Blutgerinnungsstörungen: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Blutgerinnungsstörungen unterscheidet der Arzt für die Diagnose erst einmal grundsätzlich, ob Symptome auf eine verringerte oder auf eine erhöhte Blutgerinnung hinweisen. Für die Diagnose von Blutgerinnungsstörungen mit eingeschränkter Blutgerinnung, wie die klassische Bluterkrankheit (Hämophilie A und B) und das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom, wird Sie der Arzt nach charakteristischen Beschwerden fragen und wissen wollen, ob gegebenenfalls weitere Familienmitglieder von Blutgerinnungsstörungen betroffen sind.

 

Genetische oder molekulargenetische Diagnostik notwendig, um genetische Mutation sichtbar zu machen

Er wird sich über mögliche Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente informieren. Je nach Art der Erkrankung sichert ein Blutbild die Diagnose ab, welches verschiedene Gerinnungswerte (zum Beispiel Blutungszeit, Antithrombin III) ebenso veranschaulicht wie die Zahl der an der Blutgerinnung beteiligten Blutplättchen. Alternativ oder ergänzend kann zudem eine genetische oder molekulargenetische Diagnostik notwendig sein, die eine zugrunde liegende genetische Mutation sichtbar macht.

 

Arzt vergewissert sich nach Vorerkrankungen, die das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöhen

Für Blutgerinnungsstörungen, die eine erhöhte Blutgerinnung (zum Beispiel Faktor-V-Leiden-Mutation) bewirken, wird in der Regel erst dann eine Diagnose gestellt, wenn bereits deutliche bis schwerwiegende Folgen auftreten. Die verstärkte Gerinnungsneigung hat also bereits ein Blutgerinnsel verursacht, das zum Verschluss eines Gefäßes führt. Der Arzt wird Sie daher gezielt zu den Beschwerden fragen. Er wird sich über Vorerkrankungen informieren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöhen (zum Beispiel Diabetes mellitus, Bluthochdruck). Er wird wissen wollen, ob weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Schwangerschaft oder Krampfaderleiden bestehen und ob Sie gegebenenfalls Östrogen-haltige Hormonpräparate einnehmen. Verschiedene Blutuntersuchungen sowie eine gezielte, molekulargenetische Diagnostik können die Diagnose zusätzlich absichern, indem sie die genaue Ursache für die Störung veranschaulichen. Der direkte Nachweis eines Gefäßverschlusses erfolgt durch spezielle Ultraschalluntersuchungen oder eine Röntgenuntersuchung mittels Kontrastmittel.

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