten Blutspende müssen mindestens sechs Monate liegen© Fotolia
 

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft dürfen werdende Mütter kein Blut spenden. Zwischen der Geburt und der ersten Blutspende müssen mindestens sechs Monate liegen. Außerdem sollten die Mütter abgestillt haben. In dem Zeitraum zwischen Abstillen und der Blutspende gibt es keine bestimmte Wartezeit.

 

Tätowierungen

 Frisch Tätowierte müssen vier Monate aussetzen, bevor sie Blut spenden dürfen.

 

Vom Blutspenden permanent ausgeschlossen

 

4 gute Gründe, jetzt Blut zu spenden

Gesundheitscheck

Sie sind immer über Ihre Laborwerte auf dem Laufenden, weil vor jeder Spende der kostenlose Gesundheitscheck steht. Ihre Spende wird auf zum Teil lebensbedrohliche Krankheitserreger untersucht (u. a. Aids, Hepatitis B/C, Syphilis).

Frische

Jede Spende verdünnt das Blut, es fließt wieder besser. Der Effekt: Man fühlt sich frischer, kann besser denken.

Glückliche Frau lächelt
Es ist ein gutes Gefühl, anderen zu helfen – man könnte also sagen: Blutspenden macht glücklich© Fotolia

Glück

Das Gefühl, anderen etwas Gutes getan zu haben, stärkt die körpereigene Abwehr, das macht glücklich und zufrieden.

Belohnung

Blutspenden ist zwar freiwillig. Doch häufig bekommt man eine Aufwandsentschädigung von 15 bis 25 Euro gezahlt.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.