Bluthochdruck früh erkennen durch die Pulsdiagnose

Tibetische Ärzte erkennen Krankheiten am Puls
Tibetische Ärzte können ohne jegliche Hilfsmittel Krankheiten wie z. B. Bluthochdruck erkennen – lange vor dem Auftreten der ersten Beschwerden. Nur durch eine Pulsdiagnose des Patienten © Fotolia

Die tibetische Medizin ist neben dem Ayurveda eine der ältesten Gesundheitslehren der Welt. Ihre Heiler arbeiten ohne Hilfsmittel, erspüren Krankheiten z. B. Rheuma und Bluthochdruck durch Fingerdruck und Wissen – und erzielen Erfolge, die immer öfter westliche Mediziner erstaunen.

 

Tibetische Ärzte unterscheiden 50 Pulsqualitäten

Mit sanftem Druck legt Dr. Bandi Khajidsuren die mittleren drei Finger ihrer rechten Hand auf den Puls ihrer Patientin. Wie beim Klavierspielen beginnt sie dann, jeden Finger einzeln nach unten zu drücken, tastend, horchend. „So wie ein Sturm riesige Wellen aufbäumen kann und sanfte Winde einen See nur leicht berühren, lassen sich neben Länge, Breite, Tiefe auch Kraft, Fülle und Form der einzelnen Pulswellen erspüren“, erklärt sie später. Mehr als 50 Pulsqualitäten unterscheiden tibetische Ärzte – es gibt spezielle Pulse für Epilepsie, Phobien, unverarbeitete Traumata, Vergiftungen und Tumore. Auch akute und chronische Krankheiten können erkannt werden, ebenso lassen sich gefährdete Organe bestimmen. Dabei arbeiten die Heiler ohne Stethoskop, ohne jegliche Hilfsmittel – allein mit dem Gespür ihrer Finger. „Sie leiden an einer sehr seltenen Form von Rheuma“, erklärt Dr. Khajidsuren ihrer Patientin schließlich. Die Frau stutzt: Rheuma? „Das ist unmöglich“, erwidert sie. Auf der Suche nach der Ursache für ihre Gelenkschmerzen haben bisher alle Untersuchungen diese Erkrankung ausgeschlossen; kein einziger Wert deutet auf Rheuma hin. Stattdessen tippten ihre Ärzte mal auf Bandscheibenprobleme, dann auf eine Infektion. Linderung gab es nicht. Erst zwei Jahre nach der Pulsdiagnose bei Dr. Khajidsuren bestätigen Mediziner die Diagnose: Die Patientin leidet am RS3PE-Syndrom, einer seltenen Form von Rheuma, die fast ausschließlich bei Männern auftritt.

 

Den Mensch als Ganzes betrachten

Die tibetische Medizin ist eines der ältesten Heilsysteme dieser Welt: Ihre historisch belegten Anfänge liegen im 7. Jahrhundert – bereits vor 1.200 Jahren wurden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Medizinkongresse ausgerichtet, zu denen die bedeutendsten Heiler aus Zentralasien, Südostasien, dem Orient und sogar dem alten Griechenland anreisten. Bis heute ist die tibetische Heillehre weitgehend unbeeinflusst von westlichen Medizinströmungen geblieben. Als Grundlage gilt: Der Mensch wird stets als Ganzes betrachtet, als Körper und Geist. Im Gegensatz zur westlichen Medizin, die physische Kräfte – und damit die chemischen Prozesse des Körpers – oft als maßgeblich betrachtet, sieht die tibetische Medizin vor allem das Bewusstsein und die Willenskraft des Geistes als stärkste Kraft an. So wird ein gelassener, friedlicher Geist stets als Ideal angestrebt, denn im Glauben der Tibeter verringert eine gelassene innere Haltung einerseits das Risiko zu erkranken und unterstützt gleichzeitig eine schnellere Erholung.

 

Bluthochdruck erkennen durch Pulsdiagnose

Der Internist Dr. Egbert Asshauer begleitete lange Tenzin Choedrak, den einstigen Leibarzt des Dalai Lama. Er beobachtete, wie dieser lediglich durch das Betasten des Pulses differenzierte Diagnosen stellte, die Asshauer selber ohne Stethoskop oder andere Messverfahren so niemals hätte stellen können. „Kein anderes traditionelles Medizinsystem hat diese Pulsdiagnose so perfektioniert, wie es die Tibeter über Jahrhunderte hinweg getan haben“, erklärt er. Tatsächlich kann ein geübter Heiler mit der Pulsdiagnose nicht nur bestehende Krankheiten erkennen, sondern auch bereits überwundene. Zudem ist er in der Lage, etliche Gesundheitsprobleme zu erkennen, die sich noch gar nicht manifestiert haben. Lange vor Auftreten der ersten Symptome können so oftmals Maßnahmen ergriffen und der Ausbruch einer Krankheit verhindert werden.

Sechs Jahre lang werden tibetische Mediziner ausgebildet, bis sie dieses Verfahren wirklich beherrschen – weltweit sind das momentan weniger als 300 Heiler. Bis heute stellt die Pulsdiagnose fast immer die ausschließliche Methode in der tibetischen Medizin dar. Lediglich in unklaren Fällen wird zusätzlich eine Urin-, Zungen-, Muttermilch- oder Augendiagnostik herangezogen.

 

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